Infografik

So hoch ist die Weiße-Weihnacht-Wahrscheinlichkeit im Land Bremen

Die Frage nach dem Schnee hört Meteorologe Friedrich zurzeit oft. Bei buten un binnen räumt er auf mit falschen Erinnerungen, Sehnsüchten – und nennt die Fakten.

Giebelhaeuser am Marktplatz-Westseite im Winter bei Abenddaemmerung, Bremen, Deutschland
Schnee an Weihnachten ist besonders – deshalb erinnern Menschen diese Tage besser als andere. (Archivbild) Bild: Imago | CHROMORANGE

"An Weihnachten wird es wahrscheinlich nasskaltes Schmuddelwetter in der Region um Bremen geben, es werden also grüne oder eher graue Weihnachten", sagt Andreas Friedrich, Wetterexperte beim Deutschen Wetterdienst (DWD) noch deutlich vor Heiligabend. "Die ein oder andere Schneeflocke kann es an den Feiertagen aber geben – mit Tagestemperaturen um ein Grad", lässt Friedrich den Hoffnungsfunken auf Schnee an Weihnachten nicht ganz verglühen.

Die Frage nach weißer Weihnacht hört der Meteorologe Friedrich gerade im Dezember mehrmals täglich, meist beginnen die ersten Fragen schon im September – wie der weihnachtliche Spekulatiusverkauf im Supermarkt. Ein Zeitpunkt, an dem man noch lange keine sicheren Vorhersagen für das Weihnachtswetter geben kann.

Regenwetter in Bremen an der Schlachte: Blätter liegen in einer Pfütze (Archivbild)
Bremer träumen zwar von verschneiten Weihnachten, doch die Realität sieht anders aus: Nasses Schmuddelwetter. Bild: DPA | Ingo Wagner

Wie schön wäre es aber, wenn wir im Pandemie-Jahr Schnee in Bremen und Bremerhaven hätten? Das wäre doch der perfekte Jahresabschluss im Familienkreis. Doch da muss Andreas Friedrich viele enttäuschen. In Bremen liegt die Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember bei zehn Prozent. Das heißt: Weiße Weihnachten gibt es etwa alle zehn bis elf Jahre. Immerhin etwas öfter als auf Helgoland mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Prozent, aber deutlich weniger als auf der Zugspitze mit 100 Prozent. Weiße Weihnachten sind deutschlandweit also sehr unterschiedlich verteilt.

Eigentlich wäre Zeit für weiße Weihnachten

Eine spannende Statistik des DWD zeigt: Etwa alle zehn Jahre gibt es in Deutschland flächendeckend Schnee zu Weihnachten. Das letzte Mal sei es 2010 soweit gewesen, sagt Meteorologe Friedrich. Es könnte also – rein zufällig – dieses Jahr wieder soweit sein? "Es ist jetzt zehn Jahre her. Das heißt aber nicht, dass es dieses Jahr kommen muss", betont Friedrich. Es kann also auch sein, dass wir nochmal zehn Jahre warten müssen und dann gibt’s zwei Jahre hintereinander weiße Weihnachten.

Wir selbst können das Wetter leider nicht beeinflussen, doch wenn die nächsten Tage noch eine Wetterlage mit kalter Luft aus Nordeuropa oder Nordrussland kommt, dann könnte es in Norddeutschland schön weiß werden, aber das ist ein sehr unwahrscheinliches Szenario, sagt Andreas Friedrich.

Gefühlte weiße Weihnachten gibt es oft

"Weiße Weihnachten mit einer geschlossenen Schneedecke an den Weihnachtstagen ist ein sehr seltenes Ereignis", erklärt Andreas Friedrich. Wissenschaftler haben untersucht, dass wir besondere Ereignisse länger erinnern als normale. Die weiße Weihnacht bleibe also einfach besser im Gedächtnis als die normale grüne ohne Schnee, erklärt Friedrich unser Gefühl, dass es früher häufiger an Weihnachten geschneit hat. Wer aber in den 60er Jahren aufgewachsen ist, bei dem könnte das Gefühl tatsächlich stimmen, wie eine Statistik zeigt.

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Die abgebildeten Jahre sind die Jahre, an denen überhaupt Schnee an einem der drei Weihnachtstage lag. "Gerade bei den Jahren mit wenig Schnee heißt das, dass er auch nur an einem Tag lag und an den andere nicht", so Friedrich. Die DWD-Experten sprechen allerdings nur von weißer Weihnacht, wenn an allen drei Festtagen morgens um 7 Uhr eine Schneedecke von mindestens einem Zentimeter liegt. Ob Neuschnee, Schneematsch oder Schmuddelschnee aus den Tagen zuvor, spielt dabei keine Rolle.

Was weiße Weihnachten wahrscheinlicher macht

In ganz Norddeutschland ist die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten ungefähr gleich verteilt. Deutschlandweit gibt es aber Unterschiede: "Je höher die Region liegt, desto höher die Schneewahrscheinlichkeit. Je weiter man von der Küste weg lebt, desto wahrscheinlicher ist es auch bei gleicher Höhenlage", erklärt Friedrich. Ein Deich in Bremen mache aber keinen Unterschied zur Küste Bremerhavens, sagt Wetterexperte Friedrich lachend – da brauche es schon mehrere Hundert Meter Höhenunterschied.

Das Fazit aus den Fakten des Meteorologe: Schnee an Weihnachten kann es also vielleicht geben, weiße Weihnachten eher nicht

Zwar nicht an Weihnachten: Aber das war ein Schneewinter in Bremen

Video vom 4. Januar 2019
Bürger beim schneeschippen im Extremwinter 1978/79
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Marike Deitschun Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 17. Dezember 2020, 23:30 Uhr