"Zu schlampig": Werder hadert mit den Standards und seiner Offensive

Gegen wuchtige Wolfsburger zeigten die Bremer mutiges Pressing. Auch wenn ihnen im letzten Drittel die Entschlossenheit fehlte, war Florian Kohfeldt zufrieden.

Wolfsburg-Stürmer Wout Weghorst kommt im Zweikampf mit Milos Veljkovic zum Abschluss. Jiri Pavlenka klärt.
Wolfsburg-Torjäger Wout Weghorst (links) stellte die Werder-Defensive um Milot Veljkovic (Mitte) und Jiri Pavlenka immer wieder vor große Probleme. Bild: Nordphoto/Gumzmedia

Dass Wolfsburg zu den standardstärksten Mannschaften der Bundesliga gehört, ist auch an der Weser bekannt. Aus gutem Grund warnte daher Werder-Coach Florian Kohfeldt seine Spieler, bei Ecken und Freistößen auf die wuchtigen "Wölfe" aufzupassen. Doch der Appell war vergebens: Gleich der erste Ball, der am Samstag nach einer Standardsituation in den Werder-Strafraum flog, führte zum 0:1-Rückstand – wenn auch unglücklich weitergeleitet von Torjäger Josh Sargent. Verständlicherweise war der Ärger groß im Lager der Bremer. "Das darf uns eigentlich nicht passieren", sagte Mittelfeldmann Kevin Möhwald nach Abpfiff im Gespräch mit der ARD.

Wolfsburg ist eine körperlich starke Mannschaft, aber das wussten wir. Dass bei uns ein Standard reingeht, ist in den letzten beiden Spielen öfter passiert. Darüber werden wir noch einmal sprechen müssen und dann daran arbeiten.

Werder-Spieler Kevin Möhwald im Gespräch mit der ARD

Auch Kohfeldt ärgerte sich über das unglückliche Gegentor, das bereits nach acht Minuten den Grundstein für die Niederlage legte. Gerade weil seine Schützlinge die weiteren ruhenden Bälle entschärfen konnten. "Wir verteidigen die Wolfsburger Standards, die wirklich sehr, sehr gut sind, eigentlich überragend weg", so der Werder-Trainer. Trotz der 1:2-Niederlage, die am Ende heraussprang, war der 38-Jährige zufrieden mit der Darbietung seiner Mannschaft: "Für die Möglichkeiten, die wir haben, haben wir eine ein bisschen mehr als gute Leistung gebracht."

Werder setzt auf hohes Pressing

Werder-Trainer Florian Kohfeldt schmollt an der Seitenlinie.
Zeigte sich vom hohen Pressing seiner Schützlinge äußerst angetan: Werder-Coach Florian Kohfeldt. Bild: Nordphoto/Gumzmedia

Imponiert habe ihm in erster Linie, mit welchem Engagement sein Team gegen den Champions-League-Aspiranten ins Pressing gegangen sei. Und vor allem: wie früh. "Wir haben versucht, gegen eine der Top-Drei-Mannschaften der Liga über 90 Minuten sehr hoch zu pressen", betonte Kohfeldt. Leider habe der Einsatz seiner Spieler nur wenige eigene Torchancen zur Folge gehabt. Nach dem Seitenwechsel aber hätten die Bremer nach Ansicht ihres Trainers ihre Möglichkeiten bekommen.

Wirkliche Torgefahr brachten die Grün-Weißen vor dem Tor der Wolfsburger aber kaum zustande, wie auch Offensivmann Romano Schmid gestand. "Wir sind einfach nicht in die Räume gekommen und haben uns schwer getan, Torchancen zu erspielen", sagte der Österreicher. Ähnlich sah es sein Teamkollege Möhwald: "In der zweiten Halbzeit haben wir im letzten Drittel zu viele schlampige Entscheidungen getroffen, sonst hätten wir uns noch ein paar Chancen herausspielen können."

"Unterm Strich sind wir enttäuscht", fasste Möhwald die Gemütslage der Bremer nach der Partie zusammen. Auch Schmid ärgerte sich: "Mit ein bisschen Glück hätten auch ein Unentschieden mitnehmen können." Der Trainer des Duos ging in seinem Fazit sogar noch einen Schritt weiter.

Gerade zum Ende hin wäre ein 2:2 durchaus möglich, und meiner Meinung nach auch verdient gewesen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt im Gespräch mit der ARD

Werder-Coach Kohfeldt: "Hätten am Ende den Ausgleich machen können"

Video vom 20. März 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt spricht bei einer Pressekonferenz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 21. März 2021, 19:30 Uhr