Fragen & Antworten

Darum ist es in Bremens Bussen und Bahnen trotz Klimaanlagen so heiß

Eine Straßenbahn fährt zwischen Autos durch die Innenstadt.

Darum ist es in Bremens Bussen und Bahnen trotz Klimaanlagen so heiß

Bild: DPA | Sina Schuldt

Die Hitze macht den Fahrgästen der BSAG zu schaffen. Zwar verfügen viele Fahrzeuge über eine Klimaanlage, aber spürbar kühler wird es dadurch kaum. Was sind die Gründe?

Wenn das Thermometer auf über 35 Grad im Schatten steigt, gestaltet sich die Suche nach einem kühlen Plätzchen schwierig. Vor allem in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist es ordentlich heiß. "Auch wenn mehr als 90 Prozent unserer Fahrzeuge eine Klimatisierung haben, macht die aktuelle Hitze natürlich unseren Fahrgästen, aber auch den Fahrerinnen und Fahrern zu schaffen", sagt BSAG-Sprecher Andreas Holling zu buten un binnen. In drei Fragen und Antworten erklären wir, wie die BSAG mit der Hitze umgeht und warum auch Klimaanlagen kaum für Abkühlung sorgen.

Wie ist die aktuelle Lage in Bremen und Bremerhaven? Hat es bereits Beschwerden von Fahrgästen wegen der Hitze gegeben?
Bei der Bremer BSAG haben sich diesen Sommer bislang gut drei Dutzend Beschwerden wegen zu heißer Busse und Bahnen angesammelt. Bei täglich rund 190.000 Fahrgästen ist die Anzahl also überschaubar. In Bremerhaven gab es noch keine Proteste.

In beiden Städten haben die Busse allerdings auch alle eine Klimaanlage. Wobei: der natürliche Feind der Klimaanlage, nämlich die Außenluft, hat hierbei leichtes Spiel. Denn regelmäßig gehen die Türen auf, Fahrgäste steigen ein und aus und es gibt einen gehörigen Luftaustausch. Somit sind in den Bussen höchstens fünf bis sieben Grad kühlere Luft als draußen möglich. Und wenn es dort 36 oder 37 Grad sind, macht das drinnen auch mit Klimaanlage immer noch 30 Grad.
Wie sieht es bei den Straßenbahnen aus?
120 Straßenbahnen gibt es insgesamt in Bremen, 90 neuere mit sogenannter Luftbehandlungsanlage und 30 ältere, ohne Klimatisierung, dafür aber mit kleinen Kipp-Fenstern. Immerhin können die Fahrgäste diese selbstständig aufmachen.

Bei den neueren Straßenbahnen ist die Innenluft auch nur einige Grad kühler als die Außenluft, was auch dem Infektionsschutz geschuldet ist. "Aufgrund der Corona-Pandemie öffnen wir bei jedem Halt alle Türen, um den Luftausstoß zu verbessern", erklärt BSAG-Sprecher Holling. Gerade nach besonders heißen Tagen wird darüber oft kritisch diskutiert, aber der Infektionsschutz wurde bislang als wichtiger erachtet.
Welche Maßnahmen sollen denn in Angriff genommen werden, um Fahrten mit Bussen und Bahnen erträglicher zu machen?
Fest steht: Kleine Fächer oder Kühlsprays sollen nicht ausgegeben werden. Zehn der älteren Bahnen sollen allerdings bis Ende des Jahres ersetzt werden. Und es wird versucht, bestimmte Bahnen möglichst in den kühleren Stunden des Tages fahren zu lassen. Die Fahrgäste sollen aber so oder so gut auf sich achten, genug trinken und wenn es einen medizinischen Notfall gibt, diesen beim Fahrerstand melden.

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Autor

  • Mario Neumann Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Die Vier am Morgen, 16. August 2022, 6:40 Uhr