Infografik

Warum Werder mit mehr Mitarbeitern als Spielern im Trainingslager ist

Die Werder-Spieler trainieren im Zillertal. Damit das optimal klappt, kümmert sich eine komplette Mannschaft um die Profis. Vor 15 Jahren sah das noch anders aus.

Thomas Horsch, Ilia Gruev, Günther Stoxreiter und Christian Vander sitzen nebeneinander und beantworten Fragen der Werder-Fans im Zillertal.
Vier von insgesamt 27 Werder-Mitarbeitern im Zillertal: die beiden Co-Trainer Thomas Horsch, Ilia Gruev, Athletiktrainer Günther Stoxreiter und Torwartrainer Christian Vander (von links). Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Sie laufen, passen, schießen, hüpfen über Hütchen oder lauschen aufmerksam den Anweisungen ihrer Trainer: Die 26 Werder-Spieler bereiten sich im Trainingslager in Zell am Ziller emsig auf die neue Bundesliga-Saison vor. Die Profis stehen dabei im Rampenlicht, sind täglich in den Medien zu sehen. Allerdings ist Werder noch mit viel mehr Mitarbeitern nach Österreich gereist.

26 Spieler + 27 weitere Werder-Mitarbeiter = eine Werder-Entourage. So lautet die einfache Gleichung in Zell am Ziller. Ein Busfahrer sorgt für den Transport, ein eigener Greenkeeper sorgt sich um den grünen Rasen. Auf diesem leiten Cheftrainer Florian Kohfeldt, Athletiktrainer, Co-Trainer, Rehatrainer und Torwarttrainer die Profis an. Neben dem Platz kümmern sich eine Hand voll Physiotherapeuten, ein Sportpsychologe und ein eigener Arzt um die Spieler.

Baumanns Draht zu Kohfeldt ist kurz

Teammanager und -koordinator, Analysten und Medienbetreuer tummeln sich ebenfalls im Tiroler Trainingslager. Und fehlen darf natürlich auch nicht Sportchef Frank Baumann. Schließlich könnte sich jede Sekunde auf dem Transfermarkt etwas ergeben. Da muss der Draht zu Kohfeldt so kurz wie möglich sein, damit schnellstmöglich die Köpfe zusammengesteckt werden können.

Das war nicht immer so, doch der Fußball professionalisiert sich immer weiter. Die Planung wird kleinteiliger und der Erfolg entsteht aus der Arbeit im Detail. Dafür ist mehr Personal nötig als früher.

So sehr ist das Team hinter dem Team in 15 Jahren gewachsen

Grafik: Das Team hinter dem Team besteht inzwischen aus Siebenundzwanzig Mitarbeitern. 2004 waren es noch Elf. Geschäftsführer Torwarttrainer Zeugwart Analysten Sportpsychologe Athletik/Rehatrainer Teamarzt Teammanager Physiotherapeuten Medienbetreuer Greenkeeper Busfahrer Teamkoordinator Cheftrainer Co-Trainer 2019 2004
Bild: Radio Bremen / Michael Rudolph - Werder Bremen

Vor 15 Jahren, erinnert sich Werders Medienchef Michael Rudolph, sei er das erste Mal mit im Trainingslager gewesen. Im Double-Jahr, mit Thomas Schaaf als Cheftrainer damals. Das Team hinter dem Team sei seinerzeit halb so groß gewesen – und habe beim Essen an einen großen Tisch gepasst.

Durch die erhöhte Individualisierung der Trainingsarbeit mit den Spielern sind die Herausforderungen viel komplexer geworden. Die moderne Trainingsarbeit bedarf mehr Spezialisten. In der Logistik müssen immer mehr Zusammenhänge beachtet und bearbeitet werden. Ansprüche an Reha-Training und Regeneration, Ernährung und Athletik sind deutlich gestiegen genauso wie die Medienanforderungen.

Michael Rudolph, Direktor Kommunikation bei Werder Bremen

Der DFB reiste gar mit 70 Mitarbeitern zur WM 2014 nach Brasilien

Eine wichtige Rolle spielt dabei im Trainingslager auch das Teambuilding. Nicht nur bei den Werder-Spielern, sondern auch beim "Team hinter dem Team".

Die Belastung ist in so einem Trainingslager auch für das Team hinter dem Team enorm. Man wächst in diesen Tagen auch in dieser Gruppe sehr eng zusammen und legt den Grundstein für einen lange Saison, in der man ja fast jeden Tag zusammenarbeitet, inklusive der Wochenenden.

Michael Rudolph, Direktor Kommunikation bei Werder Bremen

Gleich 27 Werder-Mitarbeiter in Zell am Ziller – das klingt zunächst viel. Reist allerdings die Deutsche Nationalmannschaft zu einem Turnier, sind beim DFB noch mehr Angestellte dabei. Zur Weltmeisterschaft in Russland fuhren neben den 23 Spielern gleich 40 Mitarbeiter mit, um sich um das Wohl des Teams zu kümmern. Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien waren es gar 70 Angestellte. Darunter zahlreiche Sicherheitsleute, die das Teamquartier "Campo Bahia" bewachten.

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Autoren

  • Bastian Mojen
  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 11. Juli 2019, 18:06 Uhr