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Flugzeug fliegt nach Hamburg, weil in Bremen Bruchlandung droht

Wie jetzt bekannt wurde, konnte eine Ryanair-Maschine aus Alicante nicht wie geplant auf dem Bremer Flughafen landen. Die Landebahn wäre zu kurz gewesen.

Eine Ryanairmaschine Typ Boing 737-8AS vor einer Karte (Montage)
Auf flightradar24.com lässt sich Flug FR9056 der Ryanair-Maschine noch nachvollziehen. Bild: Imago/Bing Maps | Rüdiger Wölk

Um 18.45 Uhr am vergangenen Samstag hätte der Ryanair-Flug FR9056 auf dem Bremer Flughafen landen sollen – doch der Pilot startete beim Landeanflug durch. Der Grund: Nach buten un binnen-Informationen hatten die Landeklappen geklemmt, die Geschwindigkeit des Fliegers war für eine Landung auf dem Bremer Rollfeld zu hoch. Ryanair hat inzwischen ein "geringfügiges Problem beim Anlegen der Landeklappen" bestätigt.

Nachdem das Flugzeug schon fast eine Stunde zu spät im spanischen Alicante losgeflogen war, brauchten die Passagiere also noch deutlich mehr Geduld. Doch auch das Rundendrehen über Bremen änderte nichts: Die Landeklappen streikten. Also flog die Maschine weiter nach Hamburg, denn dort ist die Landebahn nicht nur zwei, sondern mehr als drei Kilometer lang. Die Umleitung bestätigte die Deutsche Flugsicherung.

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Landeanflug mit rund 330 km/h

Die Boeing 737 war offenbar viel zu schnell. Statt üblicherweise 130 Knoten (rund 240 Kilometer pro Stunde) war sie im Landeanflug auf Hamburg noch mit 180 Knoten unterwegs. Entsprechend lang war der Bremsweg.

Für den Fall, dass sich aufgrund der Reibungshitze das Fahrwerk und schlimmer noch die Tanks entzündet hätten, standen schon Feuerwehrfahrzeuge parat. Auch Krankenwagen mit Blaulicht warteten bereits auf die Passagiere. Von einer "verrückt schnellen Landung" berichtet ein Passagier bei Twitter.

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Ein anderer Passagier schreibt bei Facebook, dass es nach der Landung noch eine halbe Stunde gedauert habe, bis sie das Flugzeug verlassen durften, und weitere eineinhalb Stunden, bis die Koffer kamen. Erst dann seien sie auf eigene Kosten mit dem Taxi nach Bremen gefahren.

Ryanair entschuldigt sich für Umleitung

Ryanair hat auf Nachfrage von buten un binnen mitgeteilt, dass eine Warnleuchte im Cockpit hingewiesen habe auf "ein geringfügiges Problem beim Anlegen der Landeklappen, das eine längere Landebahn für die Landung erforderte". Die Besatzung habe sich verfahrensgemäß an die Flugverkehrskontrolle gewandt, so Unternehmenssprecher Robin Kiely. In Hamburg sei die Maschine von Ryanair-Technikern inspiziert und für die Wiederinbetriebnahme freigegeben worden. Es sei zutreffend, dass die Passagiere ihre Reise nach Bremen selbst organisieren sollten. Quittungen für Kostenerstattungen seien dann bei Ryanair einzureichen. "Ryanair entschuldigte sich bei allen betroffenen Kunden aufrichtig für diese notwendige Umleitung", so Kiely.

Für die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ist der Vorfall bislang kein Grund für eine eingehende Prüfung. Schließlich sei nichts passiert, die Piloten für solche Situationen ausgebildet. Eine Sicherheitslandung sei ein ganz normaler Vorfall im Luftverkehr. Erst, wenn jemand einen konkreten Hinweis auf ein Problem gebe, werde die Behörde aktiv.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 5. September 2018, 11:10 Uhr