Werder muss die Abwehr umbauen – aber wieviel Luft hat Toprak schon?

Bei Werder wird es vor dem Spiel gegen Schalke in der Abwehr eng

Video vom 18. November 2021
Ömer Toprak nimmt den Ball im Training an.
Ömer Torpak hat beim 2:1-Sieg in Nürnberg sein Comeback gegeben. Aufgrund der Ausfälle in der Abwehr wird der Kapitän am Samstag gegen Schalke gefordert sein. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Markus Anfang muss am Samstag gegen Schalke 04 (20:30 Uhr) auf Milos Veljkovic und Marco Friedl verzichten. Dafür ist der Kapitän zurück, aber für 90 Minuten reicht es wohl nicht.

Bei Werder wird es vor dem Duell der Bundesliga-Absteiger mit Schalke 04 am Samstag in der Defensive mächtig eng. Beim 2:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg vor der Länderspielpause standen neben Anthony Jung noch Marco Friedl und Milos Veljkovic in der Dreierkette der Bremer. Auf beide muss Coach Markus Anfang am Samstag jedoch verzichten, denn neben Nicolai Rapp hat auch Marco Friedl in Nürnberg seine fünfte Gelbe Karte gesehen. Friedl ist zudem positiv auf das Corona-Virus getestet worden. "Marco geht es soweit ganz gut. Es ist geplant, dass er am Wochenende nach Bremen kommt und eine lockere Einheit macht", erzählte der Sportlicher Leiter Clemens Fritz am Donnerstag auf der Pressekonferenz.

Veljkovic wiederum hat sich am Sonntag im Länderspiel der Serben in Portugal eine Muskelverletzung zugezogen. Coach Markus Anfang plant ihn nicht nur für das Spiel gegen Schalke, sondern auch für das darauf folgende Spiel gegen Holstein Kiel nicht ein. "Es wird schon ein paar Tage mehr dauern", so Anfang. Die Verletzung befinde sich im Bereich der Leistenregion und Adduktoren, werde aber nicht zu einer Pause über mehrere Monate führen. "Er hatte schon mal eine Verletzung dieser Art", berichtete Anfang. "Wir hoffen, dass es sehr schnell geht. Aber wie schnell, das weiß man nicht."

Toprak ist zurück

Wichtig ist für Werder daher, dass Kapitän Ömer Toprak mittlerweile zurück ist. Beim Sieg in Nürnberg kam der 32-Jährige bereits zu einem Kurzeinsatz. Zwei Wochen später wird er nun wohl direkt in der Bremer Startelf stehen. "Jetzt hat er sich 14 Tage darauf vorbereitet und konnte auch jede Einheit mitmachen. Er ist in einem Zustand, in dem er uns helfen kann", glaubt Anfang. Unklar ist allerdings, wie lange Toprak auf dem Feld dann tatsächlich durchhält.

Das ist halt immer die Frage. Wie läuft so ein Spiel? Wie intensiv wird so ein Spiel? Wie lange kann er das Tempo gehen? Deswegen gibt es in der Regel auch diese Vorbereitungphasen, wo du Spieler über 45, über 60 und über 90 Minuten spielen lässt, damit sie das alles drin haben. Ömer war in der Vorbereitungsphase bei allem dabei. Man hat gesehen, dass er da seine Leistung bringen konnte, auch wenn er da immer wieder hinten raus in den Partien, je nachdem wie intensiv sie waren, auch mal ein Stück müde geworden ist.

Cheftrainer von Werder Bremen Markus Anfang auf einer Pressekonferenz.
Markus Anfang auf der Pressekonferenz am Donnerstag

Bei Mai hapert es in Bremen noch

Ein weiterer Kandidat für die Startelf ist Lars-Lukas Mai. Die Leihgabe vom FC Bayern konnte an der Weser bisher allerdings nicht überzeugen und erwischte vor allem beim 2:2 in Sandhausen einen rabenschwarzen Tag. Beim 1:1 gegen den FC St. Pauli und dem Sieg in Nürnberg saß er nun jeweils 90 Minuten auf der Bank. Keine leichte Situation für den 21-Jährigen, für den es von Anfang auf der Pressekonferenz einige Streicheleinheiten gab. Wie der Bremer Coach betonte, würde Mai sich sehr stark selbst reflektieren und wisse, dass er in einigen Bereichen zulegen muss. Zugleich lobte Anfang Mais Spieleröffnung.

Ich glaube, er ist in der Liga der beste Spieler auf der Innenverteidigerposition, wenn es darum geht, Linien zu überspielen und Mitspieler zu finden. Im Aufbauspiel hat er schon seine Stärken. Zuletzt hatten wir jetzt das Thema "Verteidigen am Mann im eigenen Sechzehner'. Da kann nicht nur er, sondern da können einige noch ein bisschen zulegen. Da müssen wir besser werden.

Cheftrainer von Werder Bremen Markus Anfang auf einer Pressekonferenz.
Markus Anfang auf der Pressekonferenz am Donnerstag

Mai, so Anfang, würde sehr hart mit sich umgehen und erwarte von sich selbst sehr viel. Nach den Spielen würde er über seine Entscheidungen und Fehler auf dem Platz grübeln und wolle dann Szenen von seinem Spiel sehen. "Er ist sehr selbstkritisch mit sich. Manchmal auch ein bisschen zu viel." Aufgrund der Notlage in der Abwehr könnte er gegen Schalke nun wieder in die Startelf rutschen, wobei die Variante mit Jung, Toprak und Christian Groß wohl wahrscheinlicher ist.

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Autor

  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 18. November 2021, 18:06 Uhr