Werder gehen langsam die Verteidiger aus

Milos Veljkovic ist gesperrt für das nächste Spiel in Leverkusen, Sebastian Langkamp weiterhin verletzt. Werder-Coach Kohfeldt setzt darum auf den jungen Marco Friedl.

Veljkovic applaudiert nach dem Spiel den Fans.
Hat sich gegen Schalke mit der fünften Gelben Karte ein Spiel Pause eingehandelt: Werders Innenverteidiger Milos Veljkovic. Bild: Imago | Noah Wedel

Es ist die 21. Minute im Bremer Weser-Stadion, als Milos Veljkovic missbilligend seinen Mund verzieht und verständnislos den Kopf schüttelt. Kurz zuvor kam er einen Schritt zu spät bei einem Zweikampf mit Schalkes Breel Embolo, ihm blieb nur das Foul. Und Schiedsrichter Martin Petersen nur, ihm die Gelbe Karte zu zeigen. Mit ärgerlichen Folgen: Es war seine fünfte.

Werders Innenverteidiger muss im kommenden Spiel gegen Leverkusen am Sonntagmittag (13:30 Uhr) also pausieren. "Für Milos ist das schon bitter. Jetzt hat er heute ein gutes Spiel gemacht und ist nun gesperrt", meinte Kohfeldt. Aber auch für Werders Trainer selbst ist die Sperre bitter. Denn ihm gehen langsam die Innenverteidiger aus.

"Ich weiß, was Marco kann"

Veljkovic und Friedl scherzen bei der Ankunft im Stadion.
Für Milos Veljkovic (links) wird Marco Friedl in die Innenverteidigung gegen Bayer Leverkusen rücken. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Nach dem Ausfall von Langkamp (Schulterverletzung gegen Wolfsburg) rückte Veljkovic nach. Durch seine Sperre ist neben Niklas Moisander nun nur noch ein etatmäßiger Innenverteidiger übrig, auf den Kohfeldt gegen Bayer Leverkusen setzen kann: Marco Friedl.

Sorgen macht sich Werders Trainer ob der Personalie nicht: "Ich plane mit Marco und bin insofern ruhig, weil ich weiß, was er kann". Kohfeldt freut sich sogar über die Chance für den jungen Defensivspieler, der "mal Spielpraxis bekommt".

Die offene Rechnung mit Leverkusen

Aber ausgerechnet gegen Leverkusen? Das Hinspiel (2:6) würde Friedl wohl am liebsten vergessen. In einer schlechten Werder-Mannschaft war Friedl der Schlechteste. Völlig überfordert verschuldete er mehrere Großchancen und über seine Seite bereitete Bayer auch die Tore zwei und drei vor. Kohfeldt erlöste den jungen Verteidiger in der Pause.

Viel mehr Spielpraxis bekam Friedl danach nicht. Gegen Düsseldorf Anfang Dezember musste er zwar wieder ran und spielte 90 passable Minuten. Danach saß er aber wieder nur auf der Bank – bis jetzt.

Auf dem Weg zum Topspieler?

Alternativen zu Friedl hat Kohfeldt kaum. Philipp Bargfrede könnte er zurückziehen und in der Verteidigung spielen lassen. Das gab es schon ein Mal im Jahr 2017 gegen den BVB. Auch Nuri Sahin rückte gegen den BVB im Pokal schon in die Innenverteidigung. Überzeugen konnten die Varianten nicht.

Trotz des schlimen Auftritts gegen Leverkusen hält Kohfeldt weiterhin große Stücke auf Friedl. Er ist "ein sehr guter Innenverteidiger, der auf dem Weg sein könnte, ein Topspieler zu werden. Da gehört noch eine Menge dazu, aber von den reinen Fähigkeiten wie Schnelligkeit, Passspiel, Kopfballstärke hat er das." Sportchef Frank Baumann teilt offenbar diese Ansicht und will den momentan vom FC Bayern München ausgeliehenen Friedl auch in der kommenden Saison in Bremen halten und verhandelt derzeit. Ob es auf ein Leihgeschäft oder einen Kauf hinauslaufe, sei noch unklar.

Überzeugt Friedl am kommenden Sonntag, würde er sich damit wohl selbst das schönste Geburtstagsgeschenk machen. Allerdings nachträglich, denn Friedl wird bereits am Samstag 21 Jahre alt.

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 9. März 2019, 18:45 Uhr