Wie ein Norddeutscher beim ultimativen Wüsten-Abenteuer mitmischt

Rallye-Fahrer Carlos Sainz wirbelt auf der Strecke mit seinem Wagen jede Menge Sand auf.
Will auch 2023 noch um den Sieg bei der Rallye Dakar mitfahren: der spanische Altmeister Carlos Sainz. Bild: dpa | Gigi Soldano / DPPI Media

Die Rallye Dakar gilt als bedeutendste Wüstenrallye der Welt. Daniel Schröder aus Thedinghausen ist wieder mittendrin – und die Tour ist dieses Mal sogar noch härter.

Vor einem Jahr, da ging für Daniel Schröder alles hopplahopp. Eigentlich sollte er nur als Co-Pilot neben seinem Vater Jürgen im Auto sitzen – doch der hatte sich kurzfristig an der Schulter verletzt und so übernahm der Sohn spontan zum ersten Mal das Steuer bei der legendären Rallye Dakar.

Ohne Üben, ohne Abstimmung mit seinem Navigator Ryan Bland aus Südafrika ging das große Wüsten-Abenteuer los und endete für den Rennfahrer aus Thedinghausen auf einem respektablen 36. Platz. In diesem Jahr geht Daniel Schröder dagegen nicht Hals-über-Kopf in die härteste Motorsport-Rallye der Welt.

Ryan und ich sind dieses Mal deutlich besser vorbereitet, haben in Laufe des Jahres einige Rennen zusammen bestritten und sind so extrem gut eingespielt.

Daniel Schröder vor dem Rallye-Start an Silvester in der "Syker Kreiszeitung"

Mit "Manfred" durch die Sanddünen

Die Rallye-Piloten Daniel Schröder und Ryan Bland posieren beim Start der Dakar-Rallye neben ihrem Auto.
Die Rallye-Piloten Daniel Schröder und Ryan Bland vor dem Prolog in der Nähe von Yanbu. Bild: dpa | Gigi Soldano / DPPI media

Und gute Vorbereitung ist alles bei diesem Wüsten-Wagnis der 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die 8.500 Kilometer durch die Sanddünen Saudi-Arabiens. Der Veranstalter verspricht die härteste Rallye Dakar aller Zeiten, die 45. wird auch die längste Ausgabe des Motorsport-Klassikers seit 2014. Denn 70 Prozent der Route sind komplett neu. Das bedeutet für alle: Vorarbeiten auf unbekanntem Terrain. Eine extreme Herausforderung für die Piloten und Navigatoren.

"Beim letzten Mal war der Tenor, dass die Strecke zu einfach war, dieses Mal haben sie sich aber so richtig ins Zeug gelegt, was den Schwierigkeitsgrad betrifft", sagte Lisa Buja, Schröders Lebensgefährtin, die für sein PS Laser Racing-Team arbeitet. Schröder legte mit seinem Nissan Navara, den er auf den Namen "Manfred" taufte, einen guten Start hin. Er belegte mit Bland den 38. Platz. Auf der 1. Etappe, der ersten Wertungsprüfung an Neujahr, bekam der 33-jährige Thedinghäuser dann aber bereits die volle Rallye-Härte zu spüren. Nach den 600 Kilometern durch Sand und hartes Gestein reichte es nur zu Rang 82.

"Man weiß bei dieser Rallye nie, was passiert"

Rallye-Fahrer Daniel Schröder im Hotelzimmer beim Videointerview.
Daniel Schröder geht ehrgeizig in die Rallye. Bild: Radio Bremen

Dass Schröder nicht um den Sieg mitfahren kann, ist ihm von vorherein klar. Mit den Topstars wie Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah oder die früheren Champions Carlos Sainz, Sebastien Loeb, Stephane Peterhansel oder Mattias Ekström kann er nicht mithalten. Diese haben einen ganzen Mechaniker-Tross dabei und die großen Auto-Konzerne im Rücken. Ehrgeizig ist Schröder dennoch. Er will so weit wie möglich vorne mitmischen. Doch vor allem geht es darum: anzukommen und das heil.

Wir sind jedenfalls supermotiviert. Aber natürlich werden wir die nötige Vorsicht bei jeder Etappe walten lassen. Wir wollen nach vorne fahren, ja. Aber letztlich weiß man bei einer Rallye wie dieser nie, was dann am Ende passiert und herausspringt.

Daniel Schröder vor dem Rallye-Start an Silvester in der "Syker Kreiszeitung"

Insgesamt 14 Etappen muss Schröder mit "Manfred" nun überstehen, bis am 15. Januar in der Hafenstadt Dammam die Sieger des Wüsten-Abenteuers gekürt werden.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 3. Januar 2023, 18:06 Uhr