Kohfeldt sieht Gelb – aus Sorge um Bittencourt

Schrecksekunde für Werder: Leonardo Bittencourt prallte nach einem Foul mit Wucht in die Bande – die Bremer regten sich allesamt auf, aber Kohfeldt wurde dafür bestraft.

Trainer Florian Kohfeldt wird von Schiedsrichter Tobias Welz die Gelbe Karte gezeigt.
Fassungslos: Werder-Trainer Florian Kohfeldt (3. von rechts) wird von Schiedsrichter Tobias Welz (2. von rechts) die Gelbe Karte gezeigt. Bild: Imago | Nordphoto

Für einen Moment stockte den Zuschauern im Stadion An der alten Försterei der Atem, besonders den Werder-Fans. Unions Neven Subotic hatte in der 89. Spielminute seinen Zweikampf an der Seitenlinie gegen Leonardo Bittencourt ziemlich rustikal interpretiert und Werders 1,70 Meter großen Neuzugang mit Wucht abgedrängt – Bittencourt stürzte neben der Ersatzbank auf die Steinpflaster und prallte heftig gegen die Werbebande. Das sah übel aus, der 25-Jährige wirkte zunächst benommen.

Leonardo Bittencourt wird von Neven Subotic in die Außenbande gestoßen.
Mit Wucht und Schwung auf das Steinplaster und gegen die Bande: Leonardo Bittencourt. Bild: Imago | Nordphoto

Sofort sprangen die Werder-Betreuer und das gesamteTrainerteam auf, auch Claudio Pizarro und Davy Klaassen stürzten aufgebracht auf Subotic zu – die Emotionen der Grün-Weißen kochten über. Während man sich um Bittencourt kümmerte, bahnte sich Schiedsrichter Tobias Welz seinen Weg zum Florian Kohfeldt. Und er zeigte dem Werder-Coach die Gelbe Karte. Kohfeldt konnte es nicht fassen.

Da wird ein Spieler von mir drei Meter vor meiner Nase in die Bande gerammt, mit dem Kopf dagegen. Ich gehe zu meinem Spieler. Klar, die ganze Bank springt auf, aber das ist das Problem an der Regel – und ich kriege dann Gelb. Mit den Worten: 'Ich gebe dem Spieler jetzt Gelb-Rot und deshalb gebe ich Ihnen Gelb.' Da muss ich mich leider kaputtlachen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei Sky

Subotic wurde mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen, Kohfeldt konnte seine eigene Gelbe Karte aber nur schlecht akzeptieren. Schon, seit die neue Regel zum Saisonstart eingeführt wurde, hatte sich der Werder-Trainer wiederholt kritisch über sie geäußert.

Leonardo Bittencourt noch etwas benommen mit Hilfe eines Sanitäters wieder auf den Beinen.
Noch etwas wackelig: Leonardo Bittencourt nach dem Aufprall an der Bande. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Schließlich könne der Trainer quasi stellvertretend mit Gelb bestraft werden, wenn für den Schiedsrichter nicht klar erkenntlich ist, wer auf der Mannschaftsbank verwarnt werden müsste. So war es aus Sicht von Kohfeldt nun passiert.

Die gute Nachricht blieb jedoch, dass Bittencourt zwar zunächst etwas wackelig, aber dennoch wieder auf seinen Beinen stand. Ausgewechselt werden musste er trotzdem. Doch er kannte nach dem Spiel offenbar keinen Schmerz, denn er kommentierte: "Ich bin extrem stolz, dass wir die Punkte heute mitnehmen."

Leonardo Bittencourt liegt auf dem Pflastersteinen neben dem Spielfeld und hält sich die Hände an Kopf und vors Gesicht.
Das tat richtig weh: Leonardo Bittencourt nach dem Foul von Neven Subotic am Boden. Bild: Imago | Nordphoto

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 14. September 2019, 18:45 Uhr