Schwedischer Stabilisator: So kann Augustinsson Werder besser machen

Die Bremer Gegner hatten Marco Friedl auf der linken Seite schnell als Schwachpunkt ausgemacht. Dies dürfte sich nach der Rückkehr von Ludwig Augustinsson ändern.

Augustinsson führt den Ball auf dem Trainingsplatz.
Linksverteidiger Ludwig Augustinsson ist nach seiner Verletzungspause ein heißer Kandidat für die Startelf. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Kehrt ein verletzter Spieler zurück, führt Florian Kohfeldt ihn für gewöhnlich behutsam wieder ran. Langsam werden die Belastungen gesteigert. Bevor es eine Nominierung für die Startelf gibt, stehen erst ein paar Einwechslungen an. Bei Ludwig Augustinsson weicht er aber wohl von diesem Prinzip ab. "Er ist durchaus ein Startelfkandidat", sagt Werders Cheftrainer über den Schweden. Dieser fiel seit dem Sommer-Trainingslager in Grassau aus und hat in dieser Saison noch kein Spiel bestritten. "Er hat keine neue Frisur wie andere Leute, ihr werdet ihn also wiedererkennen", scherzt Kohlfeldt mit Blick auf den erblondeten Claudio Pizarro.

Viel wichtiger als die Haarfarbe ist aber die fußballerische Qualität des Linksverteidigers. Und auf diese verzichten zu müssen, hat die Bremer geschmerzt. Augustinsson gelingt es, die Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiven Impulsen. Durch robuste Zweikämpfe und ein gutes Tempo macht er den Laden auf der linken Abwehrseite dicht.

Ludde (Ludwig Augustinsson, Anm. d. Red.) ist in der Lage, defensiv sehr gut Situationen zu lösen. Das können auch mal Unterzahlsituationen sein. Er hat eine sehr hohe Qualität im Passspiel und ist sehr clever im Eins-gegen-Eins. Über seine Seite gibt es in der Regel sehr wenige Offensivaktionen für den Gegner.

Florian Kohfeldt

Friedl hat Lehrgeld gezahlt

Dies gelang seinem Stellvertreter Marco Friedl nicht immer. Beim 2:2 in Leverkusen spielte Karim Bellarabi Katz und Maus mit Friedl. Immer wieder setzte sich der Flügelflitzer problemlos gegen Friedl durch. Am Ende schlug er exakt 20 (!) Flanken in den Bremer Strafraum.

Bei Marco waren die Leistungen in den kommenden Wochen nicht auf konstant hohem Niveau. (...) Es gab die Spiele, in denen offensichtlich die Aktionen häufiger über seine Seite liefen.

Florian Kohfeldt

Was Kohfeldt sagen möchte: Die Gegner hatten sich Friedl als Schwachpunkt ausgeguckt – und bevorzugt über die linke Abwehrseite der Bremer angegriffen. Dies soll sich mit Augustinsson wieder ändern. Durch Stabilität in der Defensive soll er auch für stabilere Verhältnisse in der Tabelle sorgen. Vermutlich schon am Samstag als Startelf-Spieler gegen Schalke.

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Autor

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 22. November 2019, 18:06 Uhr