Darum spielt der neue Bremer Tatort im leeren Bremerhavener Karstadt

Mehrere Personen beobachten Dreharbeiten mit einem Kamera-Wagen.
Bild: Radio Bremen | Felicia Lemke

Der neue Tatort von Radio Bremen ist besonders: Erstmals spielt er größtenteils in Bremerhaven – in spektakulärer Kulisse. Ein Besuch am Filmset im abrissreifen Karstadt-Gebäude.

Auch für die erfahrenen Schauspieler dürfte das ausgediente Warenhaus keine alltägliche Filmkulisse sein. Seit knapp anderthalb Jahren steht das Karstadt-Gebäude mitten in der Bremerhavener Innenstadt leer. Und trotzdem liegt der alte Kaufhaus-Charme noch in der Luft. Die Rolltreppe, die ausgeschilderten Kassen, die Umkleidekabinen – alles noch da. Aber: Dieser Ort ist jetzt nicht mehr Kaufhaus, sondern Polizeirevier. Denn für den neuen Fall verschlägt es die Bremer Kommissare nach Bremerhaven. Der Leerstand wird im Film zur Dienststelle der TV-Ermittler.

Total strange. Für mich ist das ein Ort der Kindheit. Durch Karstadt zu laufen, wo man früher sein Spielzeug gekauft hat – und auf einmal steht das Ding leer und man dreht da einen Film drin. Eigenartig.

Sebastian Ko, Bremerhavener Drehbuchautor und Regisseur

Für den Bremerhavener Drehbuchautor Sebastian Ko, der auch Regie im neuen Bremer Tatort führt, sind die Arbeiten im Kaufhaus eine Zeitreise. Nun bringt er wieder Leben in das alte Gebäude. Bis zu 60 Personen sind an den Dreharbeiten beteiligt. Zweieinhalb Wochen wird alleine in Bremerhaven gefilmt.

Tatort-Dreh bedeutet Nachtschicht fürs Catering

Wichtig für die Harmonie am Set ist dabei die Verpflegung. Denn: "Ohne Mampf kein Dreh", sagt Catering-Chef Richard Dieck. Für Schauspieler und Crew gibt es zum Beispiel Lasagne. "Wenn das nicht schmeckt, steigen die einem aufs Dach."

Die Dreharbeiten laufen seit Mitte Juli und noch bis Mitte August. Auch in Bremen wird noch gedreht. Eine weitere Kulisse in Bremerhaven ist der Hafen. Hier wurde vor allem nachts gearbeitet, deshalb musste das Catering-Team zu später Stunde noch ran. Nachtschicht für Küchenchef Dieck.

Wir fangen um 16.30 Uhr an. Dann gibt es erstmal Frühstück. Und Mittagessen in der Nacht, um 1 Uhr oder um 0 Uhr – je nachdem, wie das Team fertig ist. Morgens um 5 Uhr hat man Feierabend, ist um 6 Uhr im Bett und ab 12 Uhr geht es wieder von vorne los.

Richard Dieck, Catering-Chef beim Tatort

Krimi spielt in Bremerhavener Auto-Tuner-Szene

Unter dem Arbeitstitel "Donuts" dreht sich der neue Bremer Tatort um Autos. Um besondere Autos, die aus dem Bremerhavener Autoterminal geklaut werden. Viel mehr darf allerdings noch nicht verraten werden, sagt Produzentin Katharina Wagner.

Was ich sagen kann ist, dass wir uns in der Tuner-Szene bewegen werden. Es geht um schnelle Autos, große Autos, schöne Autos. Das wird schon alles ganz schön gut aussehen.

Katharina Wagner, Produzentin

Ein bisschen Geduld brauchen die Zuschauer aber noch, bis der fertige Film ausgestrahlt wird: Im Frühjahr nächsten Jahres soll der Tatort im Ersten laufen. Zu der Zeit soll dann übrigens auch das Karstadt-Gebäude abgerissen werden.

Rückblick: Darum geht es im Bremer Tatort "Liebeswut"

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 28. Juli 2022, 9:10 Uhr