Sahin und der BVB: Kein Abschied für immer

Nuri Sahin ging Werders Auftritt bei Borussia Dortmund unter die Haut. Er wurde offiziell verabschiedet, doch die Liebe zwischen ihm und dem BVB ist ungebrochen.

Sahin applaudiert bei seiner Verabschiedung den Dortmunder Fans auf der Tribüne.
Abschied von seinen BVB-Fans: Nuri Sahin ging bereits vor dem Anpfiff vor die "gelbe Wand" der Südtribüne. Bild: DPA | Guido Kirchner

Und dann gehörte der Rasen ihm allein. Nuri Sahin schritt auf die Südtribüne zu und applaudierte den Dortmunder Fans, die an diesem bitterkalten Samstagabend so warm seinen Namen skandierten, als würden sie ihn in eine kuschelige Decke hüllen. Die "gelbe Wand", die so lange Zeit die seine war und die an diesem Abend für einen Moment wieder ihm gehörte. Sie verabschiedeten sich von ihrem Nuri Sahin, der nun in Bremen angeheuert hat. Doch Sahin und der BVB, das war und ist Liebe. Und die Fans haben das immer bei ihm gespürt.

"Ich habe wirklich jeden Tag alles für diesen Verein gegeben und ich glaube, die Leute wissen das", sagte Sahin. Sein Leben lang war er ein Schwarz-Gelber und wollte nie etwas Anderes sein. Schon gar kein Königsblauer. Als Elfjähriger fing er als Balljunge bei den Borussen an, wurde Profi und deutscher Meister und spielte 274 Mal für den BVB. Fast ein ganzes Fußballerleben lang Schwarz und Gelb. Und die Bilder kamen wieder, als Sahin vor seiner "gelben Wand" stand, erfüllt von Dankbarkeit.

Meine Karriere ging mir noch einmal durch den Kopf, wie ich als Elfjähriger hier angefangen habe. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, nochmal die Atmosphäre zu erleben. Es war trotzdem schön – schwer, aber schön.

Nuri Sahin über seine Verabschiedung im Dortmunder Stadion

Kein Abschied für immer

Ein Dortmunder Fan hält ein Plakat mit der Aufschrift "Danke Nuri!" hoch.
Viele Dortmunder Fans hatten für Nuri Sahin Plakate gebastelt. Bild: Imago | Revierfoto

Doch dann kam der Anpfiff und Sahin war wieder zurück im Hier und Jetzt. Im Werder-Trikot, als Gegner. Und er durfte sogar von Beginn an spielen, das war lange fraglich gewesen. Denn einen Stammplatz hat Sahin nicht bei Florian Kohfeldt, aber dafür einen wichtigen Platz in der Mannschaft. Sahin musste sich in Bremen umstellen, denn "es ist nicht so wie in Dortmund, dass man immer als Favorit ins Spiel geht". Doch er hat sich mit 30 Jahren auf das neue Abenteuer voll und ganz eingelassen.

Dass in Bremen derzeit alles nicht ganz so glatt läuft wie bei seiner alten Liebe, nimmt er in Kauf. Auf Meisterkurs ist nur der BVB, Werders Weg liegt dagegen im Trüben. Sahin verlor mit seinen Bremern am Samstag 1:2, das schmerzte. Doch wohl nicht so sehr, wie die Tatsache, dass ihn Trainer Lucien Favre zum Saisonbeginn aussortiert hatte. "Es war immer mein Traum, hier zu spielen", fügte Sahin hinzu: "Jetzt haben sich die Wege getrennt." Doch es ist kein Abschied für immer. Nach seiner Karriere gibt es wieder nur Schwarz-Gelb, Grün-Weiß ist nur ein Intermezzo auf Zeit. Doch eines, bei dem er dabei ist, sich auch in den Bremer Herzen einen besonderen Platz zu sichern.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Bundesliga, 15. Dezember 2018, 18:30 Uhr