Meinungsmelder

Sehr große Corona-Impfbereitschaft bei Radio Bremen Meinungsmeldern

Etwa zwei Drittel der Meinungsmelder würden sich gegen Corona impfen lassen. Eine große Mehrheit findet es außerdem gut, Risikogruppen zuerst zu impfen.

Video vom 9. Dezember 2020
Eine Person lässt sich impfen.
Bild: Radio Bremen

Heute wird Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) Bremens Impfzentrum auf der Bürgerweide der Öffentlichkeit vorstellen. Die Corona-Impfung beschäftigt die Bremerinnen und Bremer wie kaum ein zweites Thema. 3.375 Radio Bremen Meinungsmelder haben sich an unserer Befragung unter der Dachzeile "Würden Sie sich gegen Corona impfen lassen?" beteiligt: so viele wie noch nie bei einer unserer Befragungen.

Das zentrale Befragungsergebnis fällt deutlich aus: Etwa zwei Drittel der Befragten wollen sich gegen Corona impfen lassen, knapp ein Viertel dagegen wahrscheinlich nicht.

Wie wahrscheinlich ist, dass Sie sich schnellstmöglich impfen lassen?

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Für Unsicherheit gerade bei jenen, die sich vorerst nicht impfen lassen wollen, sorgt allerdings, dass es keine Langzeitstudien zu den Impfstoffen gibt. Daher wisse man auch nichts über mögliche Nebenwirkungen, kritisieren einige Befragte. So sagt eine 46-jährige Meinungsmelderin aus Bremerhaven: "Ich traue den Impfstoffen nicht. Sie sind nicht lang genug erprobt."

Eine 37-jährige Meinungsmelderin aus der Vahr sieht es ähnlich: "Selbst Experten sind sich nicht sicher, wie sich das mit dem Impfstoff verhält. Dazu fehlen ausreichend Fakten."

Was halten Sie von der Einrichtung von Corona-Impfzentren?

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Auf großen Zuspruch unter den Befragten trifft die Einrichtung von Corona-Impfzentren in Bremen und in Bremerhaven. 80 Prozent der Befragten finden dieses Vorgehen gut, nur 13 eher schlecht. Allerdings glauben einige Meinungsmelderinnen und Meinungsmelder, dass zwei Impfzentren für das ganze Land Bremen insgesamt zu wenig sind.

"Es wäre ein Impfzentrum in Bremen-Nord nötig", findet etwa ein 46-jähriger Meinungsmelder aus Blumenthal. Er verweist auf die weiten Wege, die die Bewohner des Bremer Nordens mit Bussen und Bahnen bis zum Messegelände zu bewältigen hätten und die für eine erhöhte Ansteckungsgefahr sorgten.

Impfzentren noch ohne Impfstoffe

Wann es aber tatsächlich so weit sein wird, dass sich Bremerinnen und Bremer in den Impfzentren gegen Corona impfen lassen können, ist ungewiss. So sagt Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts: "Wir wissen derzeit nicht, wann wir wie viele Impfdosen bekommen werden."

Mit größeren Mengen rechne Bremen erst im Frühjahr. Denn dann könnte neben dem Impfstoff Biontechs, der wohl noch in diesem Monat zugelassen wird, auch der Impfstoff Modernas ausgeliefert werden. Bevor es aber so weit sei, werde "ein absoluter Mangel" an Impfdosen herrschen, kündigt Fuhrmann an. In der ersten Phase der geplanten Massenimpfung gegen das Coronavirus würden daher mobile Teams zunächst die Kliniken und Pflegeeinrichtungen im Land Bremen mit dem Präparat versorgen.

"Es sollten sich so viele impfen lassen wie möglich"

Sowohl der Impfstoff Biontechs als auch der Modernas müssen in Form einer Doppelimpfung verabreicht werden, mit zwei Spritzen im Abstand von ungefähr drei bis vier Wochen. "Das ist bei ganz vielen Impfungen so", erklärt Heidrun Gitter, Präsidentin der Ärztekammer Bremen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer.

Mit der Doppelimpfung mache man sich das Abwehrgedächtnis des Immunsystems zunutze. Verabreiche man das Präparat dagegen nur einmal, verplempere man den Impfstoff. Den Herstellerangaben zufolge dauere es etwa zwei Wochen ab der zweiten Impfung, bis der Impfstoff wirke, so Gitter. Ungewiss sei allerdings, inwiefern, wer geimpft sei, das Virus noch übertragen könne. Von diesen offenen Fragen unberührt ist für die Präsidentin der Ärztekammer aber klar: "Es sollten sich so viele Menschen impfen lassen wie möglich!"

Nicht nur, dass der Schutz vor schweren Verläufen einer Corona-Infektion durch den Impfstoff "sehr, sehr hoch" sei. Die Massenimpfung berge zudem eine große Chance für die Gesellschaft, findet Gitter.

Wenn sich viele Menschen impfen lassen, am besten noch mehr als zwei Drittel, dann können wir endlich wieder zu einem normalen Leben zurückkehren.

Heidrun Gitter, Präsidentin der Ärztekammer Bremen

Ärztekammer hofft auf Bremer Solidarität

Heidrun Gitter
Präsidentin der Ärztekammer Bremen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer: Heidrun Gitter Bild: Heidrun Gitter

Die Ärztin hält es für denkbar, dass die Corona-Impfungen ab etwa Mitte des kommenden Jahres auch von den Arztpraxen übernommen werden können. Dass aber zunächst, so lange der Impfstoff knapp sei, der Staat entscheide, wer geimpft werden solle und wer noch warten müsse, sei "völlig richtig". Gitter ist überzeugt davon, dass sich der Großteil der Bremer Bevölkerung bereitwillig vor die gefährdeten Menschen stellen und befürworten wird, dass Risikogruppen zuerst geimpft werden.

Zumindest bei der breiten Mehrheit der Radio Bremen Meinungsmelder liegt die Ärztin mit dieser Einschätzung richtig: 88 Prozent der Befragten befürworten, dass zunächst Risikogruppen geimpft werden sollen.

Wie finden Sie, dass zuerst Risikogruppen geimpft werden sollen?

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Gitter glaubt, dass es aus pragmatischen Gründen am einfachsten wäre, wenn in der Anfangszeit die niedergelassenen Ärzte in ganzen Praxisteams tageweise in die Impfzentren kämen, um sich an der Massenimpfung zu beteiligen. Wie genau es letztlich im Land Bremen laufen wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Das Gesundheitsressort und die Kassenärztliche Vereinigung befänden sich hierzu im Austausch, sagt Ressort-Sprecher Lukas Fuhrmann.

Corona-Impfung: Wie gut ist Bremen vorbereitet?

Video vom 1. Dezember 2020
Mehrere Arbeiter des Deutschen Rotes Kreuz in einem Impfzentrum.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Dezember, 19.30 Uhr