Quälix Anfang? Der Coach will Werder so richtig abhärten

Video vom 8. Juli 2021
Werder-Trainer Markus Anfang reckt auf dem Trainingsplatz die Arme hoch wie ein Muskelprotz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Im Trainingslager im Zillertal hatte der neue Werder-Trainer seine eigenen Methoden. Denn seine Spieler sollten lernen, dass es in der 2. Liga beinhart zugeht.

Markus Anfang ist ein Kenner der 2. Liga, dafür hat Werder Bremen ihn als Trainer geholt. Denn beim Verein sind die Insider-Kenntnisse der zweitstärksten Spielklasse doch eher überschaubar, das gilt besonders für die Spieler.

In großen Teilen ist die Mannschaft noch so beisammen, wie sie in der vergangenen Saison beim Abstieg aus der Bundesliga gewesen ist. Und mit welchen Spielern die Bremer die Zweitliga-Saison tatsächlich bestreiten, wird wohl erst Ende August wirklich feststehen.

"Fußball ist nun mal ein Kontaktsport"

Klar ist für Anfang deshalb nur: Diesen Erstliga-Kader muss er für die 2. Liga abhärten. Nicht mit Medizinball-Drills à la Felix, genannt "Quälix", Magath, aber mit seinen eigenen Methoden. Denn nett sein und schön spielen ist in der 2. Liga nicht gefragt, es geht körperlich weit ruppiger zu. Und das sind die Werder-Spieler nicht gewohnt.

Ich habe selber ein paar Jahre Fußball gespielt und Fußball ist nun mal ein Kontaktsport. Die Jungs sollen auch nicht das Gefühl haben, dass wir ihnen nicht helfen, wenn irgendwas ist. Aber in der 2. Liga wird halt ein bisschen anders Fußball gespielt.

Werder-Trainer Markus Anfang

Die erste Maßnahme im Trainingslager im Zillertal war dann auch direkt sichtbar – Anfang hielt seine medizinischen Betreuer meist erst einmal zurück, wenn sich ein Spieler auf dem Rasen wälzte. Nicht für jedes Wehwehchen sollten gleich der Physiotherapeut und Mannschaftsarzt zur Rettung herbei eilen.

"Wichtig, dass wir uns wehren"

Werder-Coach Markus Anfang gestikuliert während des Trainings im Zillertal mit ausgebreiteten Armen sein Unverständnis.
Werder-Coach Markus Anfang vermittelt seinen Spielern genau, welche Spielweise er von ihnen erwartet. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Abhärten statt verhätscheln, das ist die neue Devise. Vermutlich werden die Werder-Spieler ihrem Coach für seine härtere Hand nochmal dankbar sein im Laufe der Saison. Die Mannschaft hatte sich zu Erstliga-Zeiten oft Kritik anhören müssen, sie sei zu nett, zu wenig bissig und nicht robust genug.

Es ist wichtig, dass wir uns wehren und eine Widerstandsfähigkeit an den Tag legen. Ich glaube nicht, dass man für jeden Schlag auf den Platz laufen muss. Die Jungs sind hart im Nehmen, und das können sie auch mal zeigen.

Werder-Trainer Markus Anfang

Nun bekamen die Spieler im Zillertal einen ersten Eindruck, was sie künftig erwartet. "Wir machen das jetzt einfach so", meinte Anfang. Er will alle mitnehmen, aber alles gemeinsam ausdiskutiert wird bei ihm auch nicht. Anfang möchte einen guten Kontakt zu seinen Profis, grenzt sich aber auch klar in seiner Rolle ab: Er ist der Trainer, er ist der Chef. Punkt. Und nun brechen bei Werder Zeiten an, in denen sich die Spieler wärmer anziehen müssen.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 8. Juli 2021, 18:06 Uhr