Werders Friedl : "Keiner will wieder so eine Saison wie letztes Jahr"

Nach der 1:4-Pleite gegen Hertha BSC kann Marco Friedl den Unmut der Bremer Fans verstehen. Der 22-Jährige will sich in dieser Saison in der Innenverteidigung festbeißen.

Marco Friedl sitzt auf dem Podium und beantwortet die Fragen der Journalisten.
Marco Friedl ist sich sicher, in der vergangenen Saison in der Team-Hierarchie der Bremer nach oben geklettert zu sein. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Wenn Werder am Samstag (18:30 Uhr) auswärts bei Schalke 04 antritt, ist bei den Bremern bereits wieder mächtig Druck auf dem Kessel. Der ohnehin nur kleine Hauch von Euphorie an der Weser vor dem Saisonstart ist durch die 1:4-Niederlage gegen Hertha BSC komplett verflogen. Stattdessen muss befürchtet werden, dass erneut eine katastrophale Saison auf Werder wartet. Die Bremer Fans machten ihrem Ärger daher bereits am Samstag gegen die Berliner Luft. Friedl kann es durchaus verstehen. "Wenn du in den fünf Minuten vor der Halbzeit zwei Tore kassierst", sagte der Österreicher am Mittwoch, "dann ist klar, dass die Fans angefressen sind und uns auspfeifen."

Marco Friedl im Zweikampf mit Berlins Pekarik.
Marco Friedl (hier im Zweikampf mit Berlins Peter Pekarik) stand auch am Samstag in der Bremer Startelf und durfte in der Innenverteidigung spielen. Bild: Imago | Nordphoto

Vor allem hat die Niederlage die Bremer auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Diese schwebten in der Vorbereitung nach sieben Siegen in sieben Testspielen schon ein wenig auf Wolke sieben. Dass sich das Team durch die Erfolgserlebnisse gegen die schwächeren Gegner blenden lassen hat, glaubt Friedl nicht. Klar ist ihm aber, dass Werder bereits wieder vor richtungsweisenden Wochen steht. Jeder wisse, wie schnell es gehen kann, wenn über mehrere Spiele kein Erfolgserlebnis zu verbuchen ist. So war es schließlich auch in der vergangenen Saison, als die Bremer den Saisonauftakt verpatzten und immer tiefer in den Keller abrutschten. Dies soll sich laut Friedl nicht wiederholen.

Keiner will wieder so eine Saison erleben wie letztes Jahr.

Marco Friedl

Friedl glaubt an einen höheren Stellenwert im Team

So schlecht dürften Friedls Erinnerungen an die vergangene Saison dabei gar nicht ausfallen. Wenn der 22-Jährige als linker Außenverteidiger für Werder auflief, war den Bremer Fans schon oftmals vor dem Spiel etwas mulmig in der Magengegend zumute. Zu schlecht war dafür Friedls Stellungsspiel. Und zu oft konnten die Gegner Werder über Friedls Seite mit einfachen Mitteln knacken. Im Schlussspurt etablierte sich dieser allerdings als Innenverteidiger. Einer der Gründe, weshalb Friedl überzeugt ist, sich auch in der Hierarchie nach oben gearbeitet zu haben.

Ich glaube, dass mein Stellenwert in der Mannschaft dadurch gestiegen ist, dass ich in der vergangenen Saison sehr viel gespielt habe und auch in den wichtigen Spielen zum Einsatz gekommen bin. Ich freue mich, dass ich die ganze Vorbereitung und auch die Spiele jetzt in der Innenverteidigung gemacht habe, weil ich mich da am wohlsten fühle. Ich probiere im Training weiter Gas zu geben, um dann die nächsten Spiele auch zu spielen.

Marco Friedl

Friedl ist von seinem Können überzeugt

Die Konkurrenz dabei ist qualitativ stark – sofern sie denn einmal zur Verfügung steht. Ömer Toprak als vermeintlicher Platzhirsch ist einmal mehr verletzt. Ob er sich mit diesem und Kapitän Niklas Moisander auf einer Stufe sehe, möchte Friedl nicht beantworten. Lieber greift er zur alten Phrase, dass dies nur der Trainer beantworten könne. Kleiner als nötig machen möchte er sich im internen Duell aber auch nicht. "Ich weiß, dass ich diese Position spielen kann. Deswegen habe ich sie auch im vergangenen Jahr im wichtigsten Spiel in Heidenheim gespielt. Da hat es auch gut geklappt." Im Rückspiel bildete er aufgrund der Sperre von Moisander mit Milos Veljkovic das Duo in der Innenverteidigung. Auch der Serbe drängt nach einer Verletzungssperre nun wieder in die Startelf. Auf Friedl warten damit entscheidende Wochen. Durch gute Leistungen will er sich in der Innenverteidigung festbeißen. Und somit auch dafür sorgen, dass die Bremer eben nicht erneut eine Saison wie im letzten Jahr erleben.

Fritz blickt nach Werders verpatztem Bundesliga-Auftakt nach vorne

Video vom 22. September 2020
Clemens Fritz steht lächelnd beim Interview vor den Mikrofonen.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 23. September 2020, 18:06 Uhr