5 erstaunliche Erfindungen, die von der Uni Bremen kommen

Forscher der Universität Bremen tüfteln ständig an neuen Dingen. Was sie genau machen, bekommen wir nur selten mit. Dabei helfen sie, Leben zu retten und zum Mars zu fliegen.

Ein neu entwickeltes Pflaster aus Menschenblut im Labor.

1 Ein Pflaster aus menschlichem Blut?

Verletzt sich der Mensch, blutet er. Damit sich die Wunde wieder verschließt, bildet der Körper sogenannten "Schorf" und unterstützt dadurch den Wundheilungsprozess. Biophysikern der Uni Bremen ist es gelungen einen solchen natürlichen Wundverschluss im Labor herzustellen. Aus einem dreidimensionalen Eiweißgerüst kann Schorf zum Auftragen "aus der Tube" gewonnen werden. Das verspricht neue Möglichkeiten: So könnten zukünftige Wundauflagen auch aus menschlichem Blut gebildet werden, die vom Körper ideal aufgenommen werden können.

2 Sensorentechnologie, die Leben rettet

Expertenschätzungen zu Folge sterben jährlich weltweit etwa 10.000 Menschen in Bergwerken. Durch eingestürzte Decken oder Wände sind Minenarbeiter oftmals für lange Zeit von der Außenwelt abgeschnitten. Eine genaue Ortung der Vermissten wird dabei immer schwieriger, da die Stollen immer tiefer werden und Mobilfunk unter Tage nicht funktioniert. Das Bremer "Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik" (TZI) hat zusammen mit der Wits University in Johannesburg eine Technologie entwickelt, die dieses Problem beheben soll. Durch eine neue Sensoren- und Funktechnologie sollen vermisste Minenarbeiter genau geortet werden können. Dazu werden sie mit Sensoren am Körper ausgestattet, die bei der genauen Ermittlung der Position helfen sollen. Sollte dabei einmal die Verbindung abbrechen, wird immer noch der letzte aufgezeichnete Aufenthaltsort übermittelt. Zudem sind die Sensoren in der Lage, Vitalsignale und Körperfunktionen zu messen und zu übertragen – wie den Sauerstoffgehalt im Blut.

3 Tanken auf dem Mars – mit Bremer Know-How

Gase sind leichter als Flüssigkeiten und steigen deshalb nach oben – dank der Schwerkraft. In der Schwerelosigkeit des Weltraums ist das nicht so trivial. Dort gibt es kein oben und unten – die Stoffe sind somit nur schwer voneinander trennbar. Diese Phasentrennung von Gas und Flüssigkeit ist aber für Raumsonden und bemannte Raumschiffe unerlässlich, zum Beispiel für eine gas- und blasenfreie Versorgung aller Systeme. Auch für die Rohstofferzeugung einer künftigen Marsmission wird das wichtig. Forscher des Bremer Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) entwickelte und testete dazu erfolgreich ihre neue Erfindung: Bei einem Parabelflug wurde eine Apparatur zur Phasentrennung unter Weltraumbedingungen getestet. Die gewonnen Erkenntnisse erweitern damit das bisherige Grundlagenwissen über die Handhabung von Flüssigkeiten im Weltall.

Orion Mission

Wissenschaftler im Labor

4 Mechanische Werkzeuge für eine bessere medizinische Diagnostik

Viele Krankheiten verursachen bei Zellen auffällige mechanische Veränderungen. Die Forscher des Bremer "Instituts für Biophysik" wollen sich das zu Nutze machen und arbeiten an besseren Diagnosemöglichkeiten für Krankheiten wie Krebs. Dazu tasten sie mit einem Kraftmikroskop Zelloberflächen ab und untersuchen so deren Rauigkeit, Klebrigkeit und Weichheit. Das ist sogar in Flüssigkeiten möglich und somit auch in lebenden biologischen Proben. Die Forscher erhoffen sich ein besseres Verständnis der Zellmechanik, um so besser medizinische Bewertungen zu Krankheiten abgeben zu können.

5 Zusammenarbeit von Mensch und Maschine

Kommt man Maschinen wie Industrie-Robotern als Mensch zu nah, stellen sie in der Regel aus Sicherheitsgründen ihre Arbeit ein. Das Bremer Institut für Produktion und Logistik will das ändern und arbeitet an einem autonomen Assistenzsystem, das die Mensch-Maschinen-Zusammenarbeit fördern soll. Mithilfe von künstlicher Intelligenz sollen zukünftig Arbeiten gemeinsam, körpernah und mit Sensoren gesteuert werden. Das Ziel: ein Mensch-Maschine-Teamwork, bei dem ergonomisch ungünstigen Arbeitsgänge vom Robotern übernommen werden.

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Autor

  • Adam Winiarski

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 04. Juni 2019, 19:30 Uhr