Fragen & Antworten

Werder und 2G im Weser-Stadion – wie läuft das am Freitag genau ab?

Werder-Fans heben die Schals im Weser-Stadion.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Am Freitag dürfen die Bremer erstmals wieder in einem vollen Stadion spielen. Wie kommen Sie an Karten? Und gilt noch die Maskenpflicht? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim am Freitag um 18:30 Uhr wird für Werder eine besondere Partie sein. Seit Beginn der Corona-Pandemie mussten die Bremer lange vor leeren und dann vor nur teilweise gefüllten Rängen spielen. Dies ändert sich jetzt wieder, die Bremer können 42.100 Tickets verkaufen und das Weser-Stadion somit komplett vollmachen. Grund hierfür ist die 2G-Regelung, die ab sofort bei Werder-Heimspielen gilt. Doch was ändert sich dadurch für die Besucherinnen und Besucher? Das haben Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald und die Sicherheitsbeauftragte Kirsten König am Montag in einer Medienrunde erläutert. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

Wie wird der 2G-Status bei den Stadionbesuchern kontrolliert?
Beim Einlass müssen die Zuschauer nachweisen, dass sie entweder vollständig geimpft oder genesen sind. Hierfür wird Werder weiterhin darauf setzen, den Besuchern eine jeweilige Einlasszeit zuzuteilen, damit die Situation an den Stadiontoren sich entzerrt. So sollen lange Wartezeiten aufgrund der Nachweiskontrolle vermieden werden. Zudem wird Werder die Anzahl der Einlässe erhöhen.

Geimpfte müssen am Einlass ihren digitialen Impfnachweis vorzeigen. Wer über keinen digitalen Impfnachweis verfügt, muss vor dem Weser-Stadion noch einmal einen 3G-Tester aufsuchen und sich dort gegen Vorzeigen des Impfausweises ein Einlassbändchen aushändigen lassen.
Gibt es Ausnahmen von der 2G-Regel?
Ja, die gibt es. Für schwangere Personen und Personen, die sich nicht impfen lassen können und dies mit einem ärztlichen Attest nachweisen, gilt weiterhin die 3G-Regel. Sie müssen vor dem Stadionbesuch also einen negativen Coronatest nachweisen, der beim Anpfiff nicht älter als 24 Stunden sein darf. Vor dem Spiel wird dafür mittags ab 12 Uhr auf dem Parkplatz am Stadion ein Testzentrum geöffnet.

Laut König lag der Anteil der Getesteten bei der 3G-Regel zuletzt bei rund 20 Prozent. Sie bittet darum, dass Personen, die mit einem ärztlichen Attest nachweisen können, dass sie sich nicht impfen lassen können, sich bereits im Vorfeld mit dem Klub in Verbindung setzen, um am Einlass am Freitag Zeit zu sparen. Selbiges gilt für Schwangere, die ihren Mutterpass als Nachweis mitbringen sollten.
Müssen Kinder und Jugendliche auch etwas nachweisen, um ins Stadion zu kommen?
Die Regelung ist hierbei abhängig vom Alter. Kinder unter sechs Jahren benötigen keinerlei Nachweis. Es muss lediglich belegt werden, dass sie in diese Altersspanne fallen. Zwischen sechs und 17 Jahren wird davon ausgegangen, dass die Kinder und Jugendlichen im Rahmen des Schulbesuchs regelmäßig getestet werden. Als Nachweise reichen hier laut König ein Schülerausweis oder eine Mensa-Karte. Sollte dieser Nachweis nicht erbracht werden können, kann vor dem Stadion noch ein Corona-Test durchgeführt werden.
Gilt im Stadion noch die Maskenpflicht?
Werder empfiehlt das Tragen einer Maske, aber eine Maskenpflicht herrscht aufgrund der 2G-Regel nicht mehr. Diese gilt lediglich noch für die Mitarbeiter von Werder und externen Dienstleistern, die den 2G-Status nicht nachweisen können. Sie müssen weiterhin eine FFP2-Maske tragen und einen negativen Testnachweis vorlegen.
Ab wann kann ich Tageskarten für das Spiel am Freitag kaufen?
Der Vorverkauf für Klubmitglieder läuft seit dem Montagnachmittag und endet am Dienstag um 13 Uhr. Danach gehen alle weiteren Karten in den freien Verkauf.
Wird das Weser-Stadion bereits am Freitag wieder ausverkauft sein?
Theoretisch dürften 42.100 Zuschauer zum Heimspiel kommen. Hess-Grunewald betonte jedoch, dass er am Freitag noch mit einer geringeren Zuschauerzahl rechne. Grund hierfür seien die kurze Vorlaufzeit und die für Fans eher unattraktive Anstoßzeit um 18:30 Uhr. Zugleich würden die Heidenheimer wohl auch nicht allzu viele Gästefans mitbringen. Daher kalkuliert Werder aktuell nur mit 30.000 Besuchern.
Was machen die Inhaber von Dauerkarten, die sich nicht impfen lassen wollen und somit nicht mehr ins Weser-Stadion kommen können?
In diesem Fall will Werder den betroffenen Personen den Preis der Dauerkarte anteilig erstatten, sofern sie ihre Dauerkarte vorerst zurückgeben. Zur neuen Saison sollen sie dann erneut die Chance erhalten, ihre Dauerkarte zu erwerben. Zugleich können die Dauerkarteninhaber ihr Ticket für das jeweilige Heimspiel auch an eine Person weitergeben, die die 2G-Kritieren erfüllt. Beispielsweise an Freunde oder Nachbarn. Ebenfalls kann die Karte in die Ticketbörse von Werder eingestellt werden.
Kommen jetzt auch die Ultras zurück ins Stadion?
Durch den Wechsel zur 2G-Regel kann Werder jetzt auch wieder Stehplätze anbieten. Tief im Herzen der Ostkurve ist eigentlich der Platz der Ultras. Diese wollen grundsätzlich allerdings nicht ihre Tickets personalisieren lassen, damit am Ende nicht nachvollzogen werden kann, wer im Stadion gewesen ist. Das Problem in diesem Fall: Für die Kontaktverfolgung ist diese Personalisierung aktuell unabdingbar. Ansonsten kann bei einem positiven Corona-Fall nicht nachvollzogen werden, wer sich eventuell auch angesteckt hat.

Laut Hess-Grunewald werden die aktiven Fangruppen sich allerdings nicht gegen die Personalisierung der Tickets wehren, sofern die Daten bei Werder bleiben. "Sie wollen auch ihren Teil dazu beitragen, die Pandemie zu überwinden", so Hess-Grunewald. Die Daten würden lediglich im Falle einer entsprechenden Anfrage an das Gesundheitsamt weitergegeben werden. Ob die Ultras am Freitag tatsächlich zurückkehren, vermag aber auch Werders Geschäftsführer nicht zu prognostizieren.
Werden die Karten jetzt günstiger?
Nach dem Abstieg in die 2. Liga hat Werder bei den Dauerkarten einfach an den Preisen der Bundesliga festgehalten. Durch die höhere Kapazität im Weser-Stadion nehmen die Bremer nun auch mehr Geld durch die Tickets ein. Die Preise wollen sie deswegen aber nicht senken. Die Karten werden also nicht günstiger, weil wieder mehr Fans ins Stadion kommen dürfen.

Werder setzt auf 2G-Konzept für Bremer Weser-Stadion

Video vom 22. September 2021
Nahansicht auf die Bremer Ostkurve im Weser-Stadion, in der Fans dicht gedrängt ihre Werder-Schals hochhalten.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 27. September 2021, 18:06 Uhr