Bremerhavens Wahrzeichen "Seute Deern" wird abgewrackt

  • Stiftungsrat: Traditionssegler ist nicht mehr zu retten
  • Er soll direkt im Alten Hafen abgewrackt werden
  • Dies kostet voraussichtlich 2,5 Millionen Euro
Der Schlauch einer Pumpe auf der Seute Deern

Der Stiftungsrat des Deutschen Schifffahrtsmuseums hat am Mittwoch beschlossen, die "Seute Deern" abzuwracken. Die Hafengesellschaft Bremenports soll den Rückbau des Schiffes übernehmen. Die "Seute Deern" soll direkt im Hafen abgewrackt werden, weil das Schiff zu marode ist, um es in ein Dock zu transportieren. Das hatten Gutachter im Auftrag des Schifffahrtsmuseums festgestellt.

Die Kosten des Verschrottens werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Wer das zahlt, ist aber noch offen. Bremens Wissenschaftssenatorin und Vorsitzende des Stiftungsrates Claudia Schilling (SPD) befürwortete die Entscheidung: "Es ist nicht leicht gewesen, aber eine Sanierung ist zu teuer", sagte sie. Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe sagte, ein Rückbau vor Ort sei "nicht einfach". Mit den Vorbereitungen solle aber sofort begonnen werden. Die Teile des historischen Holzschiffes, die noch gut erhalten sind, sollen einen Platz im benachbarten Schifffahrtsmuseum bekommen.

"Konstruktiver Totalschaden"

Die "Seute Deern" ist das größte Schiff der Museumsflotte des Schifffahrtsmuseums. Sie galt seit vielen Jahren als marode, die letzte größere Sanierung hatte es 2002 gegeben. Im Februar 2019 gab es einen Brand hinter den Schiffsplanken. Und Ende August war das Schiff schließlich auf den Hafengrund gesunken, weil Pumpen an Bord ausgefallen waren. Seitdem war die Zukunft der Bark unsicher, nachdem mehrere Gutachter einen desaströsen Zustand bis hin zum "konstruktiven Totalschaden" bescheinigt hatten.

Mit dem Beschluss des Stiftungsrates sind auch die Pläne für eine Sanierung des hölzernen Dreimasters vom Tisch. Der Arbeitskreis "Rettet die Seute Deern" hatte diese Idee entwickelt. Demnach sollte das Schiff für 34 Millionen Euro in einer gläsernen Werft öffentlichkeitswirksam erneuert werden. Der Bund hatte für die Hälfte der Summe schon eine Förderzusage gemacht.

Seute Deern – ein verfluchtes Schiff?

Die Seute Deern in Bremerhaven beim Brand im Frühjahr 2019

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 23. Oktober 2019, 13 Uhr