Reck zweifelt am Bundesliga-Wiederaufstieg von Werder und Schalke

Reck vor dem Duell Werder gegen Schalke: "Es gibt keinen Favoriten"

Video vom 16. November 2021
Oliver Reck faltet die Hände vor sich.
Oliver Reck hat sowohl für Werder als auch für Schalke 04 gespielt. Bild: Imago | Nordphoto
Bild: Imago | Nordphoto

Am Samstag (20:30 Uhr) treffen mit den Bremern und Schalkern zwei Ex-Klubs von Oliver Reck aufeinander. Bei beiden Teams sieht er noch Luft nach oben.

Für Oliver Reck liegt ein spannendes Fußball-Wochenende an. Bereits am Freitagabend spielt der Cheftrainer des SSV Jeddeloh II mit seinem Team in der Regionalliga Nord gegen den BSV Rehden und kämpft um drei ganz wichtige Punkte für die Aufstiegsrunde. Am Samstagabend steht dann die Partie zwischen Werder und Schalke 04 an. Eine Partie, bei der zwei Herzen in Recks Brust schlagen, denn bei beiden Klubs war der 56-Jährige lange aktiv und hat mit ihnen große Erfolge gefeiert.

Von 1985 bis 1998 stand Reck bei den Bremern unter Vertrag und gewann mit dem Klub zweimal die Deutsche Meisterschaft, zweimal den DFB-Pokal und einmal den Europapokal der Pokalsieger. Von 1998 bis 2005 war er bei den Schalkern und holte mit dem Klub aus dem Ruhrpott zwei weitere Male den DFB-Pokal. Bei den Gelsenkirchenern arbeitete er im Anschluss zudem als Co-Trainer, Torwarttrainer und Interimstrainer. Dass seine beiden Ex-Klubs nun in der 2. Liga aufeinandertreffen, erscheint ihm immer noch etwas surreal.

Wenn man vor drei Jahren gesagt hätte, dass Werder gegen Schalke am Samstag das Spitzenspiel in der 2. Liga ist, hätten wir wohl alle die Nase gerümpft und den Kopf geschüttelt, aber es ist so. Beide werden sich auch in diesem Jahr schwer tun, aufzusteigen.

Oliver Reck im Gespräch mit dem Sportblitz

Das letzte Spiel von Grammozis als Schalke-Coach?

Das Spiel wird Reck nicht im Weser-Stadion, sondern auf der heimischen Couch verfolgen. Der Europameister von 1996 glaubt – ganz salomonisch – an ein Unentschieden. Insgesamt haben die Schalker seiner Auffassung nach gegenüber den Bremern aber den Vorteil, dass sie in der vergangenen Saison frühzeitig wussten, dass sie absteigen werden und somit rascher in die Kaderplanung einsteigen konnten. Für die Transfers von Torjäger Simon Terrode (elf Treffer bisher) und Marius Bülter (vier Treffer) findet er lediglich positive Worte.

Bei Werder hat ihm derweil der Auftritt im zweiten Durchgang in Nürnberg gefallen. Bei den Franken drehten die Bremer nach einem 0:1 noch die Partie und gewannen dank eines Treffers von Leonardo Bittencourt kurz vor Schluss mit 2:1. "Das muss jetzt der Maßstab sein", fordert der 56-jährige Reck. Er hofft, dass Bittencourt und Ömer Toprak dem Team nach ihren Verletzungspausen nun mehr Stabilität verleihen werden.

Dimitrios Grammozis schaut frustriert.
Coach Dimitrios Grammozis steht bei Schalke 04 in der Kritik. Bild: Imago | Rhr-Foto

Nach Stabilität suchen auch die Schalker. Sie sind als noch größerer Aufstiegsfavorit als die Bremer in die Saison gegangen, liegen aktuell aber nur auf dem fünften Platz der Tabelle. Ihre letzten drei Pflichtspiele haben sie allesamt verloren. Auf das Pokal-Aus beim Drittligisten 1860 München (0:1) folgte in der Liga zuletzt ein 0:1 beim 1. FC Heidenheim und ein 2:4 gegen Darmstadt 98. Coach Dimitrios Grammozis ist daher bereits erheblich angezählt. Die Partie an der Weser könnte im Falle einer Niederlage die letzte für ihn als Coach der Königsblauen sein.

Wenn man drei Spiele nicht gewinnt, steht man auf dem Zettel. Dann wird gefragt: 'Wie lange noch?'

Oliver Reck im Gespräch mit dem Sportblitz

Der HSV als warnendes Beispiel

Reck hofft, dass trotz der aktuellen Probleme beide Teams es am Ende der Saison zurück in die Bundesliga schaffen. Der Glaube daran ist aber begrenzt. "Das wird kein Alleingang, keine einfache Geschichte." Zumal Teams wie der FC St. Pauli und Jahn Regensburg die 2. Liga bereits seit Jahren kennen und dies für sie im Kampf mit den Neuankömmlingen Werder und Schalke ein großer Vorteil sei. "Man sieht ja am HSV, wie schwer es ist, wieder nach oben zu kommen", so Reck.

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Autoren

  • Stephan Schiffner Redakteur und und Autor
  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 16. November 2021, 18:06 Uhr