Werders Buhmann: Wie geht's weiter mit Marco Friedl?

Video vom 1. September 2021
Werder-Spieler Marco Friedl applaudiert nach einem Spiel den Fans auf der Tribüne.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
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Marco Friedl wollte unbedingt weg von Werder, streikte gar. Nun muss er bleiben. Verzeihen ihm die Fans? Sportchef Baumann betont: "Man sollte ihn nicht verteufeln."

Das Transferfenster ist geschlossen, bis zum Winter geht für Wechselwillige nichts mehr. Einer der Verlierer dieser Periode ist Marco Friedl. Der Bremer Verteidiger hat sich verpokert, wollte unbedingt in der Bundesliga spielen, doch der Deal mit Union Berlin platzte auf den letzten Metern.

Nun muss Friedl erst einmal weiter bei Werder Bremen bleiben, in der 2. Liga. Und natürlich beteuert der 23-jährige Österreicher, dass das gar kein Problem für ihn sei und er für den Verein alles geben werde. Doch dass sich Friedl am Samstag geweigert hatte, gegen Hansa Rostock mitzuspielen, nehmen ihm viele Werder-Fans übel. Das Vertrauen in Friedl ist angeknackst, sein Image hat eine dicke Schramme abbekommen.

Lächerlicher Kommentar von Baumann. Was will man mit einem Spieler, der die Arbeit verweigert und seine Mitspieler in Stich lässt. Einfach charakterlos der Typ. Wenn er nun nicht verkauft wird, muss eine hohe Geldstrafe folgen. Wenn ich Trainer wäre, würde ich auf so einen Typen verzichten.

Jens Mück - 30. August 2021, 20:47 Uhr.

"Marco muss Leistung und Engagement zeigen"

Werder-Sportchef Frank Baumann zeigte am Dienstagabend ein Stück weit Verständnis für Friedls Lage und sei "froh, dass Marco hier bleibt". Doch nach dessen Verhalten vor dem Rostock-Spiel sei Friedl nun auch gefordert, betonte Baumann.

Natürlich muss Marco Leistung und Engagement zeigen. Dann wird er nicht nur bei uns, bei der Mannschaft, sondern auch von den Fans akzeptiert. Man sollte ihn da auf keinen Fall verteufeln. Er wollte dem Verein nicht schaden.

Werder-Sportchef Frank Baumann nach Transferschluss

Dennoch war man bei Werder nicht sonderlich begeistert von Friedls Verweigerung, die zuvor schon bei Joshua Sargents Abgang für Verstimmung gesorgt hatte. "Marco hat für sich am Samstag eine Entscheidung getroffen, die für uns erstmal enttäuschend war", erklärte Baumann: "Viele Gedanken haben in ihm gebrodelt. Das muss man einem Spieler dann auch mal zugestehen. Dennoch hätten wir uns da einen anderen Weg gewünscht."

Alle Augen auf Friedl

Friedl hatte am Dienstag bereits wieder mit der Mannschaft trainiert und intern gäbe es keine atmosphärischen Störungen, stellte Baumann klar. Friedl sei normaler Bestandteil der Mannschaft, kein Problem.

Doch wie gut der Verteidiger tatsächlich weiter integriert ist und wie schnell ihm die Fans verzeihen werden, zeigt sich vielleicht bereits am Mittwochnachmittag, wenn Werder um 16 Uhr in Lohne sein Testspiel gegen Heracles Almelo bestreitet. Alle Augen werden in nächster Zeit jedenfalls auf Marco Friedl gerichtet sein.

Es war eine schwierige Situation, die ist nun mal passiert. Marco hat das eingesehen, er hat eine Strafe bekommen und damit ist es erledigt und wir schauen nach vorne.

Werder-Sportchef Frank Baumann nach Transferschluss

Werders Friedl will sich wegstreiken

Video vom 29. August 2021
Marco Friedl trägt Freizeitkleidung und FFP2-Maske am Weser-Stadion.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 29. August 2021, 19:30 Uhr