Bitter für Schalke: Werder kann doch noch gewinnen

Nach zuletzt drei Unentschieden in Folge ist Werder Bremen gegen Schalke 04 ein 4:2-Sieg geglückt. Doch die drei Punkte waren für die Bremer hart erkämpft.

Rashica springt nach seinem Treffer zum martialischen Jubel hoch.
Dieses Tor war spitze: Milopt Rashica erzielte in der 31. Minute den glücklichen Ausgleich für Werder. Bild: Imago | Nordphoto

Trainer Domenico Tedesco muss beim abgestürzten Vizemeister FC Schalke 04 immer mehr um seinen Job bangen. Trotz einer kleinen Leistungssteigerung blieben die Königsblauen durch das 2:4 (1:1) beim SV Werder Bremen am Freitagabend auch im siebten Ligaspiel nacheinander ohne Erfolg und rutschten noch tiefer in die Krise. Im schlimmsten Fall könnte der Vorsprung auf die Abstiegszone am Samstag bis auf einen Zähler schrumpfen.

Breel Emobolo (26.) brachte den Tabellen-14. zwar in Führung, doch zweimal Milot Rashica (31./73.), Max Kruse per Foulelfmeter (51.) und Martin Harnik (90.+4) drehten für die Bremer die Partie. Embolos zwischenzeitlicher Anschlusstreffer war zu wenig (85.). Was die Niederlage nun für Tedesco bedeutet, bleibt spannend. "Wir wollen uns heute um 180 Grad drehen und voll reinhämmern", hatte Tedesco mit Blick auf die 0:4-Schmach gegen Düsseldorf in der Vorwoche als Maxime ausgegeben. Und tatsächlich: Schalke zeigte gleich ein anderes Auftreten.

Schalke hätte 2:0 führen können

Enttäuschter Veljkovic, hinter dem die Schalker ihr Tor bejubeln.
Früh im Spiel konnten nur die Schalker jubeln. Bild: Imago | Jan Huebner

Mit Engagement und Laufbereitschaft traten die Königsblauen auf, dazu waren sie mutig im Offensivspiel. Doch die Reaktion dauerte nur 30 Minuten, dann kehrten Angst und Unsicherheit ins Schalker Spiel zurück. Zunächst stand Bremens Schlussmann Jiri Pavlenka in der ersten halben Stunde häufiger im Blickpunkt, als ihm lieb sein durfte. Erst parierte der Tscheche glänzend gegen Guido Burgstaller (6.), dann entschärfte er einen Freistoß von Daniel Caligiuri (10.), ehe er bei einem Schuss von Matija Nastasic sein Können vorweisen musste (20.). So war das Führungstor durch Embolo die logische Folge.

Hätte Steven Skrzybski in der 30. Minute bei seinem Schuss knapp neben das Tor auf 2:0 erhöht, wäre Werder womöglich nicht mehr zurückgekommen. Denn der Chancenwucher sollte sich rächen. Fast im Gegenzug traf Rashica nach Flanke von Max Kruse. Allerdings hatten die Bremer auch Glück, dass das Tor nicht aberkannt wurde. Denn Oldie Claudio Pizarro, der diesmal von Beginn an ran durfte, stand bei der Aktion im Abseits und verhielt sich dabei nicht gerade passiv.

Kruse wieder eiskalt vom Punkt

Das Gegentor war ein richtiger Tiefschlag für die Königsblauen. Plötzlich wackelten die Schalker, die Souveränität war weg. Bremen hatte gar die Chance zur Führung, als Philipp Bargfrede einen Gewaltschuss neben das Tor setzte. Und es kam noch schlimmer für die Tedesco-Elf: Kurz nach Wiederbeginn entschied Schiedsrichter Martin Petersen auf Intervention des Videoassistenten nach einer Berührung gegen Kruse im Strafraum auf Foulelfmeter, was eine harte Entscheidung war. Tedesco winkte auf der Bank empört ab.

Kruse selbst ließ sich die Chance vom Punkt nicht nehmen und traf zur Führung. Das Spiel hatte sich komplett gedreht. Werder übernahm die Initiative, die Gäste wurden zunehmend in die Defensive gedrängt. Rashico sorgte für die Entscheidung. Kruse (78.) und Milos Veljkovic hätten die Schalker Niederlage noch höher gestalten können. In der Schlussphase gab aufseiten der Gastgeber Fin Bartels nach 15-monatiger Pause sein Comeback. Die Bremer Feierstimmung wurde jedoch durch Embolos Anschlusstor kurzzeitig getrübt.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Bundesliga, 8. März 2019, 20:30 Uhr