Wie verantwortungsvoll ist Werders Trainingslager in Spanien wirklich?

Frank Baumann und Clemens Fritz stehen in dicken Jacken auf dem Trainingsplatz nebeneinander.
Ganz so dicke Jacken werden Frank Baumann und Clemens Fritz in Spanien wohl nicht benötigen. Die Bremer halten bisher an ihrem Trainingslager in Murcia fest.
Bild: Gzmzmedia | Andreas Gumz

Die Corona-Zahlen in Spanien explodieren aktuell und das RKI hat das Land zum Hochrisikogebiet erklärt. Trotzdem wollen die Bremer am 2. Januar die Reise nach Murcia antreten.

Werder will am 2. Januar für das Trainingslager nach Murcia reisen. Mit Blick auf die nach den Weihnachtstagen rasant ansteigenden Corona-Infektionszahlen in Spanien stellt sich allerdings die Frage, ob die Bremer damit tatsächlich verantwortungsvoll handeln. Am 27. Dezember lag die Anzahl der Neuinfektionen bei 214.619, für den 28. Dezember wurden 99.671 und für den 29. Dezember 100.760 Neuinfektionen gemeldet. Das Robert Koch-Institut hat das Land bereits am 25. Dezember als Hochrisikogebiet eingestuft und das Auswärtige Amt warnt vor "nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien". Die Bremer möchte den Trip aber dennoch gerne antreten, um bestmöglich in die Rückserie zu starten.

Wir glauben ganz einfach, dass wir in Spanien sehr gute Voraussetzungen haben, um wirklich gut zu trainieren. Es wird uns gut tun, als Mannschaft nochmal zusammen zu sein und sich konzentriert auf die Rückrunde vorzubereiten.

Fritz auf dem Trainingsplatz.
Werders Sportlicher Leiter Clemens Fritz im Gespräch mit Radio Bremen

Wird Spanien zum Virusvariantengebiet?

Dennoch entsteht durch die Reise auch die Möglichkeit, sich unterwegs eine Infektion einzufangen. Diese sieht Fritz aber auch in Deutschland durch Kontakte zu Familienangehörigen gegeben. "Es ist eine Risikoabwägung", sagt er. Für die Bremer besteht zudem die Gefahr, dass das Robert Koch-Institut während des Aufenthalts Spanien zum Virusvariantengebiet erklärt. Dann müssten sie innerhalb der nächsten 24 Stunden nach Deutschland zurückkehren. Auch darauf ist der Klub laut Fritz vorbereitet.

Um den gesamten Tross – insgesamt werden rund 45 Personen nach Murcia reisen – zu schützen, will der Klub "die höchstmöglichen Sicherheitsmaßnahmen" ergreifen. Vor der Abreise werden alle Mitreisenden am Sonntagmorgen am Weser-Stadion einen Corona-Test absolvieren, ehe es dem Bus zum Hamburger Flughafen geht. Von dort fliegen die Bremer gemeinsam mit dem FC St. Pauli, der zeitgleich ein Trainingslager in Benidorm absolviert, in einer Charter-Maschine nach Spanien. In Murcia sollen sich laut Fritz "alle in einer Art Blase bewegen". Für das Team wird es einen eigenen Bereich im Hotel und einen eigenen Essensraum geben. Corona-Tests sollen täglich durchgeführt werden. Auch das Hotelpersonal soll sich Tests unterziehen, damit Werder die Woche im besten Fall unbeschadet übersteht.

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Autoren

  • Karsten Lübben Redakteur und Autor
  • Olaf Rathje Moderator

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 1. Januar 2022, Der Feiertag, 12:37 Uhr