Basteln beim Blitzturnier: Werder kann nicht übers Wasser gehen

Mit müden Beinen hat Werder Bremen am Samstag seine Testspiele gegen Osnabrück und Köln absolviert. Am Ende kam zumindest ein Sieg für die Kohfeldt-Elf heraus.

Schwarze Wolkendecke über dem Spielfeld bei Werders Testspiel in Lohne.
Unwetter über Lohne: Wegen des Sommergewitters begann Werders Testspiel gegen den VfL Osnabrück mit 20-minütiger Verspätung. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Und dann öffnete der Himmel über Lohne seine Schleusen, gerade als Werder Bremen loslegen wollte. Doch an Fußballspielen war am Samstagnachmittag erst einmal nicht zu denken. Das Sommergewitter zog mit Getöse und prasselndem Regen über das Heinz-Dettmer-Stadion hinweg. Nach einer halben Stunde aber war der Spuk wieder vorbei und es konnte losgehen mit dem Blitzturnier.

Allerdings merkten die Bremer sehr schnell auf dem nassen Rasen, dass sie nicht übers Wasser gehen können. Und wirklich überraschend kam das natürlich nicht. Werder-Trainer Florian Kohfeldt schickte für die erste Partie gegen den VfL Osnabrück seinen Oldie Claudio Pizarro mit einem Rudel U23-Spieler aufs Feld. Und die Osnabrücker stehen als Zweitliga-Aufsteiger kurz vor Saisonstart schon voll im Saft.

"Waren viele Rückennummern über 30 dabei"

Pizarro beim Torschuss im Testspiel gegen den VfL Osnabrück.
Verpasste in der 18. Minute die beste Torchance für Werder: Claudio Pizarro (links). Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Pizarro setzte eine dicke Chance knapp neben den Pfosten, direkt im Gegenzug versenkte Osnabrücks Kevin Friesenbichler frei vor dem Tor von Stefanos Kapino das 1:0 (19. Minute). Und es blieb nicht die einzige Chance für den VfL, doch es blieb beim 1:0 nach zwei Mal 30 Minuten Spielzeit. Nach 45 Minuten hatten die Fans den Werder-Kapitän mit "Pizarro-oh-oh"-Gesängen vom Rasen verabschiedet. Es blieb der emotionale Höhepunkt des ersten Testspiels.

"Da müssen wir ehrlich sein, da waren einige Rückennummern über 30 dabei", meinte VfL-Trainer Daniel Thioune, "und die Chance macht Pizarro normalerweise auch rein. Also sind wir zufrieden." Sein Bremer Pendant war es im Grunde auch, angesichts der angespannten Personaldecke musste Werder "an der Aufstellung basteln", wie es Sportchef Frank Baumann ausdrückte.

Es waren zwei komplett verschiedene Mannschaften. Gegen Osnabrück war es mit zwei, drei Verstärkungen unsere U23. Aber so ist das in der Phase der Saison leider, wir haben hinten ein paar Verletzte zu viel. Alles gut, die Jungs haben das ordentlich gemacht. Köln ist der richtige Test für uns.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei Sky

Werder mit schweren Beinen

Und für die zweite Partie gegen den Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln schickte Kohfeldt dann tatsächlich die stärkste Elf auf den Rasen, die er momentan zu bieten hat.

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Sargent glückt der Siegtreffer

Doch es ist eben so eine Sache mit Testspielen mitten in der Saisonvorbereitung. Die Beine sind schwer, der Akku noch nicht so richtig auf Betriebstemperatur und dann fallen auch noch ein paar Spieler aus, die eigentlich zum Stammpersonal gehören. Was genau lässt sich also wirklich testen? Wohl nicht viel mehr als der Status quo gut drei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel.

Wir haben beide denselben Stand der Vorbereitung. Wir wollen mal sehen, wo wir stehen. Ich muss fairerweise dazu sagen, dass wir aus der kompletten Ermüdung kommen. Ab Sonntag bekommen die Spieler noch drei Tage frei, dann sind sie erholt vor dem zweiten Trainingslager. Aber das soll keine Ausrede sein.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Allerdings wirkte die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer etwas frischer und bissiger, die Kölner brachten Keeper Jiri Pavlenka ein paar Mal in die Bredouille. Werder dagegen tat sich schwer im Spiel nach vorne, und auch wenn deutlich mehr Qualität als im ersten Spiel auf dem Platz stand, wirkte auch die A-Elf recht platt. Mit etwas Glück gelang dann doch noch Josh Sargent in der 55. Minute der Siegtreffer für Werder. Am Ende hieß die Bilanz des Samstagnachmittags: viel Regen von oben und noch Luft nach oben.

Fans suchen bei Werders Testspiel in Lohne während des Unwetters Schutz an einer Imbissbude.
Die Fans ließen sich vom Unwetter den Spaß am Blitzturnier zumindest nicht vermiesen. Bild: Imago | Nordphoto

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 20. Juli 2019, 16:15 Uhr