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Größtes Containerschiff der Welt wird heute in Bremerhaven getauft

Das Containerschiff Michel Capelllini liegt in einem chinesischen Hafen.

Größtes Containerschiff der Welt wird heute in Bremerhaven getauft

Bild: Imago | VCG

Die fast 400 Meter lange "MSC Michel Cappellini" liegt zur Taufe an der Bremerhavener Stromkaje. Doch wie riesig können Containerschiffe eigentlich noch werden?

Wer mal durch den Hafen von Bremerhaven gefahren ist, weiß: Containerschiffe sind riesige Pötte. Die Schweizer Reederei MSC hat nun einen Rekord aufgestellt: Sie hat mehrere baugleiche Schiffe produzieren lassen, die den Spitzenplatz als größte Containerschiffe der Welt einnehmen. Einer der Megafrachter – und zwar die "MSC Michel Cappellini" – liegt momentan in Bremerhaven. An der Stromkaje wartet das Schiff auf seine Taufe, die am Montagmittag vor rund 800 Gästen erfolgen soll. Eine öffentliche Zeremonie ist nicht geplant.

Was ist die "MSC Michel Cappellini" für ein Schiff?

Die "MSC Michel Cappellini" ist wie ihre Schwesternschiffe 399,9 Meter lang – es fehlen also gerade mal zehn Zentimeter bis zur 400-Meter-Marke. Ihre Breite beträgt 61,5 Meter.

Die Maße sind aber gar nicht das, was das Schiff zum weltweit größten seiner Art macht. Denn viele Containerschiffe haben mittlerweile solche Maße. Der Unterschied ist, dass die neuen Rekordschiffe rund 300 Container mehr laden können als der bisherige Rekordhalter – nämlich 24.346 Stück.

Warum werden die Schiffe immer größer?

Der Vorteil an großen Schiffen ist die Wirtschaftlichkeit. Denn die Reedereien verdienen ihr Geld durch die Gebühren für den Transport der Container. Die Reeder argumentieren auch oft, dass sie in einem harten internationalen Wettbewerb stehen und mit großen Schiffen versuchen, ihre Kosten zu senken. Und klar ist auch: Was den CO2-Ausstoß angeht, sind große Containerschiffe relativ umweltfreundlich.

Können solche Rekordschiffe voll beladen überhaupt an den Seehäfen der Nordsee anlegen?

Grundsätzlich schon. In Bremerhaven zum Beispiel kann bisher jedes Schiff anlegen, also auch die Riesenschiffe, teilte Holger Bruns, Sprecher der Hafengesellschaft Bremenports, auf Anfrage von buten un binnen mit. Das gilt jedoch nur bei Flut. Bei Ebbe beträgt der maximale Tiefgang für Schiffe in Bremerhaven 12,5 Meter – und das reicht für manche Großcontainerschiffe nicht mehr aus.

Diese Schiffe können dann nur im Zeitfenster der Flut anlegen. Da hat Bremerhaven einen Nachteil gegenüber Hamburg, dort ist seit der Elbvertiefung bei Ebbe ein Meter mehr Tiefgang möglich. Diesen einen Meter mehr, den will das Land Bremen mit der Außenweservertiefung erreichen. Der Jade-Weser-Port Wilhelmshaven indes hat ohnehin einen recht großen Tiefgang und daher bislang keine Probleme mit Großschiffen.

Containerschiffe werden seit Jahren immer größer. Wie geht das weiter, sind Containerschiffe bald 450 Meter lang?

Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche Experten glauben: Es könnten 430 Meter werden. Einige wiederum sagen, das Wachstum hat so langsam ein Ende. Der Verband Deutscher Reeder meint, dass Containerschiffe kaum noch länger und wenn, dann noch breiter werden könnten. Carlos Jahn von der Technischen Universität Hamburg zum Beispiel schätzt, dass das Größenwachstum seinen Höhepunkt nahezu erreicht hat: "Ich glaube, das Größenwachstum wird sich verlangsamen."

Die Aufwendungen werden dann zu groß, um die Häfen noch weiter anzupassen, sodass sie nicht mehr viel größer werden können.

Carlos Jahn von der Technischen Universität Hamburg

Die Häfen müssen sich also anpassen. Mit größeren und schwereren Kränen zum Beispiel, die die Schiffe entladen können. In Bremerhaven wird etwa in den nächsten Jahren ein Teilabschnitt der Stromkaje am Containerterminal erneuert. Dieser ältere Teil der Kaje ist laut Bremenports nämlich für neue Schiffe nicht optimal ausgelegt.

Autorin

  • Carolin Henkenberens
    Carolin Henkenberens Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Moderation, 17. Juli 2023, 13.10 Uhr