Saison ohne Abstiegskampf? Dieses Urteil kommt für Bittencourt zu früh

Vor dem Spiel in Wolfsburg am Freitag steht Werder gut da. Ob die Bremer dieses Mal nichts mit dem Abstieg zu haben werden, mag Leonardo Bittencourt aber noch nicht final beurteilen.

Leonardo Bittencourt schaut in die Kamera und macht mit den Fingern das Victory-Zeichen.
Leonardo Bittencourt hat gegen den VfL Wolfsburg bereits drei Tore in seiner Karriere erzielt. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Wenn Werder am Freitagabend (20:30 Uhr) beim VfL Wolfsburg spielt, scheint das Ergebnis bereits vor dem Anpfiff festzustehen. Wie die Bremer trennten die Wolfsburger sich in dieser Saison in den bisher acht Spielen gleich fünfmal mit einem Unentschieden von ihren Gegnern. Bei Werder kamen diese fünf Unentschieden in den vergangenen fünf Spielen zustande. Nach jeder Partie stand zuletzt ein 1:1 auf der Anzeigetafel. Sollte es auch am Freitag so kommen, wäre dies ein Novum. Sechsmal in Folge 1:1 spielte in der Bundesliga bisher noch nie ein Team.

Ob dieses Ergebnis anschließend im Bremer Mannschaftsbus bejubelt oder beklagt werden würde, liegt laut Leonardo Bittencourt vor allem am vorherigen Spielverlauf, wie er am Mittwoch in einer Medienrunde erklärte. Sollten die Bremer die besseren Chancen besitzen, wäre ein Punkt zu wenig. Falls dieser Punktgewinn am Ende aber eher glücklich ausfallen sollte, könnte man sich darüber auch freuen. Am hilfreichsten wäre natürlich ein Sieg in Wolfsburg, um sich in der Tabelle im Mittelfeld festzusetzen. Ein leichtes Unterfangen wird dies allerdings nicht, denn neben Bayer Leverkusen sind die Wolfsburger das einzige Team, das in dieser Saison noch ungeschlagen ist. Wie Bittencourt erklärte, werde in der Mannschaft über die kuriose Unentschieden-Serie aktuell schon gescherzt, doch zufrieden sei damit letztlich auch niemand. Zufrieden können die Bremer dafür aber mit ihrem bisherigen Abschneiden in der Bundesliga sein. Elf Punkte holten sie aus den ersten acht Spielen. Der Abstand zu Relegationsrang 16 beträgt bereits sieben Punkte. Für Bittencourt ist es aber noch zu früh, um zu sagen, dass Werder dieses Mal nichts mit dem Abstiegskampf zu tun habe.

Ich bin schon ein paar Jahre dabei und ich weiß, dass die Tabelle nach acht Spieltagen nicht wirklich aussagekräftig ist. Mainz hat jetzt gegen Freiburg gewonnen und vier Punkte. Wer weiß: Vielleicht gewinnen die die nächsten zwei, drei Spiele auch und dann haben die auch schon wieder zweistellig gepunktet.

Leonardo Bittencourt während einer Medienrunde am Mittwoch

Bittencourt trifft gerne gegen Wolfsburg

Für den Bremer Mittelfeldspieler steht fest, dass ein erstes Resümee erst nach dem 17. Spieltag gezogen werden könne. Und damit sein Team weiterhin das Punktekonto nach oben schraubt, dürfe dieses "keinen Schritt weniger machen, kein bisschen nachlassen". Noch sei man schließlich nicht da, wo man hin wolle. Wichtig sei, weiterhin gemeinsam so eifrig zu verteidigen. Klappt dies in Wolfsburg so gut, dass Keeper Jiri Pavlenka seine weiße Weste behält, könnte Bittencourt vorne zum Matchwinner avancieren. Gleich drei Tore hat er in seiner Karriere bereits gegen die Wolfsburger erzielt – alle auswärts. Sollte er die Bremer am Freitagabend zum Sieg schießen, wäre der anschließende Jubel im Mannschaftsbus wohl gewiss.

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 26. November 2020, 23:30 Uhr