Werders Trainersuche: Das Feld lichtet sich

Video vom 30. Mai 2021
Trainer Valerien Ismael mit ernster Miene an der Seitenlinie.
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Kiels Coach Ole Werner scheint raus zu sein aus dem Rennen. Dafür konzentriert sich alles auf Markus Anfang. In Darmstadt reagiert man auf die Gerüchte angefasst.

Die Gesetze des Fußball-Geschäfts sind offenbar doch nicht immer erfolgsabhängig. Das musste am Wochenende Horst Heldt erfahren, der zwar mit dem 1. FC Köln den Klassenerhalt in der Relegation schaffte, aber als Sportdirektor nun gehen muss.

Ole Werner wiederum, der als Trainer von Holstein Kiel den Aufstieg in die Bundesliga knapp verpasste, ist eifrig umworben. Allerdings scheint Werder Bremen aus dem Rennen um den 33-Jährigen inzwischen raus zu sein.

Man wird sich in ein, zwei Tagen zusammensetzen, die Saison Revue passieren lassen, auch einen Ausblick geben, was der Verein in der nächsten Saison vorhat, was ich vorhabe.

Kiels Trainer Ole Werner nach dem verpassten Aufstieg am Wochenende

Werner und Leitl fallen wohl weg

Werner erklärte, er wolle noch einige Tage in Kiel bleiben, bevor er eine Woche in den Urlaub fährt. Nach akutem Jobwechsel klang das nicht mehr.

Auch Stefan Leitl, der mit Greuther Fürth den Aufstieg geschafft hatte, kursierte als möglicher Kandidat durch die Medien. Die "Bild"-Zeitung zitiert Fürths Manager Rachid Azzouzi jetzt mit den Worten: "Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass Stefan bleiben wird." Die Bundesliga-Bühne für eine unsichere Mission an der Weser zu tauschen, schien ohnehin wenig wahrscheinlich. Via "Bild"-Zeitung winkte auch Valerien Ismael am Sonntagabend ab.

Darmstadt will Anfang-Gerüchte nicht kommentieren

Bliebe also noch Markus Anfang, der Werders Top-Favorit sein soll. Bei Darmstadt 98 ist man allerdings alles andere als begeistert über die Gerüchte um seinen Cheftrainer – und die damit verbundenen, ständigen Medienanfragen.

Wenn Sie mich jetzt immer anrufen wollen, wenn irgendwo im Internet irgendwas steht, dann haben wir in den nächsten vier Wochen eine Standleitung.

Rüdiger Fritsch, Präsident von Darmstadt 98, am vergangenen Mittwoch

Mitte vergangener Woche ging es dabei noch um den möglichen Wechsel Anfangs zu Fortuna Düsseldorf, der sich inzwischen erledigt hat. Seit aber Anfang bei Werder Bremen ganz oben auf dem Wunschzettel stehen soll, heißt es seit Samstag aus der Pressestelle der 98er nur noch: "Wir kommentieren weiterhin keine Medienberichte. Auch an der bereits kommunizierten grundsätzlichen Haltung des SV 98 zur Arbeit von und Weiterarbeit mit Markus Anfang hat sich nichts geändert."

Anfang verliert wichtige Spieler bei 98

Dass sich die Pressestelle genötigt sieht zu einer Stellungnahme, wird von Beobachtern als eher ungewöhnlich wahrgenommen. Ein Argument, warum Anfang einen Wechsel nach Bremen in Betracht ziehen könnte, wäre jedenfalls die Kaderplanung in Darmstadt. Fast ein Duzend Spieler könnten den Verein noch verlassen. Besonders die Abgänge von Top-Torjäger Serdar Dursun, Mittelfeld-Spieler Victor Palsson und Verteidiger Immanuel Höhn sollen Anfang ärgern.

In Bremen etwas Neues aufzubauen und möglicherweise erstmals in seiner Karriere nach einem Werder-Wiederaufstieg in der Bundesliga an der Seitenlinie zu stehen, könnte für Anfang durchaus reizvoll sein. Die Auflösung der Spekulationen folgt in Kürze.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 30. Mai 2021, 19:30 Uhr