Werder-Testspiel gegen Darmstadt: Der Nachwuchs reißt es diesmal rum

Beim letzten Testspiel im Trainingslager retteten die jungen Spieler die gestandenen Profis. Der Nachwuchs überzeugte und machte aus einem Rückstand noch ein Unentschieden.

Niklas Wiemann, Simon Straudi und Benjamin Goller klatschen nach dem Tor zum 1:1 ab.
Gut gemacht und Werder ein Unentschieden gerettet. Werders Niklas Wiemann (l.), Simon Straudi und Benjamin Goller nach dem Ausgleichstreffer. Bild: Imago | nordphoto

War es am vergangenen Sonntag in den beiden Testspielen noch die erste Mannschaft, die ihre Sache beim 1:0-Sieg gegen Tirol ganz ordentlich machte, während der Nachwuchs gegen Karlruhe mit 0:3 unter die Räder kam, so war es gegen den Zweitligisten Darmstadt 98 nun andersherum.

Die Mannschaften hatte sich darauf geeinigt, dreimal 30 Minuten zu spielen. Im ersten und zweiten Drittel setzte Trainer Florian Kohfeldt vorwiegend auf sein Stammpersonal. Im dritten Drittel kamen dann viele junge Nachwuchsspieler für Werder auf den Platz.

Baustelle Verteidigung

In der Abwehr musste Kohfeldt allerdings schon von Beginn an auf die Jugend setzen, weil sowohl Theodor Gebre Selassie als auch Niklas Moisander geschont werden sollten.

Also bot Werder mit Felix Beijmo, Christian Groß, Marco Friedl und Ludwig Augustinsson eine junge Verteidigerreihe auf, in der der Schwede Ludwig Augustinsson mit seinen 25 Jahren die meiste Erfahrung mitbrachte. Groß und Beijmo waren die einzigen Spieler bei Werder, die die kompletten 90 Minuten durchspielten.

Marvin Mehlem von Darmstadt hat den am Boden liegenden Jiri Pavlenka umkurvt und will ins Tor schießen
Jiri Pavlenka ist schon geschlagen am Boden, aber Darmstadts Marvin Mehlem kann den Ball nicht im Tor unterbringen. Bild: Imago | nordphoto

Hinter der Abwehrt stand mit Jiri Pavlenka erstmals der Bremer Stammkeeper im Tor. Sicherheit strahlte dieser jedoch nicht aus auf die junge Reihe vor ihm. In zwei, drei Situationen wirkte er nicht souverän. Am schlimmsten eine Szene in der 22. Minute, als der Tscheche einen katastrophalen Fehlpass spielte. Unter Druck gesetzt von zwei Darmstädtern am Fünfmeterraum kickte er den Ball zum Gegenspieler, der direkt abschloss. Den Ball hielt der Bremer Keeper dann aber stark.

Werder braucht Zeit zum Warmlaufen

Die Darmstädter starten insgesamt besser in die Partie. Sie waren für Werder-Trainer Florian Kohfeldt der leichte Favoriten, weil die Lilien schon länger in der Vorbereitung sind. Werder kam dann aber mit ganz guten Ansätzen ins Spiel, hatte einige guten Szene. Einmal blitzte die Klasse Nuri Sahins auf, die ihn einst für Real Madrid und Liverpool so interessant machte. Der Mittelfeldmann chipte den Ball in den Strafraum auf Milot Rashica, der allerdings nicht zum Abschluss kommt. Ein anderes Mal setzte sich der insgesamt starke Rashica mit einem Lauf in die Tiefe über links durch. Daraus enstand sogar ein Tor, aber zuvor war Rashica im Abseits gewesen.

Kevin Möhwald, Davy Klaassen mit der Kapitänsbinde und Sahin teilten sich das Mittelfeld. Yuya Osako spielte weiter vorne im Zentrum. Auf der rechten Seite bildete Fin Bartels das Pendant zu Rashica links. Auch er hatte seine Szene, legte einmal nach einem Flankenlauf stark auf Kevin Möhwald ab. Dieser zog aber am Kasten vorbei. Das erste Drittel blieb torlos.

Ein Wechsel in der Pause

Kaum Wechsel bei Werder in der ersten Pause: Für Fin Bartels kam aber Niclas Füllkrug, der ins Sturmzentrum ging. Deswegen rückte Yuya Osako weiter nach rechts.

Werder wirkte im zweiten Spieldrittel souveräner im Mittelfeld. Darmstadt fiel es schwerer, vor das Bremer Tor zu kommen. Einmal gelang das aber doch: Groß und Friedl kriegten keinen Zugriff auf den Ball an der Strafraumgrenze, Patrick Herrmann wurde im Strafraum freigespielt, ließ Augustinsson aussteigen und schoss ins kurze Eck von Pavlenka. 1:0.

Besser, aber ohne Tor

Werder hätte in der Folge fast noch ausgeglichen: Rashica legte aus zentraler Postion auf Augustinsson ab, der schlenzte aus mehr als 20 Metern an den Pfosten, der Ball prallt vom Keeper ab und kullert beinahe noch ins Tor. Aber nur beinahe.

Werder hatte im zweiten Drittel mehr vom Spiel. Passsicherheit, Zweikämpfe, Bewegung, Chancenanzahl – alles war besser als bei Darmstadt. Aber Darmstadt hatte das Tor. Daran konnte auch der zwischenzeitlich für Osako eingewechselte Claudio Pizarro nichts ändern. So ging Werder mit einem Rückstand in die zweite Pause. Und Florian Kohfeldt schickte den Nachwuchs auf den Rasen.

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Das Glück des Tüchtigen

Zum dritten Drittel wechselte Kohfeldt reichlich durch: Stefanos Kapino kam ins Tor, Julian Rieckmann in der Innenverteidigung für Friedl. Neuzugang Benjamin Goller ersetzte Möhwald im Mittelfeld und Marin Pudic kam für Sahin. Nicla Füllkrug musste ebenfalls Platz machen. Für Josh Sargent. Dazu betrat Martin Harnik das Feld. Er ersetzte Milot Rashica.

Und die neue Truppe machte ihre Sache ordentlich. Zwar gab es insgesamt weniger Torchancen zu sehen, aber auch Darmstadt kam kaum noch gefährlich in die Bremer Spielhälfte. Werder war tüchtig und wurde dafür in der 76. Minute belohnt. Ein Umschaltspiel über links, Goller kriegte den Ball durchgesteckt von Wiemann, zieht nach innen und schießt eigentlich ungefährlich. Aber der Damrstädter Keeper machte einen Fehler und ließ zum 1:1 durch. Nicht unverdient, aber glücklich entstanden.

So beendet Werder die letzte Einheit im Zillertal mit einem durchwachsenen Unentschieden. Am Sonntag fliegt die Mannschaft zurück nach Bremen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins am Samstagnachmittag, 13. Juli 2019, 16:40 Uhr