Wechsel-Wirrwarr um Werder-Torjäger Rashica geht in die nächste Runde

Beim Test gegen Braunschweig saß der 24-Jährige, der von RB Leipzig umworben wird, nur auf der Tribüne. Werder fährt in den Verhandlungen um seinen wertvollsten Spieler mehrgleisig.

Milot Rashica sitzt entspannt auf der Tribüne.
Fand sich beim Test gegen Braunschweig in der Zuschauerrolle wieder: Werders Flügeflitzer Milot Rashica. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Anstatt mit Vollgas im Werder-Dress über den Platz zu flitzen, saß Milot Rashica beim Testspiel gegen Eintracht Braunschweig entspannt in Zivil auf der Tribüne. Zwar steht "Rocket", wie sie ihn im Verein nennen, weiterhin im Kader der Grün-Weißen und trainiert seit dem Saisonauftakt in der vergangenen Wochen auch wie gewohnt mit dem Team. Allerdings will und muss Werder aus finanziellen Gründen seinen wertvollsten Spieler verkaufen, möglicherweise an RB Leipzig. Beim Champions-League-Teilnehmer ist Rashica schon seit Monaten im Gespräch. Allerdings liegen die Vorstellungen der Sachsen und die der Bremer in Bezug auf die zu zahlende Ablöse noch weit auseinander.

Bei Milot ist bekannt, dass wir in Gesprächen mit einem anderen Klub sind. Ich glaube nicht, dass wir in den nächsten Tagen eine Einigung finden werden, aber es ist schon so, dass der Trainer mit Milot besprochen hat, dass wir andere Spieler auf der Position testen möchten.

Werder-Geschäftsführer Frank Baumann

Bremens Trainer Florian Kohfeldt plant demzufolge nicht mehr mit dem Nationalspieler des Kosovo. Entsprechend möchte der Werder-Coach anderen seiner Spieler die Chance geben, in "Rockets" Revier ihr Glück zu versuchen. Doch auch aus einem anderen Grund verzichteten die Bremer am Sonntag auf einen Einsatz ihres Torjägers: Sie wollen das Verletzungsrisiko, das einen Transfer gefährden könnte, möglichst gering halten. Mit dem jungen Niederländer Tahith Chong von Manchester United scheint zudem ein weiterer potenzieller Rashica-Nachfolger bereits im Anflug auf Bremen zu sein. Fakt ist daher: Rashica ist bei Werder außen vor. Trotzdem geht Baumann davon aus, dass der-24-Jährige nach jetzigem Stand in der kommenden Woche "mit ins Trainingslager gehen wird".

Sein Trainer blickte nach dem Braunschweig-Test sogar noch ein wenig weiter in die Zukunft: "Milot wäre nicht der unglücklichste Mensch, wenn er am 6. Oktober immer noch in Bremen ist", sagte Kohfeld laut "Deichstube". Tags zuvor endet nämlich das Transferfenster, ein Wechsel hätte sich demnach – zumindest vorläufig – zerschlagen. Soll heißen: Nicht unmöglich, dass Rashica ab September in der Bundesliga doch im grün-weißen Dress statt im Trikot der "Roten Bullen" aufläuft. Ähnliches hatte zuletzt auch Baumann angedeutet.

Auch andere Top-Klubs haben Interesse

Nach außen hin fährt Werder also mehrgleisig: Dass man den Spieler verkaufen will, daraus macht der Klub keinen Hehl. Zum anderen aber möchte der Verein den Eindruck vermeiden, dass man den Spieler um jeden Preis verkaufen muss. Denn in dem Fall gestaltet sich die Verhandlungsposition der Bremer, gelinde gesagt, bescheiden. Das Wechsel-Wirrwarr um Rashica geht also weiter. Unklar, ob sich daran zeitnah etwas ändern wird. Für Werders Strategie spricht, dass neben Leipzig auch noch Top-Klubs aus dem Ausland Interesse an dem 24-Jährigen zeigen sollen. Ein Wettbieten um "Rocket" wäre das Beste, was Baumann und Co. passieren könnte.

Werders Plan für die kommenden Wochen

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In Werders Gerüchteküche kocht es – und Rashica hat die Wahl

Video vom 6. August 2020
Eine Grafik, auf der eine Herdplatte mit einem Topf und dem Wort "Gerüchteküche" zu sehen ist.
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 9. August 2020, 19:30 Uhr