Spielt Rashica nie wieder im Werder-Trikot?

Die Verhandlungen ziehen sich wie Kaugummi, doch nun stehen die Zeichen bei Milot Rashica wohl wirklich auf Abschied. Zumindest mental hat er sich schon verabschiedet.

Milot Rashica trägt auf dem Trainingsplatz ein paar rote Stangen zu Seite.
Vor dem Absprung: Milot Rashica trainiert nach seiner Knieverletzung im Länderspiel bei Werder nur individuell. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Seit Monaten zieht sich die Transfergeschichte von Milot Rashica wie ein Kaugummi in die Länge. Er will weg, aber wer nimmt ihn für über 30 Millionen Euro? Oder muss er doch bei Werder bleiben, obwohl Werder dringend Geld braucht? Hin und her, vor und zurück. Zuletzt bewegte sich wochenlang nichts mehr. Nun, drei Wochen bevor das Transferfenster am 5. Oktober schließt, stehen die Zeichen aber mehr denn je auf Abschied.

Und da Rashica derzeit noch seine Knieverstauchung auskuriert und mindestens den Saisonauftakt am Samstag gegen die Hertha verpasst, wird es immer wahrscheinlicher, dass der 24 Jahre alte Kosovare gar nicht mehr im Werder-Trikot auflaufen wird. Zumindest hat sich Rashica selbst offenbar innerlich schon von den Grün-Weißen verabschiedet, denn bei seinen Twitter- und Instagram-Profilen hat er bereits den Zusatz "Spieler von Werder Bremen" gelöscht.

Baumann bestätigt Interesse von Aston Villa

Milot Rashica gut gelaunt vor dem Weser-Stadion auf dem Weg zu seinem Auto-
Bestens gelaunt: Milot Rashica scheint sich von seiner ungewissen Lage überhaupt nicht stressen zu lassen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Werders Sportchef Frank Baumann bestätigte am Donnerstag bei der obligatorischen Spieltagspressekonferenz, dass es derzeit tatsächlich konkrete Angebote für Rashica gibt. "Es gibt mehrere Interessenten und Aston Villa ist einer davon", sagte Baumann, der sich für gewöhnlich nie zu laufenden Verhandlungen äußert. Allerdings, so schob Baumann hinterher: "Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Tagen nichts passiert."

Das Problem ist das gleiche wie seit Monaten: Auch der Premier-League-Klub bietet scheinbar bei weitem nicht so viel, wie es Werder für Rashica veranschlagt. "Wir werden Milot aber auf keinen Fall verschenken", hatte Scouting-Direktor Clemens Fritz im NDR "Sportclub" am vergangenen Sonntag gesagt. Baumann äußert sich zwar betont gelassen, so als sei das für die Bremer gar kein Problem, wenn sie Rashica eine weitere Saison behalten würden. Doch der finanzielle Leidensdruck bei Werder ist groß.

Denn ob in den kommenden drei Wochen ein weiterer Sechser geholt werden kann, hängt zum Großteil vom erfolgreichen Rashica-Wechsel ab. "Wenn Milot nicht verkauft wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass noch ein Spieler kommt, eher geringer", sagte Baumann. Rashica kann sich in diesen Tagen in Ruhe auskurieren und seinem Berater Altin Lala die Verhandlungen überlassen. Lange scheint das Tauziehen wohl nicht mehr zu dauern.

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Video vom 17. September 2020
Werders Spieler beim Trainingsspiel.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der neue Morgen, 18. September 2020, 9:10 Uhr