Weg von Werder? "Das war bei keinem Spieler ein Thema"

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Das Transfer-Fenster ist zu und keiner hat den SVW verlassen. Leonardo Bittencourt weiß, warum: "Wir haben hier etwas aufgebaut, sind in der Erfolgsspur. Da geht keiner."

Ein bisschen nasal klang Leonardo Bittencourt am Mittwochmorgen immer noch. Doch der 28 Jahre alte Werder-Profi fühlt sich schon wieder besser nach seinem Infekt.

Befürchtet, dass es eine Corona-Infektion sein könnte, hatte Bittencourt aber nicht. "Denn erwischen kann es ja jeden und ich bin dreifach geimpft", sagte er in einer Medienrunde.

"Mannschaft ist so eng zusammengeschweißt"

Gezittert habe er nur wegen einer Sache: Dass er womöglich das Spiel am Samstag gegen den Karlsruher SC verpassen könnte. Und Spiele verpassen – das tut Werder-Spielern momentan richtig weh.

Es macht so viel Spaß, die Mannschaft ist so eng zusammengeschweißt. Es ist schön, weil man das nicht so oft hat.

Leonardo Bittencourt sitzt auf dem Podium und lächelt.
Werder-Profi Leonardo Bittencourt

Werder ist auf Aufstiegskurs

Der Spaß ist zurück bei den Bremern nach 18 Toren aus den letzten fünf Spielen, die allesamt gewonnen wurden. Werder ist nach dem holprigen Start auf Aufstiegskurs – Bittencourt wundert es daher gar nicht, dass im Winter kein Spieler den Klub verlassen hat.

Wir sind in einer Phase, in der wir in der Erfolgsspur sind. Und keiner hatte Interesse, den Absprung zu finden, wenn es gut läuft. Wir haben uns hier gefunden und etwas aufgebaut – was sich die Spieler auch untereinander aufgebaut haben.

Leonardo Bittencourt sitzt auf dem Podium und lächelt.
Werder-Profi Leonardo Bittencourt

Im vergangenen Sommer hätte auch Bittencourt zu den Verkaufskandidaten gezählt und er sagte damals selber, dass er Werder wohl verlassen hätte, wenn seine Verletzung nicht dazwischen gekommen wäre.

Wechsel in der Kabine kein Thema

Werder-Spieler liegen sich glücklich in den Armen nach einem Treffer im Spiel gegen Hannover.
Gute Laune bei Werder Bremen nach fünf Siegen in Folge mit 18 Toren. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Nun aber ist er froh, noch da zu sein. Und seinen Teamkollegen ergeht es offenbar genauso, "alle fühlen sich in der Mannschaft wohl", sagt Bittencourt: "Und deshalb hat keiner gesagt: 'Ich gehe jetzt irgendwo hin, wo ich in der ersten Liga spielen kann und lasse alles zurück, was ich in den letzten Monaten hier aufgebaut habe.' Ich glaube, das wollte keiner."

Ob der ein oder andere bei Werder im Winter Angebote anderer Klubs gehabt hätte, weiß Bittencourt, aber es sei gar kein Thema in der Kabine gewesen. "Es haben alle nur gesagt: 'Okay, wie sehen uns nach der Pause wieder.'"

Mit neuem Wir-Gefühl Richtung Aufstieg

Und auch nach dem Spiel in Paderborn Anfang Januar, als sich die Mannschaft zur Länderspielpause voneinander verabschiedete, hätte laut Bittencourt keiner gesagt: "'Du, ich komme vielleicht nicht mehr wieder.' Es hieß nur: 'Erholt euch und dann wartet Karlsruhe.'"

Werders Wir-Gefühl hat die Mannschaft wieder auf Kurs gebracht und mit der Siegesserie ist die Leichtigkeit an der Weser zurück. Doch obwohl Bittencourt weiß, dass bis zum Sommer und dem möglichen Wiederaufstieg noch viel Arbeit vor ihnen liegt, ist auch die Hoffnung zurück, "dass wir im Sommer wieder da sind, wo wir hingehören."

Werder geht ohne Neuverpflichtungen aus der Transferphase

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. Februar 2022, 18:06 Uhr