Werder zeigt klare Kante nach Militär-Salut

Der Streit um den Salut-Gruß hält Fußball-Deutschland weiter in Atem. Am Wochenende drohen Fälle von Nachahmung. Werder Bremen hat dazu eine deutliche Meinung.

Spieler der türkischen Nationalmannschaft zeigen nach einem Tor den militärischen Salut.
Sorgten für Aufregung: Spieler der türkischen Nationalmannschaft zeigten in den Partien gegen Albanien und Frankreich den Militär-Salut. Bild: Imago | Le Pictorium

Die Aufregung über den Salut-Jubel türkischer Nationalspieler wird im deutschen Fußball zum Fall für die Sportgerichte. Zwar scheint am kommenden Wochenende in der Bundesliga ein politisches Bekenntnis zum international kritisierten Militäreinsatz der Türkei in Nordsyrien wenig wahrscheinlich – in den unteren Spielklassen hat der von der UEFA untersuchte Vorfall in der EM-Qualifikation aber bereits erste Nachahmer gefunden.

"Wir sind alle gegen Krieg", sagte der türkischstämmige deutsche Nationalspieler Suat Serdar vom FC Schalke 04 am Mittwoch in Gelsenkirchen und schloss auch Ozan Kabak ein, der gegen Albanien und in Frankreich im türkischen Kader gestanden und sich dem Salut-Gruß an die kämpfenden Soldaten angeschlossen hatte. Wie Ligarivale Fortuna Düsseldorf, der Kaan Ayhan und Kenan Karaman abgestellt hatte, erklärte Schalke, "intern mit Kabak sprechen" zu wollen.

Baumann und Kohfeldt "gegen kriegerische Handlungen"

Auch die weiteren Bundesliga-Klubs mit türkischen Profis oder Spielern mit Wurzeln in der Türkei in den Reihen äußerten sich bisher nur zurückhaltend. Werder Bremen jedoch, bei dem mit Nuri Sahin und Ömer Toprak zwei ehemalige türkische Nationalspieler unter Vertrag stehen, bezog am Donnerstag deutlich Stellung.

Wir als Werder Bremen haben eine sehr klare Haltung. Das heißt, dass wir kriegerische Auseinandersetzungen verurteilen und dabei kann ich unsere Spieler einschließen. Unsere Spieler können ihre Meinung sagen, konzentrieren sich aber vor allem auf den Sport.

Werders Sportchef Frank Baumann

Trainer Florian Kohfeldt äußerte sich ähnlich, er habe sich "zu diesem Thema ein Meinungsbild aus der Mannschaft geholt" und das nicht nur von Sahin und Toprak: "Ich kann Frank nur wiederholen: Wir lehnen kriegerische Handlungen ab und ich kann auch solche Jubelszenen bei uns ausschließen."

Amateurfußball-Verbände wollen hart durchgreifen

Die Verbände im deutschen Amateurfußball warnen indes vor Nachahmern am Wochenende und wollen hart durchgreifen. "Beleidigungen und Provokationen haben auf und neben dem Spielfeld keinen Platz und werden nicht toleriert", sagte Günter Distelrath, Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV).

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) wies in einer Mitteilung "ausdrücklich" darauf hin, dass "jeder einzelne Fall zur Anzeige vor dem Sportgericht gebracht wird". Gemäß Paragraf 47a der Rechts- und Verfahrensordnung müssten die Salut-Jubler "mit empfindlichen Strafen rechnen". Schon am vergangenen Wochenende hatte es in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vereinzelte Fälle von salutierenden Spielern gegeben.

Kohfeldt: "Stellen uns klar gegen jede Form kriegerischer Handlungen"

Florian Kohfeldt schaut ernst während einer Pressekonferenz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 17. Oktober 2019, 18:06 Uhr