Josh Sargent: Erst auf Safari, dann auf Torejagd für Werder

Paul Stalteri hat Josh Sargent bereits von sich überzeugt, jetzt soll auch Werder-Trainer Florian Kohlfeldt im Jahr 2019 nicht mehr an ihm vorbeikommen können.

Werderspieler Josh Sargent im Interview.

Nein, viel zu erledigen hatte Josh Sargent wahrlich nicht mehr. Düsseldorfs Torwart Michael Rensing war bereits geschlagen, und allen Zuschauern im Weser-Stadion klar, dass der Kopfball von Martin Harnik gleich ins Netz trudeln wird. Das vorentscheidende 3:1 für Werder im Heimspiel gegen Düsseldorf, es war nur noch eine Frage von Millisekunden. Freudig schauten die Werder-Fans auf den Ball – und noch größer wurde ihre Freude, als sie Sargent sehen. Der US-Amerikaner hielt seinen Rotschopf noch in die Flugbahn und drückte den Ball letztlich über die Linie. Das erste Bundesliga-Tor – es war erzielt.

Josh Sargent bejubelt sein erstes Bundsliga-Tor.
Grund zum Jubeln: Gegen Düsseldorf erzielt Josh Sargent sein erstes Bundesliga-Tor. Bild: Imago/Jan Huebner

"Davon träumst du als Kind, dieser Traum ist wahr geworden", blickt der erst 18-Jährige auf den 7. Dezember des vergangenen Jahres und sein Premierentor zurück. Dieses hat er sich hart erarbeitet, denn Sargent gab in der U23 ordentlich Gas, erzielte in zwölf Regionalligaspielen sieben Tore. Dass er zunächst in Werders "zweiter Garde" zum Einsatz kam, war für ihn dabei kein Problem:

Der Trainer hat mir von Anfang an klargemacht, dass die Spielpraxis in der U23 wichtig für mich ist, um einen Rhythmus zu erarbeiten und in Deutschland anzukommen. Das habe ich absolut verstanden.

Josh Sargent

Und Kohfelds Plan mit dem Youngster ist aufgegangen. Ging Werder in den Wochen vor der Winterpause zwar oft als Verlierer vom Platz, war Sargent dennoch einer der Gewinner. Zufrieden ist er mit dem Erreichten allerdings noch nicht: "Das war erst der Anfang, da kommt noch viel mehr." Einen guten Vorsatz für das neue Jahr hat er sich dabei auch gesetzt: Jede Woche in der Werder-Mannschaft zu stehen und noch mehr Tore zu erzielen.

Tipps von Claudio Pizarro und Max Kruse

Ob es klappt? Werder Trainer Florian Kohfeldt schenkt ihm nichts, macht ihm stattdessen klar, dass er sich alles erarbeiten muss. Wenig verwunderlich, im Profifußball gilt schließlich das Leistungsprinzip. Für Sargent ist das kein Problem:

Der Trainer hat mir gesagt, dass es nicht sicher ist, dass ich jede Woche im Kader stehe. Deswegen muss ich weiterhin hart arbeiten, um ihm zu beweisen, dass ich in die Mannschaft gehöre.

Josh Sargent

Die Richtung stimmt dabei, den Wechsel nach Bremen hat er keineswegs bereut: "Es war ein großer Schritt, nach Deutschland zu kommen, um hier mit richtigen Profis zu spielen und von Spielern wie Claudio Pizarro und Max Kruse Tipps zu erhalten." Gelohnt hat dieser Schritt sich allemal, im Trainingslager will er jetzt den nächsten machen. Während der Zeit in Südafrika freut er sich zudem auf den freien Tag in der kommenden Woche. An diesem können die Werder-Profis sich entscheiden, ob sie auf eine Safari gehen, eine Tour durch Johannesburg machen oder ein Museum besuchen. Sargent weiß auch hier bereits, was er will: "Ich habe mich für die Safari entschieden. Und ich denke, das wird ziemlich cool."

Werder-Ikone Paul Stalteri fiel er bereits in der U17 auf

Erst auf Safari, dann auf Torejagd für Werder. Sargent hat im Jahr 2019 viel vor. Volles Vertrauen in ihn besitzt dabei Werder-Ikone Paul Stalteri, der zuletzt für den kanadischen Fußballverband arbeitete: "Josh habe ich bereits in der U17 gesehen, als er in einem Freundschaftspiel gegen uns gespielt hat. Bereits da habe ich gemerkt, dass er ein Topstürmer ist." Stalteri hat Sargent bereits überzeugt – in diesem Jahr soll auch Kohlfeldt nicht mehr an ihm vorbeikommen können.

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Autor

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier kickt, 5. Januar 2018, 14:40 Uhr