Werders Dusel-Elfer macht Schalke fuchsteufelswild

Werder-Spieler Roger Assale breitet die Arme im Flug aus nach einem vermeintlichen Foul.
Bild: Imago | MIS

In der neunten Minute der Nachspielzeit besorgte Niclas Füllkrug das 1:1 für Werder. Doch dieser Elfmeter war höchst umstritten und sorgte für erhitzte Gemüter.

Auch eine Stunde nach dem Abpfiff kochte die Schalker Seele immer noch. S04-Coach Dimitrios Grammozis saß in den Katakomben des Weser-Stadions und hörte in der Pressekonferenz nicht mehr auf zu schimpfen.

Wenn man ein ganz klares Handspiel des Bremer Spielers plus Schwalbe nicht erkennt - das ist einfach unglaublich. Das hat heute alle Rahmen gesprengt. Der Elfmeter war heute eine absolute Frechheit, wie ich sie noch nie erlebt habe. Aber den Leuten ist das egal.

Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis

Zuvor hatte Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder bereits bei Sky gewetttert: "Ganz ehrlich, das ist eine der krassesten Fehlentscheidungen, die ich gesehen habe. Da habe ich kein Verständnis für. Unfassbar."

Höchst umstrittener Elfmeter

Ein Schalke-Spieler hält den verärgerten Werder-Stürmer Niclas Füllkrug mit dem Arm auf Abstand.
Der umstrittene Strafstoß erhitzte die Gemüter der Schalker. Bild: Imago | MIS

Aus Sicht der Gelsenkirchener war die Verärgerung verständlich. FIFA-Schiedsrichter Tobias Stieler hatte in der Nachspielzeit nach einem Zweikampf zwischen Schalkes Henning Matriciani und Werders Roger Assalé zur Verwunderung aller Beteiligten nach Ansicht der Videobilder auf Elfmeter entschieden.

Wütende Proteste der Schalker halfen nicht, die Entscheidung stand und Niclas Füllkrug verwandelte ihn in der neunten Minute der Nachspielzeit zum 1:1. "Wir fühlen uns schlichtweg betrogen", sagte Schalkes Sport-Vorstand Peter Knäbel bei Sport1 zur Elfmeterszene. Werders Interimscoach Danijel Zenkovic sah dagegen keinen Gesprächsbedarf über die Entscheidung.

Dafür gibt es einen VAR. Der hat die Situation entschieden und danach gibt es in meinen Augen nicht mehr viel zu diskutieren. Wofür haben wir den, wenn wir seine Entscheidungen auch noch diskutierten?

Werders Interimscoach Danijel Zenkovic

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Toprak relativert seine Meinung

Für Werder war zunächst in der Hitze des Gefechts auf dem Platz völlig klar, dass es ein berechtigter Elfmeter gewesen ist. Auch Kapitän Ömer Toprak war nach dem Spiel sogar nach Ansicht der Fernsehbilder überzeugt, dass ein klares Foul vorlag.

Es ist ein Stellungsfehler vom Schalker Spieler und unser Spieler ist vorbei. Dann trifft er ihn. Roger kommt ins Straucheln. Ich finde, dass man den pfeifen muss. Er ist in seinem Bewegungsablauf gestört. Im Spiel war für mich ganz klar eine Berührung da – und der Schiedsrichter hat es sich ja auch angeschaut.

Werder-Kapitän Ömer Toprak

Doch als Toprak weitere TV-Perspektiven der Szene gezeigt wurden, musste er seine Meinung dann doch ein wenig revidieren: "Wenn er ihn nicht trifft, sind wir glücklich, dass wir den Elfmeter gekriegt haben und den Punkt mitnehmen." Der Pfiff des Schiedsrichters war definitiv glücklich, mit dem Spielverlauf blieb es für Werder am Ende jedoch kein unverdienter Punktgewinn.

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 20. November 2021, 22:20 Uhr