7 Erkenntnisse aus dem Trainingslager von Werder in Zell am Ziller

Zurück nach Bremen geht es für die Werder-Profis am Sonntag. Die Schwerpunkte der Arbeit wurden im Traingslager sehr deutlich. Nicht alle Fragen sind beantwortet.

Die Werder-Mannschaft in einer Ruhepause stehend auf dem Platz
Fitness schmerzt: Anstrengend war die vorangegangene Einheit offensichtlich. Bild: Imago | nordphoto

1 Werder sucht noch nach dem Angriff ohne Kruse

Es kristallisierte sich als ein Schwerpunkt heraus: das Offensivspiel. "Es ist ein großes Thema, wie wir den Abgang von Max auffangen", sagte Kohfeldt vor dem Testspiel gegen Darmstadt 98. "Wir haben hier viel über Tiefe und über Zwischenräume geredet. Aber auch über Konsequenz und die Strafraumbesetzung mit dem neuen Stürmertypen". Mit Neuzugang Niclas Füllkrug also.

2 Bei Standards ist noch Luft nach oben

Der neue Co-Trainer Ilia Gruev, in dieser Saison insbesondere für die Standards verpflichtet, war damit schon zu Anfang seiner Laufbahn bei Werder schwer gefragt. Bei den Standards habe man zwar nur im Detail Abläufe geändert, aber schon einige Varianten eingeübt, so Kohfeldt.

3 Kapitänsfrage bleibt offen

Nach dem Abgang von Max Kruse ist diese Funktion von Florian Kohfeldt noch nicht wieder besetzt worden. Als heißeste Kandidaten gelten Davy Klaassen und Niklas Moisander. Klaassen selbst sieht Moisander vorn. Auch Jiri Pavlenka sprach sich während des Trainingslagers für den Finnen als Kapitän aus. Der Trainer aber will sich erst nach dem Trainingslager in Grassau entscheiden.

4 Innenverteidigung hat sich noch nicht gefunden

Offen ist auch, wer in der Saison mit dem gesetzten Moisander regelmäßig die Innenverteidigung bilden wird. Die routinierteren Kandidaten Sebastian Langkamp und Milos Veljkovic standen in der vergangenen Saison darum im Wettbewerb. Aber beide konnten aufgrund von Verletzungen nicht am Trainingslager teilnehmen. Dafür stand der junge Marco Friedl bereit. Er reiste zwar wegen seines EM-Einsatzes in der U21 von Österreich später nach Zell am Ziller, dürfte aber wenigstens zu Saisonbeginn die Nase vorn haben. Dieser Vorsprung könnte seine Chance für den Stammplatz sein. Er sagte währende des Trainingslagers jedenfalls: "Ich will spielen!" Und zwar nicht nur, wenn die anderen beiden verletzt sind.

5 Neuzugänge? Werder bleibt gelassen

Niklas Moisander zeigt drei Finger seiner Hand und trägt die Kapitänsbinde
Bild: Imago | Sven Simon


Auch über namhafte Neuzugänge bei Werder konnte während des Trainingslagers nur spekuliert werden. Michael Gregoritsch vom FC Augsburg kam zwar erneut in die Diskussion – nicht zuletzt weil sein Österreicher Kollege Marco Friedl während eines Interviews in Zell am Ziller verriet, dass er Gregoritsch zu einem Wechsel an die Weser geraten habe. Aber Werders Sportchef Frank Baumann war von dem Thema nur genervt. Er, Vorstand Klaus Filbry und auch der Trainer schlossen Neuzugänge für zweistellige Millionenablösen kategorisch aus. "Wir haben schon zehn Millionen ausgegeben für Niclas Füllkrug und Marco Friedl. Das wird immer vergessen", so Kohfeldt. "Aber ein, zwei Spieler wären punktuell noch gut."

6 Fünf Spieler konnten sich besonders aufdrängen

Der Cheftrainer hat nach dem Trainingslager die Leistung einiger Spieler besonders hervorgehoben: Im Mittelfeld Yuya Osako, Kevin Möhwald und Nuri Sahin. Bei Osako habe man gesehen, wie viel frischer er nach der Pause und ohne Einsätze in der Nationalmannschaft sei. Möhwald habe ein echtes Ausrufezeichen gesetzt mit seiner Leistung in Österreich und Sahin falle es nun viel leichter, seine große Klasse zu zeigen, weil er mittlerweile viel besser mit den Abläufen vertraut sei. Und nicht zuletzt sind auch Verteidiger Ludwig Augustinsson und Stürmer Milot Rashica für den Trainer Spieler, die in diesem Trainingslager ihre Qualität noch einmal sehr deutlich unter Beweis gestellt hätten.

7 Für den Trainer ist Zell am Ziller fast perfekt

Er sei insgesamt sehr, sehr zufrieden mit dem Tainingslager, so Trainer Florian Kohfeldt nach dem letzten Trainingsspiel gegen Darmstadt 98. "Dieses Jahr war es komplett reibungslos", sagte der Trainer. Ganz anders als im Jahr davor, in dem sich die Mannschaft zunächst noch finden musste. "Das einzige, was mich unruhig macht, ist, dass alles nach Plan läuft", so Kohfeldt weiter. "Wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen." Zu den Bedingungen in Zell am Ziller äußerte er sich durchweg positiv: "Wenn der Platz noch fünf Meter länger wäre, dann wäre es perfekt."

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  • Bastian Mojen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins am Samstagnachmittag, 13. Juli 2019, 16:40 Uhr