Interview

Müssen Bremer bald mit höheren Preisen in Restaurants rechnen?

Eine Kellnerin von hinten, die Essen in einem Restaurant zu einem Tisch bringt (Symbolbild)

Bremer Gastro-Chefin zur Mehrwertsteuer: Preise werden steigen

Bild: dpa | Caro/Schnitger

Die Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants soll ab 2024 wieder steigen. Für Gäste dürfte es dann auch teurer werden, sagt die Chefin des Gaststättenverbands auf Bremen Eins.

Gastwirte und -wirtinnen haben lange dagegen gekämpft, jetzt ist klar: Die Mehrwertsteuer in der Gastronomie soll wieder steigen – von jetzt sieben auf 19 Prozent. Darauf hat sich die Bundesregierung geeinigt. Der Steuersatz war während der Corona-Krise gesenkt worden, um etwa Restaurants, Cafés und Hotels zu entlasten. Wegen der hohen Energiepreise war die Regelung mehrmals verlängert worden.

Dass die Bundesregierung die Mehrwertsteuer wieder anhebt, stößt bei der Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) auf Unverständnis. Im Interview mit Bremen Eins warnt sie vor immensen Folgen für die Gastronomen.

Was haben Sie gedacht, als Sie von der Entscheidung gehört haben?

Es war für uns natürlich eine ganz, ganz große Enttäuschung und eine ganz, ganz große Sorge für die Branche und unsere Mitglieder.

Chefin der Bremer Dehoga, Nathalie Rübsteck
Ist gegen die Mehrwertsteuer-Anhebung: Nathalie Rübsteck, Chefin der Dehoga Bremen. Bild: Radio Bremen

Welche Folgen hat die Anhebung für die Gastronomie in Bremen?

Die Betriebe, so habe ich auch von vielen gehört, können solch eine Mehrwertsteuer-Erhöhung nicht einfach wegstecken. Das heißt, die Preise werden empfindlich steigen müssen, damit die Betriebe überhaupt noch positive Zahlen erwirtschaften können.

Allerdings führt das natürlich dazu, dass noch mehr Menschen der Gastronomie fernbleiben oder weniger konsumieren werden. Das erleben Sie jetzt schon mit den gestiegenen Preisen – durch die gestiegenen Lebensmittel- und Energiepreise sind die Preise ja schon gestiegen und das ist eine definitive Kaufzurückhaltung bei den Gästen zu bemerken.

Die Höhe der Mehrwertsteuer in der Gastronomie war schon vor Corona ein großes Thema gewesen. Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Wir geben den Kampf natürlich nicht auf. Für uns sind die sieben Prozent Mehrwertsteuer auch eine Frage der Gerechtigkeit. Wir haben in fast allen Ländern in Europa einen gesenkten Mehrwertsteuersatz für das Essen im Restaurant. Deutschland ist da jetzt wieder die große Ausnahme. Es ist einfach nicht verständlich, warum die Betriebe für sieben Prozent Waren einkaufen, den Gästen ein schönes Erlebnis mit Service und Zubereitung machen und dann noch einmal 19 Prozent fällig sind – vor allem im Gegensatz zum Take-Away, wo weiterhin sieben Prozent gelten werden.

Das Interview führte Britta Uphoff für Bremen Eins, Patricia Averesch hat es für butenunbinnen.de aufbereitet.

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 17. November 2023, 7:40 Uhr