Werders Vizeweltmeister rockt die Bundesliga

Mattias Falck kommt immer besser in Fahrt. Der schwedische Tischtennis-Profi besorgte am Dienstagabend mit zwei Siegen die Tabellenführung für Werder Bremen.

Werders Tischtennis-Profi reckt nach dem Sieg die Faust hoch.
Werders Matchwinner: Vizeweltmeister Mattias Falck holte gegen Bad Königshofen zwei wichtige Siege. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Es war der Moment, in dem Mattias Falck allen bewies, dass er seine kleine Formkrise wohl endgültig abgeschüttelt hat. Der Weltranglistenneunte stand Bastian Steger an der Platte gegenüber, der lange Jahre für Werder Bremen Tischtennis gespielt hatte. Es war das vierte Einzel in dieser Bundesliga-Partie gegen Bad Königshofen und Falck hatte es in der Hand. Sein Sieg gegen Topspieler Steger würde Werder die Tabellenführung bescheren – und ihm die Gewissheit, dass sein furioser Triumph gegen Tischtennis-Legende Timo Boll zwei Tage zuvor im Pokal kein Zufall gewesen war.

Falck hatte die ersten beiden Sätze mit 12:10 und 11:6 gewonnen, nun aber lag der 28 Jahre alte Schwede fast aussichtslos mit 3:10 zurück. "Ich habe die Saison etwas nervös begonnen", meinte Falck später, "neuer Verein, neue Liga, das war nicht leicht für mich. Aber dieser Sieg gegen Boll hat mir so viel Selbstvertrauen gegeben - ich wusste immer, dass ich es in mir habe." Und so demonstrierte Falck, warum er zu recht im Frühjahr Vizeweltmeister wurde: Er drehte spektakulär diesen dritten Satz.

Sieben Satzbälle gegen Steger abgewehrt

Bastian Steger schlägt gegen Mattias Falck auf.
Top-Duell auf Augenhöhe: Bastian Steger (links) gegen Mattias Falck. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Sieben Satzbälle wehrte der 1,88 Meter große Schwede ab, der sich immer besonders weit an der Platte herunterbeugen und extrem tief in die Knie gehen muss. Seinen ersten Matchball verwandelte Falck zum 12:10 durch einen Fehler Stegers. Schon im ersten Satz musste der Schwede einen 1:7-Rückstand aufholen. Dass der Vorsprung nicht reichte, wurmte Steger: "Ich habe zweimal deutlich geführt, das ist einfach richtig ärgerlich", meinte der 38 Jahre alte Routinier.

Die erste Partie des Abends hatte Falck in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle in Hastedt mit 3:1 (11:9, 7:11, 11:2, 11:9) gegen Filip Zeljko gewonnen. Danach unterlag der wacker kämpfende Hunor Szöcs Steger mit 0:3 (8:11, 9:11, 8:11), aber Kirill Gerassimenko behielt gegen Mizuki Oikawa mit 3:0 (13:11, 11:8, 11:3) klar die Überhand. Für Bremen war es der vierte Sieg im vierten Saisonspiel, die Hanseaten sind damit das einzige noch ungeschlagene Team der Bundesliga, während Bad Königshofen die erste Niederlage kassierte.

"Das Spiel war auf Messers Schneide"

Mattias Falck lauert auf dem Aufschlag seines Gegners.
Auf der Lauer: Bei 1,88 Meter Körpergröße muss Mattias Falck besonders tief in die Knie. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

"Das war ein Spiel auf Messers Schneide, alles ganz eng", meinte Werder-Trainer Cristian Tamas erleichtert: "Wir sind sehr froh, dass wir gewonnen haben und nehmen die Tabellenführung erstmal so mit – aber die schweren Brocken kommen erst noch." Am kommenden Sonntag müssen die Bremer beim TTC Schwalbe Bergneustadt antreten, den sie noch nie geschlagen haben. Doch jetzt haben sie ja den Vizeweltmeister in ihren Reihen. Den kühnen Schweden, der die Bundesliga rockt.

"Das ist ein fantastischer Start mit vier Siegen für uns, das ist ein toller Erfolg vom ganzen Team", betonte Falck bescheiden. Doch es ist klar, wer der Star im Bremer Team ist. Und auch, wenn er in seinem Heimatort Halmstad wohnen geblieben ist und zu den Spieltagen die 600 Kilometer im Auto anreist, ist Tamas sicher: "Mattias ist angekommen in der Mannschaft. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und kommunizieren viel. Er ist einfach sehr unkompliziert." Und bisher ein echter Glücksfall für Werder Bremen und die Liga.

Aus für Werder beim Tischtennis-Pokal

Ein Tischtennisspieler von Werder Bremen im Interview.

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 25. September 2019, 18:06 Uhr