Werder-Profis kicken mit Kindern aus dem Township

Am Dienstag ruhte in Werders Trainingslager ausnahmsweise mal der Ball. Stattdessen besuchten die Profis ein Township in Johannesburg – und zeigten sich tief beeindruckt.

Die Spieler von Werder Bremen auf einem Platz in Südafrika.

Bei Werder Bremen ging es zum Trainingslager schon unter die Sonne im türkischen Belek, an den Strand von Norderney oder an die klare Luft im österreichischen Zillertal. Dieses Jahr ging es zum ersten Mal nach Südafrika und irgendwie ist diesmal vieles anders.

Neben Trainingseinheiten und bisher einem Testspiel – das aufgrund des schlechten Wetters abgebrochen werden musste – beschäftigen sich die Profis auch mit der Geschichte von Land und Leute. Natürlich haben entsprechende Aktionen meistens das Ziel, die eigene Marke am anderen Ende der Welt bekannt zu machen. Und auch der sozialen Verantwortung will man gerecht werden. Und so besuchten mehrere Spieler nun benachteiligte Kinder in einem Armutsviertel Johannesburgs. Sicher sind die Club-Verantwortlichen auch im Sinne einer positiven Marken-Bildung nicht unglücklich darüber, wenn ein solcher Besuch dann auch noch von Pressevertretern dokumentiert wird.

Nachdenkliche Werder-Spieler

Besuch des AMANDLA Save Hub am 08.01.2019
Nuri Sahin und die anderen Werder-Profis trainierten mit den Kindern vom "Amandla Safe Hub". Bild: Imago | Nordphoto

Ein paar Werder-Profis besuchten bereits das Apartheids-Museum, um sich über diese einschneidende Phase der südafrikanischen Geschichte zu informieren. Am Dienstag stieg dann die gesamte Mannschaft in den Bus und fuhr in den Johannesburger Stadtteil Diepsloot, einem sogenannten Township. Die Fahrt führte auf maroden Straßen an einfachen Hütten und eingemäuerten Häusern vorbei, die Armut der Menschen auf den Straßen wurde für die Werder-Profis sichtbar.

Das sind natürlich alles Erfahrungen, die wahrscheinlich in anderen Trainingslagern so in der Art und Weise nicht stattgefunden hätten.

Maximilian Eggestein

Ziel der Busfahrt war das "Amandla Safe Hub" in Johannesburg, ein Projekt, das Kindern und Jugendlichen aus den Townships dabei helfen soll, einen Weg aus der Armut zu finden – mithilfe von Fußball. Nachdem die Werder-Profis von den Kindern und Jugendlichen mit einem Tanz in Empfang genommen wurden, stand eine gemeinsame Trainingseinheit auf dem Plan. Doch es wurde nicht nur Fußball gespielt.

Für mich ist in erster Linie wichtig, dass wir glückliche Kinder sehen, und ich glaube, das erreichen wir gerade.

Nuri Sahin

Die Spieler unterhielten sich auch mit den Kindern, hörten ihre Geschichten oder lachten einfach nur gemeinsam. "Das öffnet die Augen, und jeder Einzelne ist dann nochmal dankbarer für das, was wir haben", so Nuri Sahin. Da er selber Vater ist, sei das Wohlergehen von Kindern ein besonders sensibles Thema für ihn. Auch Ludwig Augustinsson äußerte sich positiv über die neue Erfahrung. Er sei glücklich darüber, ein Teil von "Amandla Safe Hub" gewesen zu sein.

Es war traurig zu sehen, dass die Menschen hier nicht unter den besten Bedingungen leben. Man denkt darüber nach, was man dagegen tun kann.

Ludwig Augustinsson

Offenbar hat dieser Ausflug bei den Werder-Profis einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auf jeden Fall hat sich wieder einmal gezeigt, wie sehr der Fußball im sozialen Bereich helfen kann und es trotzdem größere Dinge im Leben gibt als Fußball – auch für Fußballer.

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. Januar 2019, 18:06 Uhr