Bremer Verbraucherschützer: Diese 3 Versicherungen sollte jeder haben

Haftpflicht und Berufsunfähigkeit: Welche Versicherungen wir brauchen

Bild: dpa | Imagebroker/Walter G. Allgöwer

Wenn Kinder spielen, trifft der Ball auch mal auf Glas. So ein Schaden ist unproblematisch – so lange man passend versichert ist. Diese Versicherungen sollten Sie unbedingt haben.

Das Verlassen des Hauses kann ein Risiko sein, auch in den eigenen vier Wänden können große Schäden entstehen. Gut, das wir uns dessen meist nicht bewusst sind. Damit das auch so bleibt, gibt es einige Versicherungen, die jeder haben sollte. Welche das sind, erklärt der Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Bremen, Roland Stecher.

Es liegt an Ihnen wie Sie ihr Bedürfnis absichern wollen, aber wir empfehlen Versicherungen gegen existenzbedrohende Risiken.

Mann im blauem Anzug sitzt an seinem Schreibtisch.
Roland Stecher, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Bremen

Sich mit den eigenen Versicherungen zu beschäftigen, gibt dem Einzelnen nicht nur Sicherheit, sondern kann auch bares Geld wert sein: "Gerade alte Versicherungsverträge sind oft teurer als neuere und decken gleichzeitig weniger ab. Wir empfehlen, sich alle zwei oder drei Jahre zu informieren, ob es mittlerweile bessere Angebote gibt", rät Stecher.

1 Der Klassiker: die Haftpflichtversicherung

Die meisten Bürgerinnen und Bürger haben sie wohl schon, doch falls nicht, ist dringend geraten, sich eine anzuschaffen: Die private Haftpflichtversicherung. Sie kostet in der Regel weniger als hundert Euro pro Jahr, kann aber vor großen finanziellen Schäden schützen. "Das können 500 Euro für verschütteten Rotwein auf einem Teppich oder aber auch fünf Millionen sein, wenn Sie bei Rot über die Ampel gehen und einen Unfall verursachen", sagt der Versicherungsexperte. Eine fehlende Haftpflichtversicherung kann also wortwörtlich in den Ruin führen. Für Hunde- oder Pferdehalter rät Stecher außerdem zur Tier-Haftpflichtversicherung.

Wenn mein Hund über die Straße läuft, weil er einen anderen Hund sieht und dann einen Unfall verursacht, bin ich haftbar. Das kann natürlich genauso teuer werden, wie wenn ich selbst einen Unfall verursache.

Mann im blauem Anzug sitzt an seinem Schreibtisch.
Roland Stecher, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Bremen

Vermieter sollen laut dem Experten außerdem über eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung nachdenken. Diese greife, wenn durch vermietetes Wohneigentum ein Schaden entsteht, beispielsweise durch einen herab fallenden Dachziegel. Für manche kommt außerdem eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung in Betracht: "Wenn Sie einen Öltank vor dem Haus haben, der auslaufen und ein Gewässer verschmutzen könnte, ist diese Versicherung ein Muss!“

2 Der Notfallnagel: die Berufsunfähigkeitsversicherung

Um den Lebensunterhalt auch im Krankheitsfall weiter bestreiten zu können, rät Stecher zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung. "Für alle, die wir von unserer Arbeitskraft leben, macht eine solche Versicherung Sinn, um im Krankheitsfall den Lebensstandard halten zu können. Die Versicherung greift, wenn sie voraussichtlich länger als sechs Monate nicht in der Lage sind, ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit auszuüben." Zwar gibt es für diese Fälle auch die Erwerbsminderungsrente, dafür müssten allerdings in den letzten fünf Jahren mindestens 36 Monate lang Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt worden sein, fügt der Experte hinzu. Gerade Berufseinsteiger erfüllten diese Voraussetzung nicht und sollten eine entsprechende Versicherung abschließen.

Die Leistungen der Erwerbsminderungsrente reichen außerdem oft nicht aus, um den Lebensstandard zu halten

Mann im blauem Anzug sitzt an seinem Schreibtisch.
Roland Stecher, Versicherungsexperte von der Verbraucherzentrale Bremen

3 Das Must-Have: die Krankenversicherung

Von allen Versicherungen zu denen Stecher rät, ist die Krankenversicherung die Einzige, die gesetzlich verpflichtend ist. Wichtig bei dieser Versicherung ist also nicht die Frage, ob man sie abschließt, sondern für welche man sich entscheidet. Beamte und Selbstständige können sich privat versichern lassen, außerdem alle Angestellten, die mehr als 69.300 Euro brutto im Jahr verdienen. Allen anderen bleibt die Wahl zwischen den gesetzlichen Krankenkassen. Dabei sind circa 96 Prozent der Leistungen identisch. "Wenn Ihnen etwas besonders wichtig ist, informieren Sie sich, welche Kasse ihren Bedürfnissen am ehesten entspricht", sagt Stecher.

Ein weiteres Entscheidungskriterium kann der Krankenkassenbeitrag sein. Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse liegt derzeit bei 14,6 Prozent vom Bruttolohn. Darüber hinaus erheben die verschiedenen Kassen aber noch Zusatzbeiträge. Die Empfehlung der Bundesregierung für den Zusatzbeitrag ist Anfang Januar von 1,6 auf 1,7 Prozent gestiegen. Es gibt jedoch auch Krankenkassen, deren Zusatzbeitrag geringer ausfällt als von der Bundesregierung vorgeschlagen.

Diese drei Versicherungen bilden die Basis, die man haben sollte. Alles darüber hinaus hängt von Ihrem Bauchgefühl und Lebenssituation ab. So könnten Fußballer etwa ihre Beine und Sänger ihre Stimme versichern lassen.

Mann im blauem Anzug sitzt an seinem Schreibtisch.
Roland Stecher, Versicherungsexperte von der Verbraucherzentrale Bremen

Dieses Bremer Unternehmen bietet Versicherungen auf hoher See

Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Lukas Scharfenberger

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. Januar 2024, 19:30 Uhr