Bremen sagt privaten Müllhalden den Kampf an

  • Ordnungsdienst und Stadtreinigung gehen gegen private Müllhalden vor
  • Nachbarn können störende Abfallsammlungen melden
  • Umweltsündern drohen sogar Strafanzeigen
Alte Fässer, Teppiche, Möbel und allerlei anderer Müll liegen an einer Straße
In manchen Gärten türmt sich der Müll. Bild: DPA | AIC

Farbeimer, Bauschutt, Mülltüten, Plastikplanen oder Teppichreste im Vorgarten – damit soll jetzt Schluss sein. Denn der städtische Ordnungsdienst und die Bremer Stadtreinigung wollen künftig vermehrt gegen Müllhalden auf Privatgrundstücken vorgehen, kündigt die Innenbehörde an.

„Mal abgesehen davon, dass solche illegalen Müllablagerungen optisch ein Ärgernis für alle darstellen, gehen von ihnen üble Gerüche aus, ziehen sie Ungeziefer an und führen dazu, dass auch andere Personen ihren Müll liegen und fallen lassen, wo es ihnen gerade gefällt“, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Ab sofort gebe es klare Verfahrensabläufe.

Erste Erfahrungen zeigen uns, dass es oft schon reicht, wenn die Betroffenen von offizieller Seite auf ihre vermüllten Grundstücke angesprochen werden.

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD)

Wenn Nachbarn sich durch aufgetürmten Abfall gestört fühlen, können sie das künftig melden. Dann rücken der Ordnungsdienst oder die Stadtreinigung an und suchen das Gespräch mit dem Grundstücksbesitzer. Wenn der schnell und freiwillig aufräumt, ist die Sache erledigt. Wenn nichts passiert, wird der Müll mit behördlicher Anordnung abgeholt – natürlich auf Kosten des Besitzers.

Wer Abfall auf seinem Grundstück lagert, der gefährlich für Menschen, Tiere oder die Umwelt ist, der begeht eine Straftat, heißt es von der Innenbehörde. Solche Müllhaufen werden sofort abgeräumt. Zusätzlich wird laut Mäurer ein Strafverfahren eingeleitet. Jeder Einsatz werde dokumentiert und archiviert, sodass notorische Umweltsünder schnell erkannt werden könnten. Zugleich sollen die Stadtreiniger aber mit Augenmaß vorgehen. Wenn zum Beispiel Renovierungsarbeiten in einem Haus noch laufen, sollen keine Maßnahmen eingeleitet werden.

Dieses Thema im Programm: Bremen eins, Nachrichten, 15. Mai 2019, 18 Uhr