Wieder Fußballfreude im Weser-Stadion – aber ein bisschen Sorge bleibt

Werder gegen St. Pauli: Volles Stadion, wenig Masken und kein Sieger

Bild: Imago | Nordphoto

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie war das Bremer Stadion am Samstag wieder ausverkauft. Die Werder-Fans genossen die Unbeschwertheit, doch nicht alles läuft rund.

Nach dem Spiel war sogar der Cheftrainer der Gäste angetan. "Alleine der Weg schon hier zum Stadion war schön", freute sich Timo Schultz. Dem Coach des FC St. Pauli gefiel, dass die Werder-Fans und die Anhänger der Kiezkicker gemeinsam schiedlich-friedlich am Osterdeich zum Weser-Stadion schlenderten. "Wir waren letzte Woche in Dresden. Da sah das ein bisschen anders aus."

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie war das Weser-Stadion am Samstag wieder ausverkauft. Und das "friendly derby" zwischen den Bremern und St. Paulianern war für diesen Anlass wohl die perfekte Partie. Große Teile der beiden Fanlager teilen nicht nur die Antipathien für den Hamburger SV, sondern auch die Wertevorstellungen für das gesellschaftliche Miteinander.

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2G macht es möglich

Reges Treiben wie in schon fast vergessenen Zeiten herrschte auch vor dem Spiel bereits vor dem Stadion. So ist es eben, wenn 42.100 Fans dorthin strömen, wo die Weser einen großen Bogen macht. Es sind Momente, in denen die Pandemie kaum noch eine Rolle spielt. "Es fühlt sich durch die 2G-Veranstaltung so an, als würde es Corona aktuell nicht geben", sagte ein Werder-Fan vor dem Stadion im Gespräch mit buten un binnen. Dies sei eine schöne Möglichkeit, mal vom Alltag abzuschalten.

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Ein Mund-Nasen-Schutz musste vor dem Stadion nicht getragen werden. Das gefiel bei diesem großen Andrang nicht allen Fans. Vereinzelt ging auch das Gefühl der eigenen Sicherheit verloren, wie im Gespräch mit buten un binnen bestätigt wurde. Andere freuten sich hingegen, als Inhaber einer Dauerkarte endlich mal wieder die Stimmung in einem vollen Weser-Stadion erlebt zu haben. Dies führte dann auch ein wenig zum Überschwang der Gefühle. "Ein Hammerspiel" sei dieses 1:1 gegen St. Pauli gewesen. Und die steigenden Corona-Zahlen? "Naja, ist halt eben so."

Mangelnde Kontrollen?

Die Stimmung möchten die Fans sich von der latenten Gefahr nicht verhageln lassen. Diese soll beim Einlass bestmöglich reduziert werden, indem den Fans Zeitfenster zugeteilt werden, damit große Menschenmassen auf einem kleinen Fleck vermieden werden. Wer allerdings bereits zwei Stunden vor dem Anpfiff das Stadion betreten muss, langweilt sich auch schnell. Laut Werder ist dies allerdings eine behördliche Voraussetzung, um eine Vollauslastung unter 2G-Bedingungen zuzulassen.

Vollauf schien das aktuelle Bremer 2G-Konzept bei einer Vollauslastung des Weser-Stadions den Stresstest am Samstag ohnehin nicht bestanden zu haben. In den Sozialen Medien wurde rasch kritisiert, dass anscheinend vereinzelt auch ohne Vorzeigen eines 2G-Nachweises Einlass ins Weser-Stadion gewährt wurde.

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Auf Nachfrage von buten un binnen erklärte Werders Pressesprecher Christoph Pieper diesbezüglich, dass dies nach einer Auswertung des Spieltages nicht großflächig der Fall gewesen sei. Stattdessen sei es so, dass am Samstag an einigen Einlasstoren direkt am Drehkreuz sowohl die Eintrittskarte als Zugangsberechtigung als auch der Impfnachweis digital nachgewiesen werden konnten. Dies habe Werder gegen St. Pauli zum ersten Mal getestet. Dadurch könne jedoch der Eindruck entstanden sein, dass einige Stadionbesucher gar nicht kontrolliert wurden.

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Autoren

  • János Kereszti
  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Oktober 2021, 19:30 Uhr