Stardesigner Michalsky lästert über das neue Werder-Trikot

Neue Saison, neue Trikots – und nicht immer treffen die bunten Fußball-Jerseys jedermanns Geschmack. Schon gar nicht den der Modeschöpfer, wie Michael Michalsky.

Designer Michael Michalsky am Ende seiner Modenschau mit Models auf dem Laufsteg.
Die Modezeitschrift "Vogue" bezeichnete Michael Michalsky (Mitte) einst als "neuen deutschen Mode-Papst". Bild: Imago

Laut Modemacher Michael Michalsky brauchen einige der Fußball-Bundesligisten dringend Nachhilfe in Sachen Trikotdesign – auch Werder Bremen gehört für ihn dazu.

Denn der 52 Jahre alte Stardesigner, den viele als Juror in Heidi Klums Casting-Show "Germany's next Topmodel" kennen, setzt die Grün-Weißen bei seiner persönlichen Rangliste nur auf Platz zwölf.

Werder-Grün oder auch Smaragdgrün ist eine wirklich schwer zu tragende Farbe. Es gibt nur wenige Menschen, denen das steht. Umso besser, dass das Design schlicht ist und als Kontrast nur den kleinen weißen Kragen hat. Der Sponsor ist bestimmt sehr glücklich, suggeriert doch sattes Grün einen Teil seines Namens.

Stardesigner Michael Michalsky beim Nachrichtenportal "T-Online.de"

Köln ist dagegen "Trikotmeister"

Weit vorne liegt das neue Werder-Trikot auch in der Bewertung der Düsseldorfer Mediadesign Hochschule nicht, die in einem jährlich Wettbewerb den "Trikotmeister" auswählt. Während der 1. FC Köln mit seinem schlichten Design den Titel holte, belegte Werder auch hier nur Platz zwölf. Allerdings wurde die Bewertung weitaus freundlicher formuliert.

Sehr schlicht das neue Heimtrikot im traditionellen Werder-Grün. Eine feine Nadelstreifenoptik schmückt das Vorderteil. Hingucker ist der weiße Rundhalskragen, der beim Umklappen mit peppig-grünen Streifen auf der Unterseite sehr überrascht. Das Material ist leicht und angenehm zu tragen und sorgt für optimale Temperatur- und Feuchtigkeitsregulierung.

Jury-Begründung der Mediadesign Hochschule zum Werder-Trikot

Auch Leverkusen und Wolfsburg bekommen ihr Fett weg

Kerem Demirbay gestikuliert beim Testspiel gegen Wuppertal.
Kerem Demirbay trägt es trotzdem: Die Punkte auf den Schultern des Bayer-Trikots sehen für Michalsky aus wie Knöpfe. Bild: Imago | Sven Simon

Doch wenn man wie Michalsky einst vom Modemagazin "Vogue" als "neuer deutscher Mode-Papst" hofiert wurde, dann sagt man eben unverblümt einfach das, was man denkt. Und Werder hatte zumindest mehr Glück als Bayer Leverkusen. Der Klub habe laut Michalsky das hässlichste Trikot. Denn es sehe aus, "als sei es von einer an den Schultern geknöpften Folklorebluse inspiriert".

Auch die Gladbacher "Fohlen" bekamen ihr Fett weg als Vorletzter: "Irgendwie scheint es so, als sei es aus Versehen mit grüner und schwarzer Wäsche gewaschen worden und hat sich dabei unglücklich verfärbt." Und beim Trikot des VfL Wolfsburg fragte sich Michalsky schockiert: "Ist das ein neues Fußball-Trikot oder ein übrig gebliebenes Fan-Shirt von einem Rave aus den späten 90ern?" Wirklich en vogue war für den kritischen Modemacher nur das Trikot von Eintracht Frankfurt: "Es hebt sich durch das Streifendesign von allen anderen Trikots ab und bleibt dem Zuschauer im Gedächtnis. Das wird auch in zehn Jahren noch so sein." So oder so, den Bundesligisten dürften die Titel, die am Ende der Saison auf dem Rasen vergeben werden, ohnehin viel lieber sein.

Moisander und Möhwald präsentieren vor einer Werbewand gut gelaunt das neue Werder-Trikot.
Gute Laune in Grün-Weiß: Kevin Möhwald (links) und Niklas Moisander bei der Präsentation des neuen Werder-Trikots. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 14. August 2019, 23:30 Uhr