Werders Neuzugang Mai: "Bin grimmig, ehrgeizig und laut"

Video vom 2. Juli 2021
Neuzugang Lars Lukas Mai mit verschränkten Armen und grimmiger Miene vor dem Zillertal-Bergpanorama.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Bei den Bayern hat Lars Lukas Mai mit Hummels, Boateng und Lewandowski trainiert. Von ihnen hat der Verteidiger Härte gelernt. Die will er nun bei Werder demonstrieren.

Die obligatorische Aufforderung der Fotografen, doch bitte zu lächeln, konnten sie sich bei Lars Lukas Mai am Freitag direkt sparen. Werders Neuer lächelt nicht, aus Prinzip nicht. Zumindest dann nicht, wenn er beruflich im Fußball-Geschäft unterwegs ist. Da hat sich der 21-Jährige ein Image des beinharten Verteidigers zugelegt. Grimmig, statt lustig.

Ich bin auf dem Feld ein sehr ehrgeiziger Typ – und der Gegner soll Angst vor mir haben. Deswegen schaue ich grimmig. Ich bin ein sehr verbissener Typ. Ich will jedes Spiel gewinnen, egal, wo. Ob es ein Brettspiel ist, ein Trainingsspiel oder Punktspiel am Wochenende.

Werder-Neuzugang Lars Lukas Mai am Freitag

Am Donnerstag war Mai ins Trainingslager im österreichischen Zillertal mitgereist, als dritter Neuzugang der Bremer für die Zweitliga-Saison. Erfahrung in dieser Liga hat der grimmige Verteidiger schon sammeln können, zuletzt unter Trainer Markus Anfang bei Darmstadt 98.

"Durch meinen Ehrgeiz bin ich so weit gekommen"

Dort spielte Mai so gut, dass Stefan Kuntz ihn für die U21-Nationalmannschaft nominierte - mit der er nun den EM-Titel gewann. Ganz nach Mais Geschmack. "Durch meinen Ehrgeiz bin ich so weit gekommen", sagt er ganz deutlich. Bisher habe ihm seine offensive Art auch eher Vorteile statt Nachteile gebracht, fügt Mai hinzu.

Ich bin ein lauter Spieler und gebe meinen Mitspielern gerne Kommandos. Ich habe ein gutes Aufbau- und Kopfballspiel und ein gutes Zweikampfverhalten.

Werder-Neuzugang Lars Lukas Mai über seine Stärken

Und so redet wohl einer, der fußballerisch beim FC Bayern sozialisiert wurde. Mittendrin zwischen Stars und Alphatieren kam Mai als Jugendlicher aus Dresden und sammelte jede Menge Erfahrung. Ob Robert Lewandowski, Mats Hummels oder Jerome Boateng – von "jedem habe ich mir etwas abgeschaut".

Wichtiger Tipp von Joshua Kimmich

Ein wichtiger Tipp kam für ihn aber von Joshua Kimmich, gerade mal vier Jahre älter als Mai und auch einer, dessen Talent früh aufgefallen war. "Ich habe viel mit ihm geredet. Jo ist auch so früh zu den Bayern gekommen. Er hat mir gesagt, ich soll ruhig frech sein. Mit einer Portion Respekt natürlich, aber auf dem Platz alles raushauen. Dann sieht man ja, was der Trainer von einem hält."

Dass Trainer Anfang viel von ihm hält, scheint klar, sonst wäre der Wechsel zu Werder wohl nicht zustande gekommen. Doch die Konkurrenz bei den Verteidigern ist momentan noch groß. Ein Stammplatz für Mai keine Selbstverständlichkeit. Obwohl Sportchef Frank Baumann bereits sagte: "Es kann durchaus sein, dass uns im Laufe der Transferperiode der ein oder andere Abwehrspieler noch verlässt."

"Habe auch noch eine andere Seite"

Grimmig kann er, Werders Neuer. Und als Reservist ist er nicht zu den Bremern gekommen, sondern mit Ellenbogen: "Ich werde Gas geben, ich will spielen."

Doch kann dieser Furchteinflößer auch anders? Er kann, sagt er zumindest selbst. "Ich habe auch noch eine andere Seite, sie zeige ich bei meiner Familie. Abschalten, nicht über Fußball reden und auf andere Gedanken kommen."

Baumann verrät: Darum war Trainer Anfang beim Mai-Transfer so wichtig

Video vom 2. Juli 2021
Frank Baumann vor dem Spielerhotel im Zillertal beim Interview.
Bild: Radio Bremen
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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. Juli 2021, 18:06 Uhr