Pavlenka hat sein Mojo wiedergefunden

Plötzlich verunsichert: Torhüter Jiri Pavlenka war eines der Gesichter der Werder-Krise. Doch gegen Wolfsburg glänzte der Tscheche wieder mit furiosen Paraden.

Jiri Pavlenka wird nach dem Spiel innig von Milot Rashica umarmt
Lass dich drücken: Milot Rashica wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte – denn sein Doppelpack gegen Wolfsburg hätte Werder kaum genützt ohne Pavlenkas Paraden. Bild: Imago | Joachim Sielski

Jiri Pavlenka ist kein Mann der großen Worte. Lieber lässt der 27 Jahre alte Tscheche seine Taten auf dem Platz für sich sprechen. Bisher klappte das auch wunderbar, denn Pavlenka hatte sich im Eiltempo zu Werders starkem Rückhalt zwischen den Pfosten gemausert. Der Keeper hielt schon mal selbst die kaum haltbaren Schüsse, rettete den Bremern so manchen Sieg.

In dieser Saison aber ist von Glanzparaden nichts zu sehen, dafür ist Pavlenkas Verunsicherung nicht mehr zu übersehen. Da gab es Bälle, die ihm wieder aus den Händen plumpsten oder durch die Beine rutschten. Gegen Freiburg patzte er, gegen Schalke strahlte er keine Sicherheit aus. Zittrige Aktionen statt selbstbewusstem Wegboxen – Pavlenka war zu einem der Gesichter der Werder-Krise geworden.

"Der alte Pavlas war nie weg"

Maximilian Eggestein und Jiri Pavlenka umarmen sich strahlend nach dem Sieg in Wolfsburg.
Gelöste Anspannung: Jiri Pavlenka (links) stand in den vergangenen Wochen oft in der Kritik. Bild: Imago | Christian Schroedter

Doch gegen Wolfsburg kam am Sonntagabend auf einmal der alte Jiri Pavlenka wieder zum Vorschein. Gleich mehrere herausragende Paraden gelangen dem tschechischen Nationaltorhüter, zum Beispiel gegen Joao Victor, Josuha Guilavogui, William und ganz am Ende der Nachspielzeit gegen Wout Weghorst mit vollem Körpereinsatz – Pavlenka war zurück, als Werders Punkteretter. "Der alte Pavlas war nie weg", betonte Trainer Florian Kohfeldt nach dem 3:2-Sieg: "Aber gerade ihm tut dieses Spiel heute sehr gut."

Und wie gut es tat. Pavlenka wurde geherzt und abgeklatscht von seinen Mitspielern und man sah den 1,96 Meter großen Hünen fast schon ausgelassen lachen. Und dann ließ der Tscheche seinen Taten sogar Worte folgen. Nur ganz selten spricht Pavlenka mal mit den Bremer Medien – nun tat er es sogar erstmals auf Deutsch.

In dieser Saison ist jedes Spiel bei uns Dramatik. Wir hatten bislang zu viel Pech. Und deshalb glaube ich: Das Spiel heute war genau das, was wir gebraucht haben.

Werder-Keeper Jiri Pavlenka

Pavlenka hatte so ein Spiel gebraucht, das merkten auch seine Mitspieler. "Das tut Jiri unheimlich gut, auch für den Kopf", war sich Philipp Bargfrede sicher: "Er ist der Rückhalt, den wir benötigen. Ich hoffe, dass er diese Leistung jetzt bestätigen kann." Am Sonntagabend kommt Tabellenschlusslicht Paderborn ins Weser-Stadion. Es ist der Moment, der zeigen wird, ob Pavlenka sein Mojo wirklich wiedergefunden hat.

Jiri Pavlenka im Hechtsprung beim Versuch, einen Torschuss abzufangen.
Einmal langmachen, bitte: Keeper Jiri Pavlenka zeigte gegen Wolfsburg eine überzeugenden Leistung und war bei den beiden Gegentoren machtlos. Bild: Imago | Nordphoto

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: NDR, Die Bundesliga am Sonntag, 1. Dezember 2019, 21:45 Uhr