Ein unmoralisches Angebot? KSC sauer auf Werders Baumann

Audio vom 17. August 2021
Werder-Sportchef Frank Baumann schaut im leeren Stadion etwas unsicher zur Seite.
Bild: Nordphoto / Kokenge / Gumzmedia
Bild: Nordphoto / Kokenge / Gumzmedia

Sportchef Frank Baumann muss dringend einen neuen Stürmer nach Bremen lotsen. Doch seine Anfrage für Philipp Hofmann beim Karlsruher SC stieß auf wenig Gegenliebe.

Buhlen gehört zum Geschäft. Und während im Fußball das sogenannte Transferfenster geöffnet ist, da bekommen gute Spieler in dieser Phase eben von allen Seiten verlockende Offerten. Lukrative Angebote, die sie nur schwer ablehnen können. Die sie zum Wechsel animieren sollen, obwohl sie eigentlich bleiben wollten.

Das ist alles legitim, so ist das Geschäft. Und es gehört auch zu diesem Transferspiel, dass so manchem Klub natürlich nicht gefällt, wenn ihnen ein Spieler auf diese Weise abgeluchst werden soll. So regt sich nun also Oliver Kreuzer, der Sportchef von Zweiligist Karlsruher SC, auf, dass es sein Bremer Kollege Frank Baumann gewagt hatte, ihm ein Angebot für Torjäger Philipp Hofmann zu unterbreiten.

Wir haben den 16. August. Der Zeitpunkt ist für uns komplett unmoralisch, das geht gar nicht.

KSC-Sportchef Oliver Kreuzer in den "Badischen Nachrichten"

Kreuzer will Hofmann auf keinen Fall abgeben

Unmoralisch ist Baumanns Angebot sicherlich nicht, das Transferfenster ist noch für zwei Wochen geöffnet. Dass sich Kreuzer ärgert, ist nachvollziehbar, schließlich hat der 28 Jahre alte Hofmann in der vergangenen Saison 13 Mal für den KSC getroffen und liegt jetzt bereits nach vier Pflichtspielen bei vier Toren.

Und daher betonte Kreuzer in der "Bild"-Zeitung: "Es gab eine Anfrage von Frank Baumann. Aber Philipp wird definitiv bleiben. Ich kann nicht die Probleme anderer Vereine lösen und habe am Ende selbst eine Großbaustelle."

Baumann weist Kreuzers Kritik zurück

Baumann ist es in diesen Tagen gewohnt, angegriffen zu werden. Die Werder-Fans haben den 46-Jährigen längst als Hauptschuldigen für die Bremer Misere ausgemacht. Dass es mit den dringend benötigten Neuverpflichtungen bisher nicht so recht klappt, macht seine Lage kaum besser. Doch Baumann versucht zumindest, nach halbwegs bezahlbaren Stürmern anzufragen, auch bei Konkurrent KSC. Das ist sein Job, mit Moral hat das nichts zu tun.

Wir waren da im Austausch, haben unser Interesse bekundet. Oliver hat gesagt, dass er den Spieler eigentlich nicht abgeben möchte, aber wenn wir ein Angebot machen wollen, dann können wir das tun. Was daran unmoralisch ist, muss dann Oliver ausführen.

Werder-Sportchef Frank Baumann im "Doppelpass" bei Sport1

Dass Werder am Samstag um 13:30 Uhr beim Karlsruher SC zum nächsten Ligaspiel antreten muss, heizt das Streitthema zusätzlich an. Doch Baumann hat den Kampf um Hofmann noch nicht aufgegeben, man sei weiter mit dem KSC im Austausch, fügte der Sportchef hinzu, betonte aber auch: "Wenn der KSC entscheidet, dass er den Spieler nicht gehen lässt, akzeptieren wir das natürlich."

Werder-Sportchef Frank Baumann: "Rückschläge gehören dazu"

Video vom 15. August 2021
Werder-Sportchef Frank Baumann gibt ein Interview nach Spielende.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 17. August 2021, 7 Uhr