Schau in meine Welt: Assol – Mama sitzt im Rollstuhl

Video vom 30. April 2021
Assol und ihre Mama unterwegs.
Assol und ihre Mama leben in Hannover. Bild: Radio Bremen

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Assol ist neun Jahre alt und ihre Mutter sitzt im Rollstuhl, weil sie Muskelschwund hat. Eine Krankheit, bei der die Muskeln immer weniger funktionieren. Assol selbst ist gesund und sie kennt ihre Mutter nur im Rollstuhl. Trotzdem hat die Krankheit ihrer Mutter Einfluss auf ihr Leben.

Tag und Nacht sind Assistenten in der Wohnung, um die Mutter zu unterstützen. Beim Aufstehen aus dem Bett, beim Duschen, beim Kochen oder auch beim Frühstücken.

Aber auch wenn Assol anders lebt als ihre Freundinnen: Sie ist glücklich, spielt Akkordeon und hat jede Menge Spaß mit ihrer Mutter. Weil sie nicht zusammen toben können, denken sie sich neue Spiele aus. Sie spielen zum Beispiel "verrücktes Schminken" und manchmal darf Assol sogar den elektrischen Rollstuhl ihrer Mutter ausleihen und damit über den Spielplatz düsen, fast als säße sie am Steuer eines Autos.

Sie wünscht sich, dass ihre Mutter gesund wird, doch sie weiß auch, dass dieser Wunsch sich nicht erfüllen wird. Aber vielleicht bekommt sie endlich das Haustier, das sie schon lange unbedingt haben will. Am liebsten möchte sie einen Hund oder einen Hamster. Doch ihre Mutter ist von der Idee nicht begeistert. "Ein Hund muss oft raus und ein Hamster macht viel Dreck, das ist mit einem Rollstuhl nicht sehr einfach zu erledigen", sagt ihre Mama. Aber Assol gibt ihren Wunsch nicht auf und kämpft dafür.

In der Wohnung von Assol gibt es spannende Dinge zu entdecken. Zum Beispiel ein Kran am Bett ihrer Mutter oder eine Fernbedienung für die Haustür. Alles Hilfsmittel, die ihre Mutter braucht und für Assol völlig normal sind.

Wir begleiten Assol mit ihrer Freundin Nathalie auf einer Spurensuche in ihrer Heimatstadt Hannover. Mit ihrer eigenen Kamera in der Hand, will sie herausfinden, welche Restaurants rollstuhlgerecht sind. Wo kann sie mit ihrer Mutter essen gehen? Wo sind Stufen am Eingang, über die der Rollstuhl nicht hinweg kommt?

Assols Leben ist oft anders, zum Beispiel darf sie schon Geld aus dem Automaten abheben, weil ihre Mutter nicht drankommt. "Das ist für mich ganz normal", sagt sie dann. Oder sie isst Abendbrot mit ihrer Mutter zusammen im Bett, denn das ist praktischer für die beiden.

Der Film zeigt wie Assol mit der Behinderung ihrer Mutter lebt, dass manche Dinge ganz genauso sind wie bei anderen Kindern und manche Dinge anders. Sie nimmt uns mit auf die Theaterbühne und wir sind dabei, wenn ein sehnlicher Wunsch in Erfüllung geht.

Eine Bremedia Produktion im Auftrag von Radio Bremen für den KiKa.

Autor/in

  • Susan Tratz