Bye Bye Bartels: Werders Fan-Liebling feiert seinen Abschied

Das Team von Holstein Kiel lässt Fin Bartels hochleben.

Bye Bye Bartels: Werders Fan-Liebling feiert heute seinen Abschied

Bild: Imago | Eibner

"Bremen war die zweite Heimat", sagt Fin Bartels über seine Zeit an der Weser. Bei seinem Abschiedsspiel am Freitagabend schauten viele Weggefährten in Kiel vorbei.

Als es darauf ankam, war er da. Am 6. Juli 2020 zitterten die Werder-Fans bis tief in die Nachspielzeit. Ein Tor noch, dann wäre der 1. FC Heidenheim aufgestiegen – und Werder hätte in die 2. Liga gemusst. Dass es soweit nicht kam und Claudio Pizarros legendäre Karriere an diesem Tag nicht mit einem Abstieg endete, lag auch an Fin Bartels. In der vierten Minute der Nachspielzeit stibitzte er Norman Theuerkauf den Ball und legte diesen für Ludwig Augustinsson auf, der zum 2:1 für die Bremer traf. Dass Tim Kleindienst per Elfmeter noch zum 2:2 traf, änderte nichts mehr am Bremer Klassenerhalt.

Für Bartels war es die letzte Aktion im Werder-Trikot. Bei den Bremern erhielt er im Sommer 2020 keinen neuen Vertrag mehr, weshalb er in seine Geburtsstadt zu Holstein Kiel zurückkehrte. Nachdem er im Sommer mit nun 35 Jahren seine Karriere beendete, feierte er am Freitag im Holstein-Stadion sein Abschiedsspiel. Dabei spielte und Traf Bartels für beide Teams – Holstein Kiel und die Fin Bartels Allstars – insgesamt dreimal. Am Ende gewann das Allstar-Teams 10:9.

Fin Bartels 2020 gegen Heidenheim im Zweikampf.
Bild: Imago | Poolfoto/Nordphoto/Gumzmedia

Dabei war auch Werder-Coach Ole Werner. Er und Bartels haben einst schon in der Kieler B-Jugend zusammen in einem Team gespielt. "Wenn es zur Sache ging, war er eigentlich immer voll da. Er war sehr ehrgeizig, manchmal ist er auch ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen", erinnert sich Werner in der Sportclub-Dokumentation "Fin Bartels: Das Ende einer norddeutschen Karriere". Bei den Kielern schaffte Bartels wenig später den Durchbruch bei den Profis.

Da war man auf jeden Fall stolz und hat sich total für ihn gefreut. Er ist ein total bodenständiger und sympathischer Junge gewesen. Damals schon und bis heute.

Werder-Trainer Ole Werner lächelt während einer Pressekonferenz.
Ole Werner in der Sportclub-Dokumentation "Fin Bartels: Das Ende einer norddeutschen Karriere"

Interesse von Werder? Für Bartels "eine Riesenehre"

Bei den Kielern trainierte Werner seinen einstigen Mitspieler ab dem Sommer 2020 bis zum Rücktritt im September 2021. Dort, wo alles begann, hörte Bartels mit nun 36 Jahren auch auf. Raus dem Norden hat es ihn nie gezogen, Bremen war schon der südlichste seiner Wohnorte. Aus Kiel und der Regionalliga führte sein Weg 2007 zu Hansa Rostock und somit schnurstracks in die Bundesliga. Auch dort konnte der flinke Bartels in der Offensive schnell auf sich aufmerksam machen. Mit dem Team lief es allerdings nicht so gut. Die Rostocker stiegen mit Bartels aus der Bundesliga bis in die 3. Liga ab.

Für ihn ging es jedoch beim FC St. Pauli, dem Erzrivalen der Rostocker, in der Bundesliga weiter. Auch mit den Kiezkickern stieg er direkt in die 2. Liga ab. 2014 meldete er sich dank seines Wechsels zu Werder als 27-Jähriger jedoch in der Bundesliga zurück.

Letztendlich war Werder immer noch dieser große Verein. Champions League, Europapokal und Spieler-Legenden hat man da im Kopf. Als dieser Anruf kam, musste man sich damit beschäftigen. Es war eine Riesenehre, dass das Interesse da war.

Ex-Werder-Spieler Fin Bartels sitzt auf einem Sofa und strahlt.
Fin Bartels in der Sportclub-Dokumentation "Fin Bartels: Das Ende einer norddeutschen Karriere"

Tolles Comeback im Kiel

Für Werder spielte Bartels insgesamt sechs Jahre und absolvierte 131 Pflichtspiele für den Klub. An der Weser stürmte er in dieser Zeit gemeinsam mit Franco di Santo, seinem Kumpel Max Kruse, Serge Gnabry oder Claudio Pizarro. "Als Familie sind wir da einfach heimisch geworden. Das was war dann die zweite Heimat", blickt er zurück. Bei Werder lief es sportlich für ihn super, ehe er sich am 9. Dezember 2017 im Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund die Achillessehne riss.

Fin Bartels jubelt nach seinem 8:7 Siegtreffer im Elfmeterschießen gegen FC Bayern München in der 2. Pokalrunde.
Bei Holstein Kiel blühte Fin Bartels nochmal auf. Bild: Imago | Claus Bergmann

454 Tage später gab er im Weser-Stadion sein Comeback. Im Heimspiel gegen Schalke 04 wurde er für Milot Rashica eingewechselt. Nach der langen Pause zog Bartels sich jedoch viele kleine Verletzungen zu. Immer wieder Rückschläge, immer wieder Reha. Mühen, die sich für den goldenen Moment in Heidenheim gelohnt haben. In Kiel lief er dann nochmal zu großer Form auf. Mit dem Team warf er 2021 die Bayern aus dem DFB-Pokal und wäre fast in die Bundesliga aufgestiegen. Erst in der Relegation war gegen den 1. FC Köln Schluss.

Frings, Borowski und Gebre Selassie kommen zum Abschied

Als Bartels nun am Freitagabend seinen Abschied gab, waren zahlreiche Weggefährten dabei. Aus seiner Bremer Zeit schauten auch Tim Borowski, Torsten Frings, Lennart Thy, Theodor Gebre Selassie und Felix Kroos in Kiel vorbei.

Das Fußballspielen kann Bartels jedoch auch nach dem Ende seiner Zeit als Profi nicht lassen. Mittlerweile kickt der dreimalige Familienvater für die 2. Mannschaft der SpVg Eidertal Molfsee in der Kreisklasse A.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 8. September 2023, 12 Uhr