Kommentar

Werders Trennung von Schaaf hat nicht mal Zweitliga-Niveau

Video vom 22. Juni 2021
Werders Technischer Direktor Thomas Schaaf verlässt das Weser-Stadion
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Gut 40 Jahre lang hatte Thomas Schaaf an Werders Erfolgsgeschichte mitgeschrieben. Dass es nun zum Abschied Misstöne gab, findet Reporter Heiko Neugebauer stillos.

Ob die Tätigkeit von Thomas Schaaf als Technischer Direktor eine wichtige Aufgabe war, eine eher unwichtige oder vielleicht sogar letztlich eine verzichtbare, ist hier gar nicht das Thema.

Auch nicht, wie dramatisch sich die finanzielle Situation von Werder Bremen tatsächlich darstellt, und wie nötig der Verein das eingesparte Schaaf-Gehalt hat.

Aber es ist ja wohl vollkommen klar, dass es überhaupt nicht geht, eine Vereins-Ikone wie Schaaf so zu verabschieden. 380 Partien für Werder hat er als Spieler absolviert, hat als Trainer 2004 das Double gewonnen, und durfte noch zwei weitere Pokal-Siege feiern.

Kein respektvoller Abschied für Schaaf

Ganz Fußball-Deutschland hat Werder beneidet, wegen der Kontinuität und vor allem wegen des Fußballs. Ganz zu schweigen davon, dass er sich auch noch am letzten Spieltag der alten Saison als Interims-Himmelfahrtskommando-Trainer zur Verfügung gestellt hatte.

Die aktuelle Vereinsführung hat es nicht geschafft, so einen verdienten Mann gebührend und respektvoll zu verabschieden. Hat es nicht geschafft, dass man sich die Hände schüttelt und sich gegenseitig versichert, dass es zwar schön war, dass aber alles Schöne eben leider auch mal zu Ende gehen muss. Das hat, was Stil oder auch ein ganz normales menschliches Miteinander angeht, nicht einmal mehr Zweitliga-Niveau.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 22. Juni 2021, 18:06 Uhr