Hilfe, die Drittligisten kommen...

Heute Abend müssen die Grün-Weißen gegen die Würzburger Kickers ran, aber die jüngste Pokalgeschichte zeigt: Drittligisten sind Werders neue Angstgegner.

Fin Bartels beschwert sich im Pokalspiel gegen Lotte, dass ihm die Rote Karte gezeigt wird.
Die Nerven verloren und uneinsichtig: Fin Bartels (Mitte) wollte die Rot-Entscheidung des Schiedsrichters gegen ihn zunächst nicht akzeptieren. Wegen dieser Tätlichkeit fehlt Bartels am Samstag gegen Würzburg. Bild: Andreas Gumz

Die gute Nachricht für Werder-Fans lautet: Ihr Verein hat schon sechsmal den DFB-Pokal gewonnen. Die schlechte ist jedoch: Seit 2011 sind die Bremer bereits viermal in der ersten Runde ausgeschieden. Und die noch schlechtere Nachricht: Fünfmal in den vergangenen sechs Jahren ist Werder an einem Drittligisten gescheitert.

Und gegen wen spielen die Grün-Weißen am Samstag um 20:45 Uhr? Richtig, gegen die Würzburger Kickers. Drittligist. Es muss nichts heißen, und auch Angstgegner lassen sich ja immer mal überwinden. Wir blicken trotzdem noch einmal zurück auf Werders Drittliga-Debakel:

2011/12 – 1:2 in der 1. Runde gegen Heidenheim

Der Auftritt war erschreckend, sogar Trainer Thomas Schaaf war hinterher entsetzt. Die Werder-Fans wollten Antworten nach der Blamage, blockierten sogar den Mannschaftsbus. Dabei hatte alles vielversprechend angefangen mit dem Treffer von Markus Rosenberg. Doch Heidenheim drehte auf, nachdem Marko Marin einen Elfmeter kläglich verschoss. Die blutleeren Bremer hatten den leidenschaftlich kämpfenden Württembergern nichts entgegenzusetzen.

2012/13 – 2:4 n. V. in der 1. Runde gegen Preußen Münster

Und gleich die nächste kalte Dusche für die Bremer – und das in brütender Hitze. Zweimal ging Werder durch Eljero Elia und Niclas Füllkrug in Führung, doch Münster spielte frech und cool, und die Schaaf-Elf nutzte dagegen ihre Chancen nicht und agierte einmal mehr in der Defensive viel zu sorglos. In der Verlängerung sah Sokratis noch Gelb-Rot, Münster traf doppelt und brach den Bremern bei 40 Grad endgültig das Genick.

Werder-Spieler enttäuscht mit hängenden Köpfen nach dem Pokalaus in Münster.
So sehen Verlierer aus: Die Werder-Spieler tief enttäuscht nach dem Aus gegen Drittligist Preußen Münster. Bild: Imago | Team2

2013/14 – 1:3 n. V. in der 1. Runde gegen Saarbrücken

Blamage, die Dritte. Dreimal ist zwar Bremer Recht, aber auch der neue Trainer Robin Dutt hatte sich den Pokalwettbewerb irgendwie anders vorgestellt. "Das ist der Worst Case. Wenn man das erste Pflichtspiel als neuer Trainer verliert, dann erschwert das die Arbeit." Slapstickeinlagen in der Abwehr, keine Gegenwehr in den Zweikämpfen und am Ende in der Verlängerung zweimal klassisch ausgekontert.

2014/15 – 1:3 im Achtelfinale gegen Bielefeld

Zumindest die vierte Erstrundenpleite blieb Werder erspart. Doch wieder stolperten die Bremer über einen Drittligisten, dabei waren sie in der Liga damals punktgleich mit den Bayern. Trainer Viktor Skripnik stellte Casteels statt den formschwachen Wolf ins Tor, allerdings ging nach vorne bei Werder wenig und der Schwung der Wochen zuvor war ausgebremst. Am Ende muss Skripnik konstatieren: "Wir hatten uns vorgenommen, ohne Ende zu kämpfen, aber das war nicht der Fall." Werder gelang zwar gegen die Arminia zumindest der Anschlusstreffer durch Clemens Fritz – doch der Kapitän verabschiedete sich kurz vor Schluss noch mit Gelb-Rot. Da war Werders blamables Aus bereits besiegelt.

2016/17 – 1:2 in der 1. Runde gegen die Sportfreunde Lotte

In der Saison zuvor schien der Pokal-Fluch mit dem Halbfinaleinzug scheinbar gebrochen, aber dann kehrte Werder vor einem Jahr mit einem erneuten Debakel zum gewohnten Verhaltensmuster zurück. Neuzugang Max Kruse lief erstmals für die Grün-Weißen auf, nur um anschließend vom Platz zu humpeln und wochenlang auszufallen. Zlatko Junuzovic holte sich bei seinem Treffer eine Platzwunde, und Fin Bartels verlor in der Schlussphase die Nerven und flog nach einer Tätlichkeit mit Rot vom Platz. Ein ganz schwacher Auftritt der Bremer und der Anfang vom Ende der Amtszeit von Viktor Skripnik.

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 11. August 2017, 18:06 Uhr