Werders Warterei hat ein Ende

Der 26. Spieltag ist gefühlt bereits vorbei, doch für Werder Bremen wird es erst heute Abend ab 20:30 Uhr gegen den 1. FC Köln ernst. "Es ist nur ein guter Spieltag, wenn wir gewinnen", mahnt Trainer Florian Kohfeldt vor dem Anpfiff.

Werder-Trainer Kohfeldt beim Werdertraining

Sportchef Frank Baumann musste es eingestehen. Diese Spielansetzung am Montagabend bringt den gewohnten Bundesliga-Biorhythmus ganz aus dem Gleichgewicht. "Man kommt definitiv mit den Tagen ein bisschen durcheinander." Der Samstag fühlte sich eher wie ein Donnerstag oder Freitag an. Und dann schaut man auch noch zu, wie die Konkurrenz am Wochenende spielt und spielt und ist selbst immer noch nicht dran. Doch nun hat die Warterei ja bald ein Ende, heute um 20:30 Uhr wird die Partie gegen Köln endlich angepfiffen.

Und das Warten hatte auch sein Gutes, zumindest ist den Bremern bereits vor dem Abstiegsduell klar, dass die Konkurrenz aus dem Tabellenkeller allesamt verloren hat: Wolfsburg, Mainz und der Hamburger SV konnten keinen Boden gutmachen auf Werder als Tabellen-14. Doch Trainer Florian Kohfeldt bremste die Begeisterung nach dem Abschlusstraining am Sonntagnachmittag gleich wieder ein: "Es ist nur ein guter Spieltag, wenn wir gewinnen."

"Für Köln ein entscheidendes Spiel"

Kohfeldt und Kruse plaudern locker am Rande des Trainings.
Entspannte Atmosphäre vor dem wichtigen Spiel: Max Kruse (links) neben Kohfeldt. Bild: Andreas Gumz

Und das könnte klappen, denn Werder hat von seinen letzten sechs Bundesligaspielen nur eins verloren (3 Siege, 2 Remis) und wichtiger noch: Die Bremer sind, seit Kohfeldt im Amt ist, im Weser-Stadion noch ungeschlagen (5 Siege, 3 Remis).

Die Kölner könnten mit einem Punkt die Rote Laterne an den HSV abgeben, doch im Grunde brauchen die Geißböcke dringend den Sieg, um den Anschluss an die rettende Zone nicht zu verlieren. Dass die Kölner so sehr unter Erfolgsdruck stehen, wertet Kohfeldt als Vorteil für seine Mannschaft. "Für uns ist es 'nur' ein wichtiges Spiel, aber für Köln ist es ein entscheidendes." Doch der Trainer warnte nach den zuletzt guten Leistungen der Bremer vor zu viel Nonchalance.

Tabellarisch hat die Partie eine besondere Bedeutung, wir sind schließlich keine 30 Spiele mehr vom Saisonende weg.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Kohfeldt kann gegen Köln personell aus den Vollen schöpfen, nur auf den frisch operierten Jerome Gondorf (Blinddarm) muss er verzichten. Es ist davon auszugehen, dass Kapitän Zlatko Junuzovic von der Reservistenrolle wieder zu einer Hauptrolle im Werder-Spiel zurückwechselt. "Das ist sehr gut möglich", so Kohfeldt. Dass der Österreicher gegen Gladbach nicht zum Zuge kam, habe "rein taktische" Gründe" gehabt.

Wie könnte Köln wohl spielen?

Zlatko Junuzovic fokussiert beim Training einen heranfliegenden Ball.
Junuzovic vor Comeback: Gegen Gladbach drückte er die Bank, vorher spielte er gegen den HSV jedoch 84 Minuten. Bild: Andreas Gumz

Dieses Mal muss Kohfeldt bei seinen taktischen Überlegungen zweigleisig fahren, denn die Kölner waren zuletzt sowohl mit defensiver Ausrichtung als auch mal mit sehr aggressivem Offensivdrang aufgetreten. Die Lösung: Kohlfeldt hat seine Mannschaft auf beide Varianten eingestellt. Böse Überraschungen dürfte es für Werder heute Abend also nicht geben – aber dafür einen Gegner, der sich als Tabellenletzter noch längst nicht aufgegeben hat.

Von der Mentalität her ist Köln bei 100 Prozent. Die Mannschaft lebt total, gibt rein taktisch aber kein klares Bild ab. Mal stehen sie tief, mal laufen sie hoch an. Es ist nicht vorhersehbar, was auf uns zukommen wird. Aber wir können beides: Ein Geduldspiel bestehen oder auch ein offenes Spiel annehmen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 11. März 2018, 19:30 Uhr