Werders Tischtennis-Asse gewinnen Thriller gegen Neu-Ulm

Die Bremer machten es spannend im Heimspiel gegen den Tabellenneunten. Doch mit dem 3:2-Sieg baut Werder seinen Lauf aus und ist punktgleich mit dem Spitzenreiter.

Blick von oben auf eine Tischtennisplatte während eines Doppels.
Das Doppel als Erfolgsgarant: Marcelo Aguirre und Hunor Szöcs holten in ihrem dritten Spiel den dritten Sieg für Werder. (Archivbild). Bild: Imago | Eibner

Und dann war die Halle hellwach. Es lief der vierte Satz im entscheidenden Doppel, fast halb elf war es am Dienstagabend in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle - und die knapp 200 Zuschauer riss es von den Sitzen. Marcelo Aguirre und Hunor Szöcs agierten furios für Werder Bremen an der Tischtennisplatte und waren nun nur noch einen Punkt vom Sieg gegen Neu-Ulm entfernt. Ein Fehler der Gegner, dann war der Thriller vorbei. Und die Grün-Weißen fielen sich erleichtert in die Arme. "Wir sind selbstbewusst ins Doppel gegangen. Es war ein hartes Match, aber wir waren mental stark", sagte Aguirre, "und ich glaube, das hat heute den Unterschied ausgemacht."

Während die Fußballer von Werder Bremen kaum 500 Meter Luftlinie entfernt parallel ein 0:5-Debakel erlebt hatten, waren die Tischtennis-Asse im entscheidenden fünften Match erfolgreich. Durch den 3:2-Sieg haben die Bremer mit 22:6 Punkten wieder zu Spitzenreiter Saarbrücken aufgeschlossen, der ein besseres Spielverhältnis hat. Es läuft bei Werder und es kann sich auf sein Doppel verlassen. Zum dritten Mal traten Aguirre/Szöcs als Duo an - und gewann zu dritten Mal. Obwohl es nach dem Verlust des ersten Satzes nicht danach aussah.

"Schrecklich, wenn ich zugucken muss"

Tischtennis-Profi Mattias Falck reibt sich während einer Auszeit im Gespräch mit Trainer Cristian Tamas mit einem Handtuch ab.
Ein Sieg, eine Niederlage, zehn Sätze: Mattias Falck (rechts) erwischte einen durchwachsenen Abend. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

"Bis Mitte des zweiten Satzes sah es nicht gut für uns aus", meinte Werders Vizeweltmeister Mattias Falck zu buten un binnen, "aber dann haben sie sich reingefunden und besser gespielt. Wir haben jetzt ein richtig gutes Doppel." Doch der Schwede musste von der Bank auch ziemlich mitleiden, "es ist wirklich schrecklich für mich, wenn ich zugucken muss", meinte Falck. Doch da Werders Nummer eins sein Auftaktmatch verloren hatte, lag der Gesamtsieg zur Abwechslung mal nicht in seiner Hand. Falck tat sich wie bereits im Hinspiel schwer mit Neu-Ulms Abdel-Kader Salifou. Trotz einer 2:0-Satzführung verlor er die Partie noch. "Mit so einer Führung hätte ich gegen ihn nicht verlieren dürfen. Irgendwie liegt mir sein Spiel nicht sonderlich", gestand Falck ein, "und ich habe heute ein paar Fehler zuviel gemacht und manche Bälle nicht gut getroffen."

Kirill Gerassimenko glich im zweiten Einzel gegen den WM-Dritten An Jaehyun zwar mit 3:0 aus, doch Aguirre unterlag Tiago Apolonia mit 0:3. Falck musste also wieder ran, im Duell der beiden Topspieler gegen An. Und der Schwede gewann wie schon im WM-Halbfinale gegen den Südkoreaner und rettete Werder ins Doppel. "Das Match war dann besser", meinte Falck, "aber ich habe zehn Sätze heute gespielt, das war eigentlich nicht nötig." Falck muss sich mit seinem Team die Kräfte jedoch gut einteilen, die Bremer müssen in dieser Woche noch zwei Mal ran: Am Freitag (19 Uhr) auswärts gegen Bad Königshofen und am Sonntag (15 Uhr) im Heimspiel gegen Bergneustadt.

SV Werder Bremen – TTC Neu-Ulm 3:2

Mattias Falck – Abdel-Kader Salifou 2:3 (11:8, 11:4, 5:11, 2:11, 9:11)
Kirill Gerassimenko – An Jaehyun 3:0 (11:9, 11:5, 11:7)
Marcelo Aguirre – Tiago Apolonia 0:3 (9:11, 9:11, 9:11)
Mattias Falck – An Jaehyun 3:2 (7:11, 11:6, 9:11, 11:8, 11:9)
Marcelo Aguirre/Hunor Szöcs – Viktor Brodd/Tiago Apolonia 3:1 (3:11, 11:9, 14:12, 11:7)

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 17. Dezember 2019, 18:06 Uhr